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100 Jahre Weimarer Verfassung: Merkel und Steinmeier kommen

Die Weimarer Republik war die erste deutsche parlamentarische Demokratie. Ihre Verfassung wurde in Weimar geschrieben. Daran wird am Mittwoch am historischen Ort erinnert.



Fast nur Männer: Das Foto stammt von der Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar 1919 - also vor genau 100 Jahren. Foto: akg-images/epd
Fast nur Männer: Das Foto stammt von der Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar 1919 - also vor genau 100 Jahren. Foto: akg-images/epd  

100 Jahre nach der Entstehung der Weimarer Verfassung erinnert die Bundesrepublik an die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Dazu treffen sich am Mittwoch zahlreiche Spitzenpolitiker in Weimar. Nach der Novemberrevolution, dem Sturz des Kaisers und dem Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) kam dort am 6. Februar 1919 erstmals die neu gewählte deutsche Nationalversammlung zusammen. Mehrere Monate arbeiteten die Politiker an der Verfassung der jungen Republik, die nach dem Namen des Versammlungsorts benannt wurde - Weimarer Republik.

Die Nationalversammlung in Weimar

Nach den Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 in Deutschland traten die 423 gewählten Abgeordneten am 6. Februar 1919 in Weimar erstmals zusammen. Sie tagten 197 Tage in der kleinen thüringischen Stadt.

Weimar war als Tagungsort nicht nur wegen der prekären Sicherheitslage in Berlin - nach Novemberrevolution 1918 und dem Spartakusaufstand im Januar - gewählt worden. Auch die zentrale Lage der Stadt, die gute Verkehrsanbindung mit Bahn und Flugzeug und das Vorhandensein von genügend Tagungsräumen sowie Unterkünften in Hotels und Pensionen sprachen dafür.

Das Plenum tagte im Deutschen Nationaltheater Weimar, im Stadtschloss arbeitete die Reichsregierung. Das Telegrafenamt der Nationalversammlung war in einem Schulgebäude gegenüber dem Theater eingerichtet.

Die Arbeit an der Weimarer Verfassung dauerte nicht einmal sechs Monate. Am 31. Juli 1919 wurde sie von der Nationalversammlung beschlossen. Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) unterzeichnete sie am 11. August in seinem Urlaubsort im nahe gelegenen Schwarzburg. Am 14. August 1919 trat sie in Kraft.

Letztmals kamen die Abgeordneten am 21. August 1919 in Weimar zusammen. Bis Ende September verließ das Parlament Weimar wieder. 1920 wurde dann erstmals der Reichstag gewählt.

Bei dem Festakt mit hunderten Gästen (15.15 Uhr) sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Bundesratspräsident Daniel Günther (alle CDU) sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, dabei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Rede.

Die Gäste treffen sich auf Einladung der Thüringer Landesregierung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen am gleichen Ort, an dem vor 100 Jahren die Nationalversammlung tagte: im Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT).

Zuvor ist unter anderem ein ökumenischer Gottesdienst (12.30 Uhr) geplant. Auch ein Bürgerfest mit Nachfahren einiger Parlamentarier der Weimarer Republik soll es geben. Der Festakt ist eingebettet in die «Woche der Demokratie» des DNT. Das Festival beschäftigt sich bis zum 10. Februar unter anderem in Vorstellungen, Symposien und Konzerten mit dem heutigen Demokratieverständnis.

Die mehr als 400 Abgeordneten der Nationalversammlung erarbeiteten in Weimar in weniger als sechs Monaten die Verfassung der Weimarer Republik. Sie wurde am 31. Juli 1919 beschlossen und schrieb unter anderem erstmals das Frauenwahlrecht fest. Völlig neu war auch die in der Verfassung verankerte betriebliche Mitbestimmung, was den Grundstein für die Gründung von Betriebsräten und die bis in die Gegenwart geltende Tarifautonomie legte. Die Weimarer Verfassung besiegelte auch die Trennung von Kirche und Staat bei gleichzeitig geltender Religionsfreiheit. dpa

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Warum ausgerechnet Weimar?

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Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
06:43 Uhr

Aktualisiert am:
06. 02. 2019
11:42 Uhr

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06. 02. 2019
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06. 02. 2019
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