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Thüringen

Auch nach 100 Jahren Kampf liegen Frauen beim Lohn hinten

Thüringen hat bundesweit die zweithöchste Beschäftigungsquote von Frauen. Doch noch immer verdienen Frauen schlechter als Männer. Das liegt vor allem an ihren Berufen. Besonders viele sind in Mindestlohnbranchen tätig.



Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an den langen Weg hin zu gleichen Rechten für Frauen - hier ist es die Einführung des Wahlrechts vor 100 Jahren. Das Ringen um eine gleichwertige Bezahlung ist auch im Jahre 2019 noch nicht ausgestanden, weil Frauen oft die schlechter bezahlten Jobs haben. Foto: Friedrich-Ebert-Stiftung/dpa
Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an den langen Weg hin zu gleichen Rechten für Frauen - hier ist es die Einführung des Wahlrechts vor 100 Jahren. Das Ringen um eine gleichwertige Bezahlung ist auch im Jahre 2019 noch nicht ausgestanden, weil Frauen oft die schlechter bezahlten Jobs haben. Foto: Friedrich-Ebert-Stiftung/dpa  

Erfurt - Frauen bekommen in Thüringen noch immer weniger Gehalt als Männer. "55,7 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Mindestlohnbranchen in Thüringen sind Frauen", sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, am Donnerstag in Erfurt. Damit seien weibliche Beschäftigte in diesen Branchen überrepräsentiert. Bei den Männern liegt der Anteil bei 44,3 Prozent, wie aus aktuellen Daten der Landesarbeitsagentur hervorgeht. "Frauen haben in der Tendenz schlechter bezahlte Jobs als Männer", sagte Senius.

Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern seien in Thüringen durch diese unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse immer noch erkennbar. So erhielten vollzeitbeschäftigte Männer im Freistaat monatlich 2497 Euro brutto im sogenannten Median, Frauen dagegen nur 2366 Euro.

An den statistischen Werten konnte laut Landesarbeitsgentur auch die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nichts ändern. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen deutlicher als die der Männer. Bundesweit habe Thüringen mit 62,9 Prozent bereits die zweithöchste Beschäftigungsquote von Frauen.

Schwierig sei nach wie vor die Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt, betonte Senius. Während in Thüringen die Zahl der geflüchteten Männer mit einem Job stark anstieg - von 356 im Jahr 2013 auf 4362 Mitte 2018 -, war das bei den Frauen kaum der Fall: 2013 hatten 55 Frauen aus den acht wichtigsten Herkunftsländern in Thüringen einen sozialversicherungspflichtigen Job, 2018 waren es 337. Das habe auch etwas mit tradierten Rollenbildern aus den Herkunftsländern zu tun, so Senius.

Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) sagte, dass es spezielle Integrationsangebote für Frauen brauche. "Wir wissen, dass Frauen höhere Barrieren haben", sagte Werner.

Zum Internationalen Frauentag am Freitag forderte Werner das "Aufbrechen gesellschaftlich verankerter traditioneller Rollenbilder", wie sie am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung mit Thüringens Gleichstellungsbeauftragter Katrin Christ-Eisenwinder erklärte.

Macht, Zeit und Einkommen seien immer noch ungleich verteilt. Neben dem geplanten Paritätsgesetz, das aktuell im Landtag debattiert wird, sei "die gleichberechtigte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit" nötig. Das Paritätsgesetz soll alle Landesparteien dazu bringen, etwa genauso viele Frauen wie Männer für ihre Wahllisten aufzustellen. Zum Frauentag sind am Freitag unter anderem in Erfurt, Weimar und Jena Demonstrationen und Kundgebungen geplant. dpa

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Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
00:00 Uhr

Aktualisiert am:
08. 03. 2019
11:24 Uhr

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