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Suhl

Verpasster Bus und verschenkte Tickets

Der Biathlon-Weltcup in Oberhof ging auch an Suhl nicht spurlos vorbei. Viele Fans nahmen in Hotels, Pensionen und Ferienhäusern Quartier.



Laura Reimer, Bastian Splonskowski, Kerstin und Mike Skopi (von links) bringen sich vor dem Ringberghotel bis zur Abfahrt zum Biathlon nach Oberhof schon mal in Stimmung. Foto: frankphoto.de
Laura Reimer, Bastian Splonskowski, Kerstin und Mike Skopi (von links) bringen sich vor dem Ringberghotel bis zur Abfahrt zum Biathlon nach Oberhof schon mal in Stimmung. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Freud' und Leid liegen an diesem Samstagmorgen im Ringberghotel dicht beieinander. Während Mike Skopi und seine Ehefrau Kerstin kurz vor der Abfahrt zum Biathlon nach Oberhof vor dem Hoteleingang ihrer Vorfreude auf die Rennen schon mal mit Tuten und Fähnchenschwenken Ausdruck verleihen, packt Maria Bucher schon wieder die Koffer ins Auto. Zuvor hat die junge Frau aus Ludwigsburg bei Stuttgart ihre Tickets anderen Biathlon-Fans gegeben: "Die könnt ihr vielleicht vor der Arena verschenken, wenn dort noch jemand welche sucht."

Wandern statt Biathlon

Am Freitag waren sie und ihr Begleiter auf dem Ringberg angereist voller Vorfreude auf ein tolles Biathlon-Wochenende. Doch da hatte es den Mann schon erwischt: Magen-Darm-Grippe! An die Fahrt nach Oberhof war nicht zu denken. Er musste auf dem Zimmer bleiben. Als es auch Samstagmorgen nicht besser wurde, entschlossen sich beide zur Abreise. "Bringt ja nix", nimmt es Maria Bucher locker. Alleine wollte sie nicht nach Oberhof fahren. "Da hatte ich Angst". Also unternahm sie am Freitag einen Winterspaziergang auf dem Ringberg. "Das war mit den tief verschneiten Tannen und dem glitzernden Schnee so herrlich; hat fast schon entschädigt für Oberhof." Ein paar bedauernde Worte von den Skopis und anderen Biathlon-Fans, dann geht die Fahrt zurück ins Schwabenland.

Mike und Kerstin Skopi, die den Shuttlebus nach Oberhof verpasst haben und mit anderen Fans nun auf ein Großraumtaxi warten, freuen sich auf den Tag. Die Reise von Radebeul nach Suhl war ein Weihnachtsgeschenk von ihm an sie. Seit Jahren sind beide biathlonbegeistert und schauen im Fernsehen alle Rennen. Selbst mal dabei zu sein, kam des eigenen Gastronomiebetriebes wegen zeitlich bislang nicht in Frage. "Jetzt haben wir es aber mal geschafft uns freizumachen." Seit Donnerstag sind sie an der Strecke dabei. "Die Stimmung ist riesig. Wir haben Herbert-Roth-Lieder gesungen und uns warm geschunkelt", ist Kerstin Skopi begeistert.

Diese Stimmung wollen auch Laura und Bastian aus Hannover erleben. Laura will als bekennender Miriam-Gössner-Fan vor allem ihre Lieblingssportlerin sehen. "Ansonsten nehmen wir alles mit, was geboten wird und hoffen nach den Rennen auf tolle Partys", sagt sie. Im Hotel seien sie nur zum Schlafen. "Von Suhl selbst sehen wir nichts."

Fokus auf Winterurlaub

Für Hotelchef Wolfgang F. Kanig ist "der ganze große Biathlon-Hype aber vorbei. Früher waren wir mit Biathlon-Gästen voll, heute machen sie höchstens noch die Hälfte aus, wenn überhaupt.", sagt er. Das habe wohl mit den Entwicklungen dieses Sports zu tun. Zwei größere Biathlon-Reisegruppen sind im Haus, alles andere sind Individualgäste. Im Foyer bietet das Hotel Public viewing an. "Ansonsten fokussieren wir uns nicht auf Biathlon, sondern bieten unser Winterurlaub-Package an."

Ähnlich ist es auch bei Privatvermieten in Suhl. Die Zeiten, in denen sich ganze Horden Biathlonverrückter aus ganz Deutschland trafen und in den Ferienhäusern Party machten, sind vorbei, weiß Familie Schneider-Trümper, die Ferienhäuser in Goldlauter vermietet. Meist kommen nur noch Familien oder befreundete Paare. Möglicherweise wird das mit mehr deutschen Erfolgen im Biathlon auch wieder anders.

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Georg Vater

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Veröffentlicht am:
08. 01. 2017
22:21 Uhr

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08. 01. 2017
22:21 Uhr



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