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Suhl/ Zella-Mehlis

Ein gefundener Ring und eine überglückliche Witwe

So eine Freude. Renate Kolb hat den Ring wieder, ohne den sie sich nicht vollständig fühlt. Es ist der Ehering ihres verstorbenen Mannes, den sie neben ihrem trägt. Anfang Januar hatte sie ihn verloren und dann in der Zeitung den Aufruf mit Foto entdeckt.



Renate Kolb ist überglücklich, ihren Ring wieder tragen zu können, den ihr Christian Jacob übergeben hat. Fotos (2): frankphoto.de
Renate Kolb ist überglücklich, ihren Ring wieder tragen zu können, den ihr Christian Jacob übergeben hat. Fotos (2): frankphoto.de   » zu den Bildern

Goldlauter-Heidersbach - Auf dem Gelände des Zentralklinikums ist kürzlich ein Ring gefunden worden. Ein Ehering, in dem das Datum 14.8.1959 sowie die Initialen RH graviert sind. Das passiert. Und das ist nicht die Sensation, die Nachrichtenkanäle beherrschen würde. Könnte man jedenfalls denken.

In diesem Fall aber hat ein Ring viele und Vieles bewegt. Dies auch vor dem Hintergrund, dass das eingravierte Datum vermuten ließ, dass das Paar in diesem Jahr diamantene Hochzeit feiert. Das aber ist ihm nicht vergönnt. Jener Mann, der den Ring getragen hat, ist vor knapp zwei Jahren gestorben. Seitdem trägt seine Witwe den Ring. Und nun hatte sie ihn verloren. Das hat sie unendlich traurig gemacht. "Als ich in Freies Wort gelesen hatte, dass beim Klinikum ein Ehering gefunden worden ist, habe ich so gedacht: Ach Mensch, da hat noch jemand seinen Ring verloren. Aber dann war klar, dass das der Ring meines verstorbenen Mannes ist. Da konnte ich nicht anders und musste heulen", sagt Renate Kolb. Am Dienstag hat Christian Jacob, Sprecher des Suhler Zentralklinikums, ihr den Ring übergeben - etwas aufpoliert und mit einem Kettchen versehen, damit sie ihn nicht wieder verliert. Renate Kolb ist überglücklich und strahlt. "Wenn ich den Ring meines Mannes Greto trage, habe ich das Gefühl, dass er bei mir ist."

Sie, die im vergangenen Monat 80 Jahre alt geworden ist, hält das goldene Stück in den Händen, als wäre es zerbrechliches Porzellan. So viele Erinnerungen werden wach. Zum Beispiel an ihre Verlobung. Mit ihrer Jawa sind Renate Happ und Greto Kolb in den Harz gefahren und wollten sich ganz romantisch verloben. "Da mein Mann einen etwas ungewöhnlichen Vornamen hatte, dachten die Leute im Hotel, dass eine Grete und eine Renate gebucht hätten. Für zwei Frauen hätte es ein Doppelzimmer gegeben, aber für ein unverheiratetes Paar war das unmöglich", erinnert sich Renate Kolb. Da hatte nur geholfen, die Verlobungsringe anzustecken - ganz unromantisch auf dem Hotel-Flur. Das war am 14. August 1959.

Diamantene Verlobung

Damit ist klar, dass es sich bei dem eingravierten Datum nicht um das Hochzeitsdatum handelt. Renate und Greto Kolb hätten also in diesem Jahr diamantene Verlobung gefeiert. Auch wenn das Schicksal dieses Jubiläum den beiden nicht zugestanden hat - Renate Kolb ist dankbar für die Zeit, die beide miteinander hatten. Zu den Begrüßungen und Verabschiedungen der Urlauber gab es früher in Goldlauter immer Tanzabende. Da hatte es gefunkt. Einige Jahre nach der Hochzeit 1961 haben die beiden ihr Haus gebaut in der Langen Lauter - von 1974 bis 1978. "Jeden Stein hatten wir in der Hand gehabt. Das schweißt zusammen, genauso wie unsere Tochter und deren Familie. Wir haben eine gute Zeit gehabt. Und wir haben sie immer noch." Renate Kolb schaut wieder und wieder zu dem Ring an ihrem Mittelfinger, ohne den sie sich so leer gefühlt hatte, streicht über ihn, ist glücklich. Und dankbar für all die Menschen, die so viel bewegt haben, um sie ausfindig zu machen und die mit ihr gefiebert haben. Dankbar ist sie vor allem auch der Finderin, die den Ring beim Klinikum gefunden und ihn dort auch abgegeben hatte.

Autor

Heike Hüchtemann
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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
10:32 Uhr

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Heike Hüchtemann

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
10:32 Uhr



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