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Thüringer helfen

Schwerkranker 17-Jähriger aus Erlau bekommt Hilfe für sein Häuschen

Es kann weitergehen mit dem Hausbau in Erlau: Der Hilferuf von Familie Fritz für den kranken Erik hat den Verein "Freies Wort hilft" auf den Plan gerufen. Dieser gibt spontan 2000 Euro - und Firmen unterstützen mit Material.



Erik Kellermann, seiner Mutter Claudia und Stiefvater Jan Fritz fallen Felsbrocken vom Herzen: Die Spendenbereitschaft der Freies-Wort -Leser ist enorm. Spontan hat der Geschäftsführer des Hildburghäuser Hagebaumarktes, Michael Meinel (rechts), Waren im Wert von 1000 Euro zur Verfügung gestellt. Foto: S. Ittig
Erik Kellermann, seiner Mutter Claudia und Stiefvater Jan Fritz fallen Felsbrocken vom Herzen: Die Spendenbereitschaft der Freies-Wort -Leser ist enorm. Spontan hat der Geschäftsführer des Hildburghäuser Hagebaumarktes, Michael Meinel (rechts), Waren im Wert von 1000 Euro zur Verfügung gestellt. Foto: S. Ittig  

Hildburghausen/Erlau - Es ist das strahlende Lächeln einer überglücklichen Mutter, mit dem Claudia Fritz am Freitag im Hagebaumarkt in Hildburghausen steht. Doch gleichzeitig glitzern Tränen in ihren Augen. Das einzige, was sie im ersten Moment sagen kann ist "Danke, Danke, Danke!" Ihr Dank gilt dem Verein "Freies Wort hilft" und damit allen Spendern. Denn sie haben es möglich gemacht, dass eine Soforthilfe von 2000 Euro ausgezahlt werden konnte. Der Dank gilt aber auch Michael Meinel, dem Geschäftsführer des Hildburghäuser Hagebaumarktes. Spontan hat auch er Hilfe angeboten, nachdem er in Freies Wort von Eriks Schicksal und all den Problemen, vor denen die Familie nun steht, gelesen hatte. Material im Wert von 1000 Euro stellt Meinel zur Verfügung.

Spenden helfen

Der Verein "Freies Wort hilft - Miteinander Füreinander", das gemeinnützige Hilfswerk der drei Südthüringer Tageszeitungen, nimmt unter der Bankverbindung IBAN: DE39 8405 0000 1705 017 017 bei der Rhön-Rennsteig-Sparkasse Spenden für Erik Kellermann mit dem Stichwort "Erik Kellermann" an. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

Der Dank von Claudia Fritz ist aber auch an all jene gerichtet, die in der vergangenen Woche bei ihr oder ihrem Mann Jan Fritz, bei Sohn Erik oder Paul angerufen und Hilfe angeboten hatten. Erik, der an einer unheilbaren Krankheit, einer Form von Muskeldystrophie leidet, wird sich nicht mehr allzu lange auf zwei Beinen fortbewegen können. Endstation wird der Rollstuhl sein. Doch mit dem kommt er keine Treppen hinauf. Guter Rat war teuer im Hause Fritz/Kellermann in Erlau. Bis schließlich der Entschluss getroffen wurde: "Wir bauen ein kleines Haus im Garten für Erik." Die Zeit drängte - und so legten sie im August 2018 los, ohne dass die Finanzierung geklärt war. Nun ist das Geld ausgegangen. "Wir standen mit dem Rücken zur Wand, wussten nicht mehr weiter", erzählt Claudia Fritz.

 

Nachdem der Artikel vor einer Woche in der Zeitung zu lesen war, hat sich viel getan. Michael Meinel habe bereits nach der samstäglichen Zeitungslektüre beschlossen, "hier etwas zu tun." Am Montag nahm er Paul, Eriks Bruder, zur Seite. Paul Fritz, der eine Lehre im Hagebaumarkt absolviert, war baff. "Er hat mir gesagt, dass er Material im Wert von 1000 Euro spendet", erzählt der junge Mann. "Das ist eine super Sache. Damit kann man richtig was machen." Auch Claudia und Jan Fritz trauten ihren Ohren kaum. "Die Hilfe tut so gut und nimmt so viel Last", sagt Eriks Mutter, die in der letzten Zeit oft nicht wusste, wie sie vor Sorgen in den Schlaf kommen sollte. Leise fügt sie an, dass sie in dieser Woche wieder besser durch die Nächte gekommen sei. Denn weitere Helfer hatten sich gemeldet.

Noch am vergangenen Wochenende rief Eriks Schulkumpel David Dötsch aus Hinternah an. Er habe Heizkörper übrig. Neue. Und so holten die Fritzens drei Heizkörper. Die sind mittlerweile schon angebracht. Aus Themar klingelte auch die Firma Knoth an - und stellte der Familie Wandelemente fürs Bad zur Verfügung. Sprich: Nun hat Eriks Badezimmer bald ein behindertengerechtes WC mit Waschtisch. Inklusive Mischbatterie. "Sie haben zudem angeboten, beim Anklemmen der Leitungen zu unterstützen. Alles unentgeltlich", sagt Jan Fritz.

Und dann ist noch etwas passiert: Eriks Papa hat sich gemeldet. Erik erzählt, dass er längere Zeit nichts mehr von ihm gehört hatte. Und nun wird er ihm das Dach decken. Ziegel und Dachlatten bringt er mit, sagt Erik - und ein paar Kumpels, die ihm helfen auch. Einen Termin haben sie bereits festgeklopft: Der 23. März wird es sein. "Ich habe mich sehr gefreut", erzählt Erik. Der Vater hatte von dem Fortschreiten der Krankheit seines Sohnes aus der Zeitung erfahren . . .

Claudia und Jan Fritz haben ihren Einkaufswagen im Hagebaumarkt vollgeladen. Etliche Pakete Laminat sind da auszumachen. Ja, das ist der Fußboden von Eriks neuer kleiner Wohnung. Der junge Mann strahlt übers ganze Gesicht. "Es geht endlich weiter", freut er sich. Und diese Freude geht unter die Haut.

Die Erlauer Familie sieht Licht am Ende des Tunnels. Doch ein paar Dinge fehlen noch: Fliesen beispielsweise für das sieben Quadratmeter große Bad. "Fußboden- und Wandfliesen", konkretisiert Jan Fritz. Und dann wird noch eine Innentür, eine, die Küche und Bad voneinander trennt, benötigt. Baumarktchef Michael Meinel versichert der Familie: "Wenn am Ende noch etwas benötigt wird, dann helfen wir auch noch einmal."

Doch erst einmal haben die Fritzens einiges. "Es war immer so deprimierend: Wenn Erik aus Erfurt angerufen und sich nach der Baustelle erkundigt hat - und wir mussten ihm sagen, dass wieder nichts vorwärts gegangen ist" - Claudia Fritz hält die Hände vors Gesicht. "Wissen Sie, wie schlimm es ist, wenn man seinem Kind wenigstens ermöglichen möchte, anständig zu wohnen, es aber finanziell einfach nicht mehr kann?", fragt sie. Ihr Kinn bebt. "Man fühlt sich wie ein Bettler. Aber wir wissen, wofür wir es tun. Für Erik." Die Alternative für den 17-Jährigen wäre Betreutes Wohnen . . .

Erik lächelt. Nein, für den jungen Mann, der derzeit eine Lehre bei der Agentur für Arbeit Suhl macht, kommt das nicht in Frage. Ihn haben in dieser Woche viele Menschen angesprochen. Arbeitskollegen, Freunde. "Meine Ausbilderin in Erfurt hat vorgeschlagen, eine agenturweite Rundmail mit dem Zeitungsartikel zu versenden", sagt Erik. Er lächelt - hat ein gutes Gefühl und weiß die Hilfe, die er dieser Tage erfährt, zu schätzen. Worauf er sich freut? Dass er schnell einziehen und ohne Treppen und Hindernisse in Erlau leben kann. Bei Familie und Freunden.

Lesen Sie dazu auch: "Lieber krieche ich die Treppe hoch, als wegzuziehen"

 
Autor

Katja Wollschläger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
18:30 Uhr

Aktualisiert am:
12. 03. 2019
07:33 Uhr

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Autor

Katja Wollschläger

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Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
18:30 Uhr

Aktualisiert am:
12. 03. 2019
07:33 Uhr



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