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Suhl

Eine Woche für Zivilcourage und gegen Rechts

Unter dem Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen" beginnt am Samstag in Suhl die Interkulturelle Woche 2019. Sie ist einmal mehr ein tolles Gemeinschaftswerk.



Das Kochduell zog zum Auftakt der Interkulturellen Woche 2018 viele Zuschauer auf den Marktplatz. Foto: frankphoto,de
Das Kochduell zog zum Auftakt der Interkulturellen Woche 2018 viele Zuschauer auf den Marktplatz. Foto: frankphoto,de  

Suhl - Ein ökumenischer Gottesdienst, ein Kochduell, eine Samba-Tanzgruppe und musikalische Begleitung durch JahMafia gehören zur Eröffnungsveranstaltung der Interkulturellen Woche, die am Samstag von 13 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz stattfindet. Organisator ist das Netzwerk für Integration, moderiert wird der Auftakt durch Daniel Ebert. Einmal mehr haben sich zahlreiche Partner hinter dem Motto vereint und gestalten ein buntes Programm bis zum 28. September.

Interkulturelle Woche

Die Interkulturelle Woche beginnt am Samstag, 21. September, von 13 bis 18 Uhr auf dem Suhler Marktplatz mit einem umfangreichen Programm.

13 Uhr Eröffnung

14 bis 15 Uhr Ökumenischer Gottesdienst mit Adelino Massovira

15 Uhr Kochduell.

Aus dem Programm:

21. September, 19 Uhr, musikalische Lesung mit André Herzberg aus den Roman "Was aus uns geworden ist" in der Kulturbaustelle.

22. September, 10 bis 14 Uhr, Fußballturnier "All-Together-Cup" auf dem Sportplatz Haseltal.

25. September, 9 bis 16 Uhr Tag der offenen Tür in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Friedberg.

Das gesamte Programm:

—————

www.suhltrifft.de

 

Involviert ist zum Beispiel das Suhler Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegen Rechtsextremismus. Dessen Mitglieder halten am 21. September an einem eigenen Stand ein Quiz parat. Gemeinsam mit der Stadtbücherei Suhl und dem Stadtjugendring wird es am 24. September um 18.30 Uhr eine Lesung mit Firas Alshater zu seinem Buch "Versteh einer die Deutschen" geben, teilt Bündnis-Sprecherin Jutta Rapp mit. Als syrischer Flüchtling beschreibt Firas Alshater seine Erfahrungen mit den Deutschen. Am 27. September sind ab 19 Uhr Olaf Kirmis und Basel Mouselli im Buchhaus Waniek zu Gast und lesen aus "Notausgang. Ein Flüchtlingsdrama in mehreren Büroakten". Der Eintritt ist zu beiden Veranstaltungen frei.

 

Die Tibor GmbH fasziniert gemeinsam mit dem Internationalen Bund auch dieses Jahr wieder im Rahmen des Auftaktes zur Interkulturellen Woche mit der Beteiligung am Kochduell, einer kleinen internationalen Modenschau und vor allen Dingen mit Märchen aus anderen Kulturen im orientalischen Zelt. Beide Bildungseinrichtungen vermitteln neben anderen interessanten Projekten die deutsche Sprache. Miteinander zu kommunizieren, setzen Sprache an und für sich, so auch das Verstehen und die Neugier voraus. Fähigkeiten, die zum Märchen hören eigentlich wichtig sind.

Ein fremder Klang

Was aber veranlasst die Schüler der Tibor GmbH aus Afghanistan, aus dem Irak, Russland, Ungarn oder Syrien dazu, die Märchen in der eigenen Landessprache vorzulesen?, fragt Hayde Nina Klonz von der Tibor Gesellschaft für Bildung, Beratung und Vermittlung mbH, Bildungszentrum Suhl. "Ergibt das Sinn, wenn die Zuhörer zumeist Deutsche sind? Wir meinen: ja. Aber warum? Abgesehen davon, dass jede Sprache eine ganz eigene Melodie hat, bringt der Vorleser seinen landestypischen Charme sowie seine Vergangenheit und Geschichte mit ein. Die für Deutsche fremdartige Atmosphäre, die farbigen Stoffe und Kissen erinnern an 1000 und eine Nacht", beantwortet sie die Frage selbst. Ob nun die Vorleser so weise und schön wie Scheherazade sein werden, ist nicht klar. Gewiss sei aber, dass die Geschichten aus fernen Ländern den Zuhörer in eine andere, sehr mystische Welt entführen und vielleicht Eltern und Großeltern dazu animieren, ihren Kindern und Enkeln wieder öfter Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen. Denn insbesondere die persischen Märchen sind weich, und im Verlauf der Legenden spüre man eine sanfte, sehr leise und freundliche Melodie des Lebens. Einen Wohlklang, den es in deutschen Märchen eher selten gebe, lädt Hayde N. Klonz zum Zuhören ein.

Doch es gehe nicht nur um die Märchen, führt die Tibor-Sprecherin weiter aus. "Wie wirkt die arabische Kultur in den Märchen aus Tausend und einer Nacht auf uns, nachdem die Menschen aus Tausend und einer Nacht ihrer Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes entflohen sind und ihre Geschichte hier, bei uns in Deutschland, neu beginnt? Ist das der Anfang von neuen spannenden Geschichten, die wir für die Zukunft schreiben?", fragt sie und hofft auf viele Neugierige.

Radio Havanna tritt auf

Am Eröffnungstag, dem 21. September macht auf Einladung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz gegen Rechtsextremismus und des Stadtjugendrings auch die WannWennNichtJetzt-Tour Halt auf dem Markplatz in Suhl. Ab 19 Uhr setzen verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure und Gruppen ein Zeichen gegen Rechtsruck, Rassismus und Antisemitismus. Neben Redebeiträgen und einer Podiumsdiskussion sind Auftritte der Bands Radio Havanna, Gülleschiss und Ravetology angekündigt. "Mit WannWennNichtJetzt wollen wir im Vorfeld der Landtagswahl Menschen zusammenbringen, die sich jeden Tag rechter Hetze entgegenstellen und deutlich machen, dass der öffentliche Raum nicht denen gehört, die unsere Gesellschaft spalten wollen", erklären Thomas Grauel und Philipp Leibling vom hiesigen Organisationsteam.

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
18:28 Uhr

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18. 09. 2019
18:28 Uhr



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