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Suhl/ Zella-Mehlis

Vom langen Arm der Kriege, der seine Opfer holt

Sowohl auf dem Heidersbacher Friedhof als auch auf dem Suhler Hauptfriedhof gab es am gestrigen Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen.



Sowohl in Heidersbach als auch auf dem Suhler Hauptfriedhof (Foto rechts) wurde am gestrigen Volkstrauertag den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vertretern von Parteien, Vereinen und Verbänden legten Kränze und Blumen nieder und mahnte, für Frieden einzustehen. Fotos (2): frankphoto.de
Sowohl in Heidersbach als auch auf dem Suhler Hauptfriedhof (Foto rechts) wurde am gestrigen Volkstrauertag den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Vertretern von Parteien, Vereinen und Verbänden legten Kränze und Blumen nieder und mahnte, für Frieden einzustehen. Fotos (2): frankphoto.de  

Goldlauter-Heidersbach/Suhl - "Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer", zitiert Matthias Gering, Ortsteilbürgermeister von Goldlauter-Heidersbach den deutschen Schriftsteller Martin Kessel. Mit ihm sind Vertreter des Ortsteilrates, des Gemeindekirchenrates, der Bundeswehr sowie der Stadt Suhl zusammengekommen, um der Opfer der Kriege des 20. Jahrhunderts zu gedenken. Und damit auch jenen Opfern, zu denen Menschen auch lange nach den Kriegen wurden - Familien von vermissten und gefallenen Soldaten. Mütter, Ehefrauen, Schwestern, Brüder und Kinder von jungen Menschen, die in sinnlosen Kriegen ihr Leben gaben. Sie leiden auch dann noch, wenn das große Leid vermeintlich beendet scheint. "Opfer sind aber auch diejenigen, die gerade in den vergangenen Jahren vor Kriegen fliehen mussten, ihre Heimat verlassen haben, um nicht auch noch ihr Leben geben zu müssen. Der Volkstrauertag ist auch für eben jene gedacht, an die womöglich sonst niemand mehr denken würde", sagt Matthias Gering. Er erinnert daran, dass in Deutschland 1922 ein solcher Tag erstmals begangen wurde, um den Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu gedenken. "Er hätte damals mehr Mahnung als Gedenken sein sollen, denn geschichtlich gesehen nur kurz darauf stürzten Schergen eines Terrorregimes Deutschland, Europa und die Welt in einen noch verheerenderen Krieg."

Es sei das Glück der heutigen Generationen, Krieg und Vertreibung nur noch aus Erzählungen zu kennen. Auch in Goldlauter-Heidersbach haben Familien Angehörige auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges verloren. Auf einer Tafel in der Lazarus-Ecke in der Heidersbacher Kirche sind die Namen zu lesen. Andere sind verwundet aus dem Krieg nach Hause gekommen. Gering mahnt, die Erzählungen anzuhören und sich an sie zu erinnern. "Irgendwann kann es zu spät sein, Mitmenschen zu fragen, wie es war als die heutige Bocksbergstraße noch Straße der SA hieß und Mütter sowie Ehefrauen bange an den Bahnhöfen warteten ob der Sohn oder der Mann aus dem Krieg nach Hause kommt.

Auch auf dem Suhler Hauptfriedhof wurde von Vertretern von Parteien, Verbänden, Vereinen sowie der Bundeswehr der Opfer der Weltkriege und jener Menschen, die unter Militarismus und Gewaltherrschaft leiden, gedacht und zu Frieden gemahnt. Zu den Teilnehmern dieser Veranstaltung hat am Ehrenmal für die Opfer der Weltkriege Bürgermeister Jan Turzynski gesprochen. ike

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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
19:27 Uhr

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17. 11. 2019
19:27 Uhr



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