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Suhl/ Zella-Mehlis

Harte Arbeit ist das Erfolgsrezept für 60 glückliche Jahre

60 langstielige rote Rosen hatte sich Hildegard Hengelhaupt von ihrem Georg zur diamantenen Hochzeit gewünscht und auch bekommen. Seit gestern ist das Paar 31.557.600 Minuten verheiratet.



Hildegard und Georg Hengelhaupt haben viele Jahre ihres Ehelebens in ihrer Fleischerei verbracht. Foto: Michael Bauroth
Hildegard und Georg Hengelhaupt haben viele Jahre ihres Ehelebens in ihrer Fleischerei verbracht. Foto: Michael Bauroth  

Zella-Mehlis - Es war der Himmelfahrtstag im Jahr1959, als sich Hildegard und Georg Hengelhaupt zum ersten Mal begegneten. Die junge Frau war mit ihrer Freundin von Albrechts aus nach Oberhof gewandert und hatte auf dem Rückweg im damaligen Gasthaus "Stadt Gotha" Station eingelegt. Ein Glücksfall, denn es funkte bei den jungen Leuten gewaltig. Mit seinem Motorrad, einer 350-er Jawa, besuchte Georg von nun an seine Auserwählte, so oft es ging.

Schon ein dreiviertel Jahr, nachdem sie sich zum ersten Mal gesehen hatten, wurde Hochzeit gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt war bereits das erste Kind unterwegs. Am 30. Januar ließ sich das Paar in Zella-Mehlis standesamtlich und einen Tag später in Albrechts kirchlich trauen. Noch heute erinnern sich die Hengelhaupts, dass es damals sehr viel Eis und Schnee gab. Für die Braut war das besonders hart. Sie hatte ein weißes Petticoat-Kleid und weiße Schuhchen mit Ledersohle. "Auf dem Weg zur Kirche bin ich immer zwei Schritte vorwärts und einen zurück gelaufen", erinnert sie sich.

Gefeiert wurde mit den 20 Gästen daheim. Um das Essen kümmerten sich die Eltern von Hildegards Freundin. Und der Papa sorgte mit seinem Zerrwanst für Unterhaltung. Am Montag nach den Feierlichkeiten nahm sich der frisch gebackene Ehemann noch einen Tag Urlaub. Tags darauf machte er sich zu Fuß auf den Weg von Albrechts nach Zella-Mehlis. Um rechtzeitig zu Arbeitsbeginn in der Fleischerei seines Vaters anzukommen, in der er beschäftigt war, musste er bereits frühs um 2.30 Uhr starten. Weit kam er nicht. Wegen der Glätte kehrte er noch mal um und zog seine Filz-Hausschuhe an, mit denen er nicht so sehr rutschte.

Nach der Geburt von Tochter Gabriele arbeitete auch Ehefrau Hildegard in der Fleischerei Hengelhaupt mit. Noch im gleichen Jahr wurde das Geschäft zur PGH und zwölf Jahre später sogar verstaatlicht. In den folgenden Jahren wurde es sogar ans Fleischkombinat Suhl angeschlossen. Nach der Wende machten sich die Hengelhaupts sofort wieder selbstständig. "Damals haben wir mit einem Mann angefangen. 2002 waren es schon 14 Mitarbeiter", berichtet der Familienvater. Es war das Jahr, in dem Hildegard schwer erkrankte. Deshalb beschloss das Ehepaar, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. Längst ist es vermietet und in guten Händen.

15 Jahre lang hatten die Hengelhaupts keinen Urlaub gemacht. Nun konnten sie endlich vieles nachholen und reisen. Seither waren sie 14 Mal auf der Insel Rügen.

Fragt man sie nach ihrem Erfolgsrezept für ihre glückliche Ehe, dann verraten sie: "Wenn es mal Krawall gab, dann haben wir uns immer zusammengerauft. Und bei uns stand die Arbeit immer im Vordergrund". Zwölf-Stunden-Arbeitstage waren die Regel. Das machte sich bezahlt. Erst waren es Erich Honnecker und Hans Albrecht, die von der Zella-Mehliser Fleischerei beliefert wurden, dann erkor Ministerpräsident Bernhard Vogel die Hengelhaupts zu seiner Lieblingsmetzgerei. Unzählige Auszeichnungen hat das Unternehmen in kürzester Zeit für seine Produkte eingeheimst, die bis in die Schweiz geliefert wurden.

Gestern nun konnte kräftig mit Tochter Gabriele, Sohn Mike sowie den Nachbarn und Freunden das diamantene Ehrenfest gefeiert werden.

Autor

Doreen Fischer
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Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
16:56 Uhr

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Doreen Fischer

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
16:56 Uhr



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