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Thüringen

788 DDR-Altlasten-Flächen - Sanierung bleibt Mammutaufgabe

Thüringen wird noch Jahre mit DDR-Umwelt-Altlasten zu kämpfen haben. Seit 2014 seien 76 Flächen saniert worden. Aktuell seien jedoch thüringenweit weitere 788 Altlastenflächen bekannt, von denen Umweltgefahren ausgehen.



"Die Chancen für eine Sanierung stehen so gut wie nie", sagte Anfang 2018 Ulrich Feder, Leiter des Wartburgkreis-Umweltamtes, über die Industriebrache der ehemaligen Kettenfabrik in Barchfeld.
"Die Chancen für eine Sanierung stehen so gut wie nie", sagte Anfang 2018 Ulrich Feder, Leiter des Wartburgkreis-Umweltamtes, über die Industriebrache der ehemaligen Kettenfabrik in Barchfeld.   Foto: Heiko Matz

Erfurt - Dazu gehören demnach fast 600 ehemalige Betriebsgelände sowie einstige Deponien und frühere Militärgelände, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums dem MDR Thüringen. Besonders schwerwiegende Altlasten sind beispielsweise das einstige Teerwerk in Rositz, die frühere Kettenfabrik in Barchfeld, die ehemalige Eisenacher Farbenfabrik Arzberger und das Minol-Tanklager in Erfurt. Dazu kommen weitere 10.944 so genannte Altlastenverdachtsflächen, die noch nicht abschließend untersucht wurden.

Mit einem Landeszuschuss will die Thüringer Umweltministerin die Sanierung von kontaminierten Flächen "deutlich beschleunigen". Anja Siegesmund (Grüne) sagte dem Sender, es habe sich gezeigt, dass viele Flächeneigentümer das notwendige Geld nicht aufbringen können. "In diesen Fällen wollen wir als Land Verantwortung für sauberes Grundwasser und giftfreie Böden übernehmen", so Siegesmund. Dafür stünden im Jahr 2020 insgesamt 5,9 Millionen Euro bereit. Damit solle erstmals seit zehn Jahre wieder eine Förderrichtlinie für Altlastensanierung greifen. Sie soll die bestehende Unterstützung auf Bundes- und Landesebene ergänzen und Privateigentümer sowie Kommunen entlasten.
 
Wieviel die Sanierung der zentral im so genannten Thüringer Altlasteninformationssystem (THALIS) erfassten Altlasten kostet, ist jedoch nicht abschätzbar. Denn solche Daten werden laut Ministerium nicht hinterlegt. Auch eine Bewertung der Gefährlichkeit der Flächen gibt es im aktuellen THALIS-System demnach nicht mehr. Eine entsprechende Klassifizierung habe es nur bis zum Jahr 2010 in der Vorgängerversion von THALIS gegeben. Zudem seien für Untersuchungen, Bewertungen und Sanierungen ohnehin allein die Bodenschutzbehörden der Landkreis zuständig. Sie machten unter anderem Grundstückeigentümern Vorgaben für die fachgerechte Flächensanierung.

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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
09:50 Uhr

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18. 11. 2019
09:50 Uhr



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