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Thüringen

Das "geteilte" Auto ist in Thüringen ein Exot

Carsharing etabliert sich nur langsam in Thüringen. Obwohl auf Bundesebene der Weg für eine leichtere Ausweisung von Carsharing-Parkplätzen frei gemacht wurde, gibt es nach Ansicht von Interessierten zu wenige Möglichkeiten im öffentlichen Raum.



carsharing
Ein Auto eines Carsharing-Anbieters steht für Kunden auf einem Parkplatz bereit.   Foto: Jan Woitas, dpa » zu den Bildern

«In vielen Kommunen fehlen der Mut und der Wille, es ist immer wieder viel Überzeugungsarbeit nötig», erklärt Torsten Bähr vom Verein Verkehrswende in Kleinen Städten. Statistisch könne ein «geteiltes» Auto bis zu zwölf Autos im Stadtverkehr ersetzen, sagt Bähr. Das wirke sich positiv auf Verkehr und Parkplatzsituation aus.

«Carsharing ist ein guter Beitrag, um den Verkehr stadtverträglicher zu machen», meint etwa Michael Margull vom Dezernat Stadtentwicklung in Jena. «In Gebieten mit hohem Parkdruck sehen wir Carsharing als Chance, den Pkw-Bestand zu senken», heißt es auch aus dem Erfurter Rathaus.

Es fehlt an Flächen

Dass öffentliche Flächen dafür zur Verfügung gestellt werden, ist aber die Ausnahme. In Erfurt befinden sich nur 12 der insgesamt 50 Stellplätze für Carsharing auf öffentlichen Flächen. In Jena sind keine der 36 Plätze auf öffentlichem Grund, auch die beiden Stellplätze in Gotha werden durch den Anbieter Teilauto von Privatleuten angemietet. Die meisten der befragten Kommunen begründen die zögerliche Ausweisung von den Parkplätzen mit fehlendem Landesrecht.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums wird eine solche auch im Koalitionsvertrag vorgesehene Regelung derzeit vorbereitet.

Größter Anbieter von stationären Carsharing-Angeboten im Land ist demnach die Firma Teilauto, die vielerorts auch mit den Kommunen kooperiert. Dabei sei aber noch einige Luft nach oben: «Dass eine 65.000-Einwohner-Stadt wie Weimar 22 Carsharing-Stationen besitzt, die alle gut genutzt werden, ist durchaus bemerkenswert», sagt Sprecherin Franziska Wilhelm.

Es geht nur gemeinsam

Gerade in den kleineren Städten hält sich jedoch die Nachfrage bisher in Grenzen. Weil die großen Anbieter dort weniger Einnahmen erwarten, sei ein Angebot nur durch die Zusammenarbeit zwischen Institutionen wie Kommunen, kommerziellen Anbietern und gegebenenfalls dem Engagement von Privatleuten möglich. Wie so etwas aussehen kann, zeigt das E-Mobilitätskonzept des Wohnprojekts «Immergrün» in Jena: Das Fahrzeug gehört dem Nahverkehr, die Ladeinfrastuktur ist Sache der Stadtwerke, die Fläche wird von Jenawohnen bereit gestellt, die Abwicklung erfolgt durch Teilauto. dpa
 

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25. 08. 2018
12:09 Uhr

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