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Suhl/ Zella-Mehlis

"Endlich hat der Wahnsinn in diesem Land ein Gesicht"

Der Wahnsinn - pardon - das Gesicht ist Daniel. Daniel Ebert. Der Suhler Entertainer ist immer für eine Überraschung gut. Aber, dass er als Ministerpräsident kandidiert und die Wahl auch noch annimmt - damit hat selbst der Ex-Amtsinhaber Bodo nicht gerechnet. Zumindest nicht zur "Krisensitzung" beim Politischen Aschermittwoch in Suhl.



Politischer Aschermittwoch Suhl
Daniel Ebert aus Suhl   Foto: Michael Reichel

Suhl - Immerhin ist er es, der Bodo, der von vielen im Congresscenter Suhl (CCS) klatschend und stehend empfangen wird. Ab und an lässt er dabei die rote Socke unterm Revers für die Kameras hervorblitzen. Reden darf er an diesem Abend nicht. Zumindest nicht viel und schon gar nicht von der Bühne. Angesichts der nun seit Wochen andauernden landespolitischen Narretei sind dieses Mal alle Politiker zum Zuhören verdonnert. Und sie müssen sich einiges anhören bei dieser "Krisensitzung" in Suhl. Weniger die Fraktionäre des Suhler Stadtrates. Viel mehr die Landes- und Bundespolitiker. Sie bekommen ordentlich ihr Fett weg. Schräg hinter Bodo, der sonst zum Politischen Aschermittwoch als Egon - mit einem Frankenplan in der Tasche - Einzug in Suhl hält, muss sogar seine Bande beim Fußvolk sitzen. Aber der eigentliche Frankenplan von Bodo und seinem Gefolge interessiert sowieso grad keinen. Der ist eh irgendwie schief gegangen.

25.02.2020 - Politischer Aschermittwoch in Suhl - Foto: Michael Reichel, frankphoto.de

Politischer Aschermittwoch Suhl Suhl
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Politischer Aschermittwoch Suhl Suhl
Politischer Aschermittwoch Suhl Suhl
Politischer Aschermittwoch 2020 Suhl
Politischer Aschermittwoch 2020 Suhl
Politischer Aschermittwoch 2020 Suhl
Politischer Aschermittwoch 2020 Suhl
Politischer Aschermittwoch 2020 Suhl
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"Mit einem Narren an der Spitze tobt der Plenarsaal" singt das Duo "Kalter Kaffee" aus Erfurt in Suhl und meint damit nicht Daniel E., sondern den Karnevalsprinzen Thomas L.. Was der zweite Buchstabe im Vornamen des kurzzeitigsten Landesvaters aller Zeiten bedeuten könnte, fragt Comedian Jonas Greiner den Saal. "Leonard oder Leichtfertigkeit?" Er, der 22-Jährige, hätte keine vier Tage diesen Job unter diesen Voraussetzungen gemacht. Er, der Lauschaer, wäre damit der kürzeste Ministerpräsident aller Zeiten, aber auch der Längste geworden. Mit seinen 2,07 Metern wirkt bei Jonas nicht nur ein Rednerpult winzig. Man stelle sich vor, wie erst mancher Abgeordnete zu ihm aufschauen würde.

Und der größte Comedian Deutschlands hat ja auch interessante und logische Ansätze für das Amt. "Wieviele Friseure braucht man, um eine CDU-Vorsitzende auszuwechseln? Klar, einen! Sagt er  und rechnet vor, wieviele Männer- und Frauenhaarschnitte es wohl für 93.000 Euro Antrittsgeld geben könnte. Dabei sind "93.000 Euro doch Peanuts, wenn es um Marketing für Thüringen seit Erfindung der Rostbratwurst" geht. In Hamburg, wo Jonas jüngst weilte, "wissen plötzlich alle von Thüringen. Hätte man noch vor Kurzem zehn Hamburger gefragt, ob sie Thüringen kennen, hätten neun mit NEIN geantwortet und einer JA und dabei Tübingen gemeint." Tja, "wenn es um Stromtrassen geht, dann interessiert es keinen, dass Thüringen dazwischen liegt. Geht es um Macht, ist das anders", sagt ein 22-Jähriger. Vielleicht weiß er ja, wovon er spricht?

Besser als der Thomas L.? Warum nur hatte der am 5. Februar keinen Schlitz im Rücken. "Dann hätte man ihm wie bei einer Puppe die Hand hineinschieben und sagen können - 'Ich nehme die Wahl nicht an'". Der Wunsch von Daniel E. geht nicht in Erfüllung. Das wissen in Thüringen inzwischen alle. Die Handpuppe Charly aber dankt von der Suhler Bühne herab sogar dem Mike. Charly, inspiriert von Bauchredner Rudi Butkus vom ältesten Suhler Karnevalsverein SCV Ikalla, ist stolz auf den Noch-CDU-Landeschef: "Der hat immerhin erreicht, dass AKK keine Bundeskanzlerin wird." Charly, der im alternden Suhl als Hausmeister im Seniorenheim so manche Klamauke erlebt und erzählt, fordert Bodo auf: "Streng dich an, dann wirst du auch noch Bundeskanzlerin."

Dass diese dann selbst nach Suhl kommt, lässt im roten Suhl - zumindest im großen CCS-Saal - die Menschen triumphieren. Angela - alias Andreas Pflug von der "Arche" aus Erfurt - sichert schließlich unter Beifall dem Bodo zu: "Wenn Sie sich nochmals der Wahl als Ministerpräsident stellen, können Sie der Unterstützung unserer Thüringer Mitglieder sicher sein!" Raunen im Saal. "Vorausgesetzt, Sie werden Mitglied der CDU." Schallendes Lachen im CCS. Angela verabschiedet sich. Sie muss nach Pjöngjang zum Kim Jong Un. Zum Erfahrungsaustausch. Dort könne man immer noch lernen, wie eine Partei das ganze Land regiert. Als kleines Dankeschön will sie Mike mitnehmen. "Aber nur auf dem Hinflug."

Vielleicht ist er - der Mike - aus Furcht vor Angela oder "aus Furcht vorm Volk nicht hergekommen", resümiert Joachim Scheibe - der als Mister Simson und Urgestein des Suhler Carneval Clubs bekannt ist. Der Stuhl des eingeladenen Mike jedenfalls bleibt an diesem Abend im CCS leer. Auch der von Thomas L.. "Die teuersten Plätze", kalkuliert Veranstalter Daniel.

Dann kommt Nils, der Kleine, der im Radio immer wieder Menschen in die Irre führt. Der heißt im wirklichen Leben Oliver Döring und ist ein Suhler Urgestein. 30 Jahre lang ist es her, dass er in Suhl auf der Ikalla-Karnevals-Bühne stand. Jetzt verkündet er offiziell die Bewerbung und die Vorzüge von Daniel E. als Ministerpräsident-Kandidat für Thüringen. Der "wird mit seinen glamourösen Anzügen und seiner schillernden Figur alle anderen Politiker in den Schatten stellen." Und darüber hinaus - sagt Nils/Oliver - dem Bodo zugewandt "hat er doch wohl den klangvolleren Namen". Der Ramelow, so nickt dieser zustimmend, klinge nach "einem besoffenen Kaninchen".

Dann lässt er, der Nils/Oliver, das Publikumsparlament wählen. Den Daniel. Fast einstimmig. Und "endlich hat der Wahnsinn in diesem Land ein Gesicht", sagt der Wahlleiter. Die Antrittsrede von Daniel E. nimmt viele im Saal mit. Politik "hat ein bisschen was von einem Sandkasten." Entweder man baue eine Burg zusammen oder nicht. Was man nicht dürfe, sei doch wohl, den Sandkasten zu zerstören. Wenn "böse Kinder im Sandkasten zu stark geworden sind, dann könnte es auch an Ihnen liegen", sagt Ebert den Politikern im Saal zugewandt. Auch die klatschen schließlich. "Kümmert euch weniger um die AfD, sondern mehr um die Leute, die sie gewählt haben. Das sind nicht alles Nazis", mahnt Daniel von der Bühne.

Zum Schluss gibt es für alle Politiker im Saal Sandkasten-Spielzeug. "Baut damit etwas neues Schönes und lasst nicht zu, dass etwas Schönes zerstört wird", ist die Botschaft des gerade vom Publikum gewählten Gesichtes im Saal. Alle klatschen. Die meisten stehen auf. An diesem Abend gibt es nicht nur für Bodo Ramelow Beifall. Und nicht - wie so oft in den Jahren zuvor - für Joachim Scheibe stehende Ovationen. Auch Daniel Ebert wird dieses Mal so gefeiert.

Autor

Von Cornelia Bauer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 02. 2020
20:19 Uhr

Aktualisiert am:
20. 03. 2020
17:08 Uhr

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Von Cornelia Bauer

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25. 02. 2020
20:19 Uhr

Aktualisiert am:
20. 03. 2020
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