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Suhl/ Zella-Mehlis

Vorwürfe gegen Sicherheitsdienst von Flüchtlingsheim in Suhl

In den vergangenen Tagen sollen sich zwei ernste Vorkommnisse im Flüchtlingsheim in Suhl ereignet haben. Unter anderem geht es dabei um den Tod eines ungeborenen Kindes. Nicht nur die Polizei ermittelt nun in beiden Fällen. Vieles ist dabei noch völlig unklar.



Erfurt - Der Thüringer Flüchtlingsrat hat schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge in Suhl erhoben. So sollen sie bereits am Dienstag versucht haben, einer Bewohnerin des Heims gewaltsam ihr Handy abzunehmen und sie anschließend geschlagen und auf den Boden gedrückt haben, heißt es in einer am Donnerstag vom Flüchtlingsrat verbreiteten Mitteilung. Nach Angaben eines Sprechers der Thüringer Migrationsministeriums ermittelt die Polizei derzeit zu dem Fall. Die Polizei sei am Dienstag zu einer mutmaßlichen Körperverletzung in die Erstaufnahmeeinrichtung gerufen worden, sagte er unserer Zeitung. Anlass dafür sei gewesen, dass der Sicherheitsdienst in einem Zimmer versucht habe, das Hausrecht durchsetzen. Dort soll eine Kochplatte unerlaubt verwendet worden sein.

Ein Sprecher des Thüringer Landesverwaltungsamtes sagte, vor dem Hintergrund der Vorwürfe habe der Freistaat die von ihm für das Objekt beauftragte private Sicherheitsunternehmen aufgefordert, drei an dem Vorfall mutmaßlich beteiligten Wachmänner zunächst dort nicht mehr einzusetzen. Die Männer sollten auch zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr in dem Heim arbeiten, bis die Vorwürfe geklärt seien. Das Landesverwaltungsamt ist für die Flüchtlingsunterbringung in Thüringen maßgeblich mitverantwortlich.

Nach den bisherigen Erkenntnissen des Landesverwaltungsamtes habe es in dem Zimmer tatsächlich „eine Rangelei“ gegeben, sagte der Sprecher. Dem Ergebnis der weiteren Ermittlungen könne und wolle er nicht vorgreifen. Nach Angaben des Migrationsministeriums wurde dabei ein Mitarbeiter des Wachschutzes durch zwei Bewohner der Flüchtlingsunterkunft leichte verletzt.

 

Ein Sprecher des Flüchtlingsrates erklärte auf Nachfrage, unter den Bewohnern des Heims habe es im Zuge der Auseinandersetzung mindestens drei Verletzte gegeben: zwei Frauen und einen Mann.

 

Eine der beiden verletzten Frauen soll zudem erst vor wenigen Wochen noch während ihrer Schwangerschaft ihr Kind verloren haben, sagte der Sprecher des Flüchtlingsrates. Dabei soll es sich nicht um die Frau gehandelt haben, die zu Boden gedrückt worden sein soll. Sie soll nach Angaben des Flüchtlingsrates tagelang vergeblich um medizinische Betreuung gebeten haben, bis im Klinikum Suhl nur noch der Tod des ungeborenen Kindes habe festgestellt werden können. Nach übereinstimmenden Angaben des Flüchtlingsrates und des Migrationsministeriums liegt zu diesen Vorwürfen inzwischen eine weitere Anzeige bei der Polizei vor.

 

Der Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte, nach den bisherigen Erkenntnissen gebe es keine Hinweise darauf, dass dieser Frau während ihrer Schwangerschaft medizinische Hilfe verwehrt worden sei. Auch dazu liefen die Ermittlungen aber weiter. Der Frau sei nach dem Verlust des Kindes psychologische Hilfe angeboten worden. Diese habe sie auch angenommen. sh

 

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
01. 10. 2020
15:10 Uhr

Aktualisiert am:
01. 10. 2020
17:34 Uhr

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01. 10. 2020
15:10 Uhr

Aktualisiert am:
01. 10. 2020
17:34 Uhr



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