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Suhl/ Zella-Mehlis

Einzigartiges Angebot bringt Interessenten aus der Ferne

Das Staatliche Berufsbildungszentrum auf dem Lautenberg hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Büchsenmacher und Graveure sind nur ein Teil der Ausbildung, wenn auch der bekannteste.



Für die Waffentradition ihrer Stadt interessieren sich schon die kleinsten Suhler, so wie Nick Kröpelin, der sich von den Büchsenmacherschülern Christoph Boltersdorf und Phillipp Gereke (v.l.) ein Gewehr erklären lässt.	Foto: frankphoto.de
Für die Waffentradition ihrer Stadt interessieren sich schon die kleinsten Suhler, so wie Nick Kröpelin, der sich von den Büchsenmacherschülern Christoph Boltersdorf und Phillipp Gereke (v.l.) ein Gewehr erklären lässt. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Es muss schon etwas besonderes sein, wenn sich trotz dramatischer Glatteiswarnung Eltern und deren Nachwuchs aus ganz Deutschland nach Suhl aufmachen. Der Schulteil Lautenberg des Staatlichen Berufsbildungszentrums Suhl/Zella-Mehlis hatte am Samstag zum Tag der offenen Tür eingeladen. Bundesweit bekannt - und einmalig - ist die dort eingegliederte Büchsenmacherfachschule. Nicht minder berühmt ist die Ausbildung der Graveure auf dem Lautenberg.

In Suhl selbst war das Verkehrschaos ausgeblieben und so konnte man schon auf dem Parkplatz Nummernschilder von Potsdam bis München wahrnehmen. 300 Kilometer Autofahrt hatten Bastian Hövel und seine Eltern hinter sich, die aus Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz kamen. Der Abiturient ist weder familiär noch über den Freizeitsport vorbelastet, sondern interessiert sich schlicht für Waffentechnik. Ein Praktikum absolviert er gerade im ältesten Mainzer Waffengeschäft. Eigentlich wollte der Inhaber am Vormittag auch nach Suhl kommen, aber die vereiste Autobahn in Hessen machte einen Strich durch die Rechnung.

"Mir gefällt es sehr gut und ich würde gerne die Ausbildung zum Büchsenmacher absolvieren", sagte Bastian Hövel nach dem ersten Rundgang. Gestandene Lehrer wie Uwe Volk berichteten über die hohen Anforderungen an die Leistungsbereitschaft. Graveurschüler wie Krystian Fauth oder Büchsenmacherschüler wie Frederic Wilhelm erklärten den Besuchern mit Begeisterung, wie ein Tag auf dem Lautenberg abläuft und was man in drei Jahren lernen kann.

Die Besonderheit in Suhl ist, dass junge Menschen den Beruf des Büchsenmachers oder des Graveurs in Vollzeitausbildung - also auch ohne eigenen Lehrbetrieb - erlernen können. Das ist für "Auswärtige" interessant, in deren Heimat es keine Waffenbauer gibt. Dazu kommt das angeschlossene Internat mit 90 Plätzen. Alternativ kann man in Suhl auch preiswert privat wohnen, die Lebenshaltungskosten sind verglichen mit einer Großstadt günstig.

Mehr Bewerber als Plätze

"Wir haben Schüler aus der gesamten Bundesrepublik", berichtete Schulleiterin Ina Stade. Bei den Büchsenmachern können jedes Jahr nur etwa 15 neue aufgenommen werden. 40 bis 50 Bewerbungen gehen aber pro Jahr ein. Nach einem ganztägigen Aufnahmetest mit theoretischem und praktischem Teil wird dann entschieden, wer die begehrte Ausbildung antreten kann. Wer nicht direkt an der Schule angenommen wird, hat natürlich noch die Möglichkeit einer dualen Ausbildung in einem Unternehmen.

Außerdem werden fünf bis sieben Graveurschüler pro Jahr angenommen. Insgesamt 70 Schüler bildet die Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure gegenwärtig aus. Für das kommende Ausbildungsjahr 2016/2017 können die Bewerbungsunterlagen noch bis zum 31. März eingereicht werden. Mindestvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss, besser der Realschulabschluss.

Ohne das berufliche Gymnasium mit den Spezialisierungen Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft wäre die Berufsfachschule nicht denkbar, weil einfach viel zu klein. "Wir machen da auch keine Unterschiede - ob Gymnasium oder Berufsfachschule, für uns sind alle Schüler gleich bedeutend", so der stellvertretende Schulleiter Martin Porrmann. 160 Jugendliche lernen hier für ihr Abitur.

Die Spezialisierung für Soziales und Gesundheit ist dabei in Südthüringen einmalig. Zehn bis zwölf Stunden pro Woche werden der jeweiligen Fachrichtung gewidmet, was viele Vorteile bringt. "Wer Medizin studieren will, der hat ein Drittel des großen Physikums schon bei uns mitbekommen", warb Schulleiterin Ina Stade. Für Studium oder Beruf seien die Schulabgänger viel besser gewappnet. Abstriche werden aber nicht gemacht, so dass mit dem Abitur vom Lautenberg auch jedes andere Studium (eine Berufsausbildung sowieso) begonnen werden kann.

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www.buechsenmacher-ausbildung-suhl.de

www.sbbz-szm.de

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Von Olaf Amm
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Veröffentlicht am:
25. 01. 2016
00:00 Uhr

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Von Olaf Amm

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25. 01. 2016
00:00 Uhr



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