Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Thüringer helfen

Hilfs-Bilanz mit vielen Zutaten

So viel Dank für so viel Gutes: Die jüngste Zwei-Jahres-Bilanz von "Freies Wort hilft" zeigt, wie stark verwurzelt diese Form sozialer Solidarität in Südthüringen ist. Zeitungsleser machen es möglich.



Drei Leute müssen anpacken, wenn Anne-Marie (links), Enkelin von Brigitte Pelm (rechts), in ihr Haus in Themar will. "Freies Wort hilft" sorgt dafür, dass dies künftig leichter geht - ein Fall von rund 30 der jüngsten Jahre.	Archivfoto: uhu
Drei Leute müssen anpacken, wenn Anne-Marie (links), Enkelin von Brigitte Pelm (rechts), in ihr Haus in Themar will. "Freies Wort hilft" sorgt dafür, dass dies künftig leichter geht - ein Fall von rund 30 der jüngsten Jahre. Archivfoto: uhu   » zu den Bildern

Suhl - Der Dank und die Hoffnung, sie kommen aus vollem Herzen: "Ich bin so überwältigt, wie viele Leute denen so sehr helfen, die in Not sind - und nun auch uns", sagt Brigitte Pelm am Dienstagabend vor den versammelten "Freies Wort hilft"-Mitgliedern im Suhler CCS. Mit gebrochener Stimme erzählt die Themarerin vom Schicksal ihrer Enkelin Anne-Marie, dem jüngsten Fall für das Hilfswerk der Heimatzeitungen.

"Freies Wort hilft"-Bilanz

2017 2018 1999 bis 2018

Einnahmen 70.101 77.242 1.827.436

Ausgaben 117.242 37.255 1.903.657

Bestand am 31.12 . 36.234 76.221 (Angaben in Euro)

 

Die junge Frau kann sich wegen einer spät diagnostizierten Muskelschwäche nur mit äußerster Mühe bewegen, und die sie umsorgende Familie braucht dringend einen Aufzug, um mit Anne-Marie überhaupt aus dem Haus zu kommen. Nach den Zeitungsberichten haben Leser bereits mehr als 6000 Euro gespendet, und Vereinsvorsitzender Kersten Mey versichert: "Freies Wort hilft" kümmert sich, wird zusammen mit der Krankenkasse den Betrag aufstocken und dafür sorgen, dass die Familie die ersehnte Entlastung erhält.

 

Da hat Mey auf der turnusgemäßen Mitgliederversammlung bereits jenen Überblick über die Vereins-Projekte der Jahre 2017 und 2018 präsentiert, der Brigitte Pelm und auch die rund 30 anwesenden Mitglieder so positiv stimmt. Dabei sind die nackten Zahlen allein schon bemerkenswert (siehe Infokasten): Fast 150.000 Euro kamen für die rund 30 Fälle und Vorhaben zusammen, die das Hilfswerk dieser Zeit betreute.

Dabei waren es nicht nur die zahllosen Einzelspenden, die immer dann eingingen, wenn die Zeitung über Menschen berichtete, die unverschuldet in Not geraten und auf die Solidarität ihrer Südthüringer Mitmenschen angewiesen sind. In den zwanzig Jahren seines Bestehens hat sich das Hilfswerk dabei einen solchen Ruf erworben, dass sich Bedürftige geradezu darauf verlassen kann, dass die Leser dann helfen, wenn es wirklich nötig ist.

Das gilt auch für zwei selbstlose Geldgeber, die längst zur festen Größe in der Hilfswerk-Bilanz geworden sind: Das Meininger Theater, das einmal jährlich eine Generalprobe ausnahmsweise öffentlich aufführt und die Einnahmen aus den besonders günstigen Tickets spendet. Mehr als 7000 Euro stehen da in den beiden Jahren unterm Strich. Und die Oberhofer Wintersport-Asse, die immer im Sommer nach den Olympischen Winterspielen gratis zu einem Benefiz-Fußballspiel auflaufen. Diesmal spülte der "Olympia-Kick" in Herpf bei Meiningen - auch dank des Engagements des örtlichen Fußballclubs - knapp 13.000 Euro in die Kassen von "Freies Wort hilft".

So wie bei diesen Spendenaktionen bilden Teamarbeit und Vernetzung vieler das eigentliche Erfolgsrezept, damit die Hilfe-Kette wirkt: Da sind die Zeitungsleute, deren Berichte gelesen und weitergegeben werden und damit die Öffentlichkeit für die Schicksale schaffen, die dann so viel Mitgefühl erzeugen. Da sind dann die großherzigen Spender. Und da sind jene, die nicht in den Bilanzen auftauchen, aber fürs Gelingen genau so wichtig sind: Firmen, die verbilligt oder zu Selbstkosten arbeiten, Fachleute, die ihren Rat zur Verfügung stellen, und sogar Ämter,und Kassen, die manchmal - wenn auch zu selten - Fünfe gerade sein lassen

So kommen dann Hilfsprojekte zustande wie das für die Familie Barthelmäs aus dem Wartburgkreis. Ihre beiden kleinen Zwillinge sind extrem pflegebedürftig und so krank, dass Ärzte ihnen einst kaum zwei Jahre gaben. Der liebevolle Lebenswille der ganzen Familie samt zweier gesunder Geschwister berührte die Leser Ende 2018 enorm - fast 20.000 Euro wurden gespendet. Ein Hausumbau, damit die inzwischen erstaunlich entwickelten Kleinkinder sich mit ihren Rollstühlchen dort bewegen können, das ist das große Ziel. Viele hilfreiche Hände sind gerade dabei, dass das Wirklichkeit wird.

Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle Hilfsprojekte für kranke Menschen ein gutes Ende haben. Und etliche spiegeln viel Tragik wider: Etwa die Unterstützung für die Mutter der in Altenfeld von ihrem Vater ermordeten Kleinkinder, oder Opfer schlimmer Brände, bei denen "Freies Wort hilft" auch diesmal mehrfach aktiv wurde. Umso mehr erfreut die Mitglieder die Nachricht, dass der sportlich-jugendliche Max aus Möckers, dessen Familie mit 12.000 Euro beim Kampf gegen einen Hirntumor unterstützt wurde, inzwischen gesundet ist - und am Wochenende an einem Lauf-Event in Schmalkalden teilnahm.

"Man kann allen Beteiligten nur Respekt zollen, wenn man das Geleistete sieht", lobt Hilfsvereins-Gründungsmitglied und Ex-Bildungsminister Jens Goebel am Ende die Spender und den fünfköpfigen Vereinsvorstand, der schließlich einstimmig wiedergewählt wurde.

"Es war eine ganz schöne Überwindung für uns, sich an die Zeitung zu wenden mit unserem Ersuchen", sagt Brigitte Pelm. "Aber die unglaubliche Unterstützung zeigt, dass es richtig war für Anne-Marie", betont sie und appelliert an alle in ähnlichen Situationen: "Traut euch!"

Spendenkonto "Freies Wort hilft": DE39 840 500 00 1705 017 017, Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Einzahlungen jederzeit. Für gezielte Spenden den Verwendungszweck "Anne-Marie" nennen.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
07:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Brände Das Meininger Theater Familien Freies Wort Jens Goebel Leser Meininger Theater Mütter Spenderinnen und Spender Säuglinge und Kleinkinder Zeitungen Zeitungsleser Öffentlichkeit
Suhl
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Renate Lüttschwager und Sohn Riccardo bei der Auswahl des Grabsteins für den in der Türkei am Herztod gestorbenen ältesten Sohn André. Foto: uhu

vor 16 Stunden

Der traurige, weite, teure Weg zur Totenruhe

Vor mehr als einem Monat starb Renate Lüttschwagers ältester Sohn im Ausland und darf noch immer nicht bestattet werden. Leser fühlen mit. » mehr

Helfen durch Singen : Einige der Akteure des Frühlingskonzerts in der Dorfkirche von Hinternah bei Schleusingen, dessen Erlös den Rehbergs zufließt. Foto: ks

14.06.2019

"Bei so etwas muss man einfach helfen"

Gigantisch. Anders lässt sich die Welle an Unterstützung für die Familie Rehberg nach dem tragischen Geisterfahrer-Unfall auf der A73 nicht beschreiben. Und es geht weiter. » mehr

Die fünfjährige Hannah, Stiefvater Jan Fritz, Erik Kellermann und Claudia Fritz sind überglücklich: Das Häuschen für Erik steht - und er ist eingezogen.

Aktualisiert am 18.07.2019

"Sowas von glücklich": Erik Kellermann ist eingezogen

Es ist geschafft: Erik Kellermanns Häuschen steht und der 18-Jährige ist eingezogen. Der an einer unheilbaren Muskelkrankheit leidende junge Mann kann in Erlau wohnen bleiben. Auch dann, wenn er nicht mehr laufen kann. » mehr

Gedenkfeier

19.04.2019

"Die Mama kann keiner ersetzen"

Das Schicksal wühlt auf. Die Familie einer beim Geisterfahrerunfall auf der A 73 gestorbenen jungen Frau erfährt viel Zuspruch, Trost und auch konkrete Hilfe in diesen Tagen. Das kann die Familie dringend gebrauchen. » mehr

"Egal, was kommt, wir werden kämpfen": Andreas und Lisa Manteuffel geben ihrer zweijährigen leukämiekranken Loraine Liebe, Mut und Kraft.

vor 16 Stunden

Loraine und die Hoffnung auf die Goldene Glocke

Nicht mal zwei Jahre alt, und dann die schockierende Diagnose: Blutkrebs. Die kleine Loraine aus Hildburghausen kämpft tapfer, auch ihre Eltern sind stark. Sie brauchen aber Hilfe unserer Leser. » mehr

Gestatten, der Neue: Christiane Büttner freut sich über den Caddy, in dem sie nun alle Pflegeutensilien und technischen Geräte, den Pflegebuggy und auch noch die Pflegekraft unterbringt. Gekauft werden konnte das Auto dank vieler Spenden der Zeitungsleser. Silke Wolf vom Vorstand übergibt den symbolischen Scheck.

06.09.2019

Finjas grasgrüne Familienkutsche

Einsteigen und los? So einfach ist es bei der Familie von Finja aus der Hohen Rhön nicht. Für das schwerkranke Mädchen müssen im Auto viele Gerätschaften mit. Dank "Freies Wort hilft" geht das jetzt im grasgrünen Raumwun... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Hunde-Foto-Shooting mit Angelika Elendt

Hunde-Foto-Shooting Caruso |
» 12 Bilder ansehen

Kastanienkette Ilmenau

Längste Kastanien-Kette | 14.11.2019 Ilmenau
» 5 Bilder ansehen

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau Waldau

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau | 14.11.2019 Waldau
» 7 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
07:15 Uhr



^