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Suhl/ Zella-Mehlis

SRH-Mitarbeiter greifen zu Nadel und Faden

Profi-Mundschutz ist rar - auch im SRH-Zentralklinikum in Suhl. Deshalb wurde jetzt eine Aktion angestoßen, die einmalig ist. Pflegemitarbeiter werden jetzt zu Masken-Nähern.



Christina Münzer und Christian Jacob verpacken die Masken-Zuschnitte. Foto: frankphoto.de
Christina Münzer und Christian Jacob verpacken die Masken-Zuschnitte. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Christian Jacob, Sprecher am SRH-Zentralklinikum Suhl, hat bei Christina Münzer in Suhl Zuschnitte für insgesamt 500 Masken in Auftrag gegeben. Grund dafür ist, dass Profi-Mundschutz bereits wie Goldstaub gehandelt wird. Weil dieser nicht in jedem Bereich des Krankenhauses zwingend notwendig ist, andere Mitarbeiter aber auch gerne Masken tragen wollen, bieten sich selbst genähte Teile an. Zum einen sei das psychologisch wertvoll und zum anderen ein Stück Sicherheit für SRH-Mitarbeiter und Patienten. So ist die Idee geboren, die Firma Stoffschnittstelle in Suhl mit ins Boot zu holen.

Am Montagmorgen konnte Christian Jacob bereits die ersten 400 Zuschnitte abholen. Für die restlichen 100 wartet Christina Münzer noch auf den Stoff im Männerdesign, also in neutraler Farbgebung. Nun ist die Belegeschaft des Zentralklinikums aufgerufen, beim Nähen mit anzupacken. Eine Mitarbeiterin hat von ihrer Vorgesetzten bereits die Genehmigung erhalten, einen ganzen Tag lang zu nähen. Zwei andere Kolleginnen haben sich für einhundert Masken vormerken lassen, die sie herstellen wollen.

Inzwischen ist ein neuer Aufruf an das Team, aber auch an die Bevölkerung herausgegangen. Wer noch Schlüpfergummi-Bestände hat, soll sich bitte umgehend melden.

Übrigens ist der Masken-Zuschnitt für Christina Münzer und ihr kleines Unternehmen ein Novum. Normalerweise werden hier Stoffe nach Designer-Vorgaben für Kinderbekleidung zurechtgeschnitten. Das soll es Frauen, die berufstätig sind und nicht viel Zeit haben, ermöglichen, selbst zu nähen. So wird den Müttern ein Stück Arbeit abgenommen.

Als bei der Jungunternehmerin nun eine Stoffspende eingegangen war, hatte sie beschlossen, diese komplett für Gesichtsmasken zu verwenden. "Das ist mein Beitrag", sagt die junge Frau und Mutter, die ihre Firma erst vor einem halben Jahr zum Laufen gebracht hat.

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Doreen Fischer
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Veröffentlicht am:
06. 04. 2020
15:48 Uhr

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Doreen Fischer

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Veröffentlicht am:
06. 04. 2020
15:48 Uhr



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