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Suhl

Respekt und Trauer für 42 einsam Gestorbene

Menschen, die einsam, ganz ohne Angehörige in Suhl gestorben sind: Derer wird am 17. November in einer ganz besonderen Trauerfeier gedacht.



Trauerfeier 2017: Suhler Schüler entzünden eine Kerze für jeden Toten.
Trauerfeier 2017: Suhler Schüler entzünden eine Kerze für jeden Toten.  

Suhl - Sie starben, und kein Freund, kein Angehöriger kümmerte sich um sie. Sie wurden im amtlichen Auftrag bestattet, weil sonst keiner da war, der eine Beerdigung organisiert hätte. 42 Mal ist das in Suhl vorgekommen in nur einem Jahr. 42 Menschen starben einsam zwischen November 2017 und Oktober 2018, ohne dass sich ihrer auf irgend eine öffentliche Weise erinnert wurde. Diese Toten, sie haben offenbar niemandem gefehlt. Keiner nahm Anteil.

Diesen so tragisch einsamen Menschen nach ihrem Tod die Würde einer ehrlichen Trauerfeier geben, zeigen, dass auch sie aus der Mitte unserer Gemeinschaft, der Stadt kommen: Das ist die Idee hinter einer ganz besonderen Gedenkfeier, die in Suhl dieses Jahr zum zweiten Mal von einer Gruppe engagierter Bürger auf die Beine gestellt wird. Diesmal am Samstag , 17. November , um 14 Uhr in der Hauptkirche St. Marien.

Der Anstoß dazu kam im vergangenen Jahr nicht aus den Kirchen, sondern aus dem Suhler Rathaus. Der damalige OB Jens Triebel hatte von solch einer Gedenktradition in Aachen gelesen. Seine Idee, so etwas auch in Suhl zu etablieren, fand bei katholischen wie evangelischen Christen sofort offene Ohren - und helfende Hände. Das Ergebnis war eine bewegende ökumenisch-weltliche Feier im November 2017.

Es ist vor allem der in der Sache besonders engagierten OB-Büroleiterin Katrin Gerteis zu verdanken, dass die Idee den OB-Wechsel überdauert. Auch André Knapp wird am 17. November eine Ansprache halten. Mit dabei sind Superintendentin Jana Petri, Stadtpfarrerin Kerstin Gommel und der katholische Pfarrer Otto Stöber. Die Suhler Kantorei mit Kantor Philipp Christ, Kirchenkünster Thorsten Röpke sowie Suhler Schüler sorgen für den musikalischen Rahmen und ein würdiges Zeremoniell. Es wird Lieder geben, weltliche und christliche Worte des Gedenkens. Und wie im Vorjahr wird für jeden Verstorbenen eine Kerze entzündet, jede von einem anderen lebenden Menschen. Wenn möglich, wird auch der Name des Verstorbenen genannt - auch dies, um diesen sonst so anonymen Menschen eine öffentliche Zuwendung zu zeigen.

Die Gedenkfeier ist für jedermann offen. Der Eintritt ist natürlich frei. Spenden für die Hospizhilfe sind möglich. Freies Wort unterstützt das Projekt mit einer kostenlosen Traueranzeige. er

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
13:47 Uhr

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