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Suhl/ Zella-Mehlis

Videoüberwachung nach jüngster Massenschlägerei in Flüchtlingsheim

Zu einer Massenschlägerei hat sich eine Messereattacke zwischen Bewohnern des Flüchlingsheimes auf dem Friedberg in Suhl entwickelt. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Künftig soll die Belegung auf unter 300 Menschen minimiert und die Sicherheit mit verschiedenen Maßnahmen verstärkt werden.



Suhl - Nach den neuerlichen Gewaltexzessen in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes Thüringen auf dem Suhler Friedberg in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag hat der seit drei Wochen vom Landesverwaltungsamt eingesetzte neue Leiter Michael Hasenbeck Veränderungen im Sicherheitskonzept der Einrichtung angekündigt. Diese sollen in den nächsten Tagen und Wochen erarbeitet werden. So soll die seit Jahren von Suhler Kommunalpolitikern immer wieder geforderte durchgängige Videoüberwachung der Flure endlich umgesetzt werden.

Angekündigt wurde auch, den ursprünglich nur als sichtbare Angrenzung des Geländes nach außen nach langwierigen Diskussionen errichteten Zaun, aufzurüsten. Damit solle ein Übersteigen erschwert werden.  Immer wieder hatten nach Verhängung der Quarantäne vor drei Wochen Männer versucht, über den Zaun nach außen zu gelangen, was nur mit massivem Polizeieinsatz verhindert werden konnte. Nach der Messerstecherei und der Schlägerei in der zurückliegenden Nacht sollen ebenfalls mehrere Tatverdächtige versucht haben, über den Zaun in Richtung Stadt zu flüchten. Das habe die Polizei verhindert.

Tumultartige Szenen

In der Nacht zu Donnerstag war es zu "tumultartigen Szenen innerhalb des Geländes" gekommen, wie in der Nacht noch Daniel Wiegmann, der Einsatzleiter der Feuerwehr Suhl, sagte Vorausgegangen war laut Polizei eine Messerstecherei zwischen zwei Gruppen. Die Täter verbreiteten dabei Angst und Schecken in der Einrichtung. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei zwischen etwa 50 Bewohnern. Die Männer sollen mit Holzstöcken, Eisenstangen und Steinen aufeinander losgegangen sein, so die Polizei. Im Objekt selbst wurde mit Feuerlöschern umhergesprüht, wodurch auch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. Gebrannt hat es laut Feuerwehr nicht.

In der sich ausbreitenden Panik sei eine Frau aus dem Fenster im dritten Stockwerk gesprungen und habe sich dabei ein Bein gebrochen. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Beim Eintreffen der Sanitäter attackierten mehrere Männer den Rettungswagen und schlugen auf diesen ein.

09.04.2020 - Massenschlägerei Asylheim - Foto: Steffen Ittig

Massenschlägerei Messerstecherei Suhl Suhl
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Insgesamt sind etwa sieben Menschen verletzt worden. Einige von ihnen so schwer, dass sie medizinisch versorgt werden mussten. Ein Mann liegt laut Polizei mit Stichverletzungen im Krankenhaus. Er sei aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zur Behandlung zahlreicher Bewohner vor Ort hatten die Rettungskräfte ein Zelt von der Einrichtung aufgebaut.

Gegen etwa ein Uhr in der Nacht war die Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung eskaliert. Am frühen Donnerstagmorgen hatten die etwa 50 eingesetzten Beamten die Situation unter Kontrolle. Die Situation vor Ort hatte sich dann wieder beruhigt. Der Haupttäter wurde laut Polizei vorläufig festgenommen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese dauerten an. Mit im Einsatz waren etwaa 51 Kräfte des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes der Feuerwehr.

Belegung auf unter 300 reduzieren

Letztlich könnten auch verstärkte Sicherheitsvorkehrungen Gewaltausbrüche nie ganz ausschließen, so Hasenbeck. Daher kündigte auch an, die Belegung der für mehr als 1000 Flüchtlinge ausgelegten bislang einzigen Thüringer EAE dauerhaft auf unter 300 Personen zu reduzieren. „Wir sind dabei, andere Standorte zu identifizieren und für eine Aufnahme von Menschen vorzubereiten“, sagte der aus der Thüringer Staatskanzlei abgeordnete  58-Jährige.  Ziel sei es, vor allem Familien mit Kindern stärker vor solcherart Gewaltausbrüchen zu schützen.

Deshalb habe man nach Ende der Quaratnäne Ende März bereits 120 Menschen aus Suhl  nach Erfurt verlegt. Laut Hasenbeck halten sich die Neuzugänge in der EAE derzeit in „Überschaubarem Rahmen“. „Wir haben offiziell einen Verteilungsstopp. Es sind nur noch Leute, die von irgendwoher kommen, aber nicht gesteuert“, sagt er. Er sei in der Nacht selbst vor Ort gewesen und sehr beeindruckt von der Ruhe und Professionalität, mit der die Suhler Einatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und auch der Polizei die Lage bewältigt hätten, so Hasenbeck.

Oberbürgermeister André Knapp dankte den Suhler Einsatzkäften, insbeondere den ehrenamtlichen von Feuerwehr und Katastrophenschutz, aber auch der Thüringer Polizei, für ihr angemessenes, gutes Arbeiten. „Ich bin froh und dankbar, dass auch vom Land die Probleme klar benannt werden und wir gemeinsam für vernünftige  Lösungen sorgen wollen, statt Hass und Hetze gegen die Brwohner  der EAE zu befördern“, sagte er. Er sei zuversichtlich, so in  der EAE und auch in der Stadt Suhl nachhaltig für Ordnung und Sicherheit sorgen zu können. Am Donnerstagnachmitag kam der Thüringer Migrationsminister Dirk Adams (B90/Grüne) nach Suhl, um in der EAE mit Bewohnern ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. it/cob/vat

>>> Nach tödlicher Messerattacke in Kronach: Polizei veröffentlicht neue Fotos

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
09. 04. 2020
07:57 Uhr

Aktualisiert am:
09. 04. 2020
15:06 Uhr

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Veröffentlicht am:
09. 04. 2020
07:57 Uhr

Aktualisiert am:
09. 04. 2020
15:06 Uhr



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