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Suhl

"Diese Linie braucht man einfach"

Die Diskussion um die Buslinie B reißt nicht ab. Doch nicht nur Kommunalpolitiker machen sie zum Thema. Vor allem für die, die Busse täglich nutzen, gibt es noch unbeantwortete Fragen.



Die Viertklässler der Grundschule Martin Luther nutzen regelmäßig den Bus der Linie B, um nach Suhl zur Fahrradausbildung zu fahren. Auch die Mitschüler anderer Klassen sowie die Schüler der Regelschule sind auf den angewiesen, wenn sie nach Suhl wollen. Fotos (2): frankphoto.de
Die Viertklässler der Grundschule Martin Luther nutzen regelmäßig den Bus der Linie B, um nach Suhl zur Fahrradausbildung zu fahren. Auch die Mitschüler anderer Klassen sowie die Schüler der Regelschule sind auf den angewiesen, wenn sie nach Suhl wollen. Fotos (2): frankphoto.de   » zu den Bildern

Zella-Mehlis - Busfahrer Ralf Schlegelmilch hat schon viel gehört. In letzter Zeit drehen sich die Gespräche seiner Fahrgäste vor allem um die Zukunft der Buslinie B zwischen Suhl und Zella-Mehlis. Aus Erfahrung weiß der Busfahrer, dass jeden Morgen vor allem Berufspendler und Schüler einsteigen. Und zwar in beide Richtungen. "Das ist eine wichtige Linie für den Austausch zwischen Suhl und Zella-Mehlis", sagt der Busfahrer. Die von der Landrätin gekündigte Vereinbarung und die damit fehlenden Zuschüsse seien auf jeden Fall Thema unter den Menschen, die täglich Bus fahren. "Was ich so gehört habe, das möchte ich lieber nicht alles wiederholen", sagt er. Denn offensichtlich erhitzt das Thema die Gemüter.

Eine Frage brennt den Fahrgästen im Bus der Linie B unter den Nägeln: Wird der Bus, mit dem sie täglich unterwegs sind, noch fahren? Das ist ihnen offensichtlich in der ganzen Diskussion noch nicht ausreichend beantwortet.

Jeden Tag wird gependelt

"Ich habe gehört, dass der Bus nicht mehr fahren soll", berichtet Alexander Bolšutkin von den Gerüchten, die im Umlauf sind. Er fährt täglich mit dem Bus von Zella-Mehlis nach Suhl. Der Auszubildende zum Sozialbetreuer hat eine Monatskarte und ist auf den Bus angewiesen. "Es ist die wichtigste Verbindung nach Suhl als nächstgrößere Stadt. Die Verbindung nach Meiningen ist viel schlimmer", sagt er. Wenn der Bus nicht mehr fahren würde, wüsste er nicht, wie er zu seiner Ausbildungsstelle kommen sollte. "Vielleicht geht das mit dem Zug?", fragt er sich.

Judia Schner, die in Suhl-Nord zusteigt, ist auch Berufspendlerin. Zwei Arbeitsstellen hat sie. Eine davon liegt in Zella-Mehlis. "Zum Arbeiten fahre ich bis zur Haltestelle am A71-Center und laufe dann. Der Bus ist immer voll und viele Schüler vom Berufsbildungscenter fahren mit", hat sie im Laufe der Zeit beobachtet.

An der Haltestelle der Lutherschule steigt regelmäßig auch eine ganze Klasse ein. Die Grundschüler fahren mit ihren Lehrern zur Fahrradausbildung nach Suhl, die Regelschüler zum Unterricht an der Suhler Sternwarte. Ramona Kipping, die eine Tochter in der vierten Klasse hat, begleitet zusätzlich die Klasse an diesem Tag. "Ich bin früher mit dem Bus zur Berufsschule gefahren", erinnert sie sich. Für die Jugendlichen sei der Bus eine Anbindung, um mal ins Kino oder zu Veranstaltungen im CCS zu kommen. "Für die Schulklassen ist es besonders wichtig, wie kommen sie sonst zum Fahrradunterricht?", fragt sie.

Wichtig für Urlauber

Auch Birgit Horn-Kolditz aus Leipzig steigt dieser Tage regelmäßig in die Linie B nach Suhl, wo der Archivtag stattfindet. Die Archivarin aus Leipzig ist in einem Hotel in Zella-Mehlis untergebracht. "Für Touristen und Gäste ist das ein wichtiger Bus. Wer ohne Auto zu Besuch hier ist, der will ja auch was erleben und nicht nur zu Fuß unterwegs sein. Der Bus ist eine Alternative zum Auto, aber wer soll den nutzen, wenn der Bus immer mehr eingeschränkt wird", spricht sie die touristische Seite an.

Selbst wer nur sporadisch Bus fährt, wie es Catrin Hirn aus Zella-Mehlis tut, hat eine Meinung: "Die Linie braucht man einfach. Es ist der falsche Weg, den Bus zu kürzen. Das kann ich nicht nachvollziehen".

Die Linie B ist aus dem Fahrplan nicht wegzudenken. "Die Verbindung zwischen Suhl und Zella-Mehlis gibt es seit DDR-Zeiten, damals noch von Albrechts nach Zella-Mehlis", berichtet SNG-Geschäftsführer Eberhard Smolka aus der Geschichte. Rund 2000 Nutzer sind heute laut seinen Angaben täglich in beide Richtungen unterwegs. Vor allem am Morgen, in der Mittagszeit und am Nachmittag nutzen Pendler das Angebot und auch die Schüler aus dem Köhlersgehäu, bestätigt er. Dabei bedient der Bus auch die Haltestellen, die der Regionalbus nicht anfährt.

Keine Pläne für Änderung

Dass politische Diskussionen auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden, kann der Geschäftsführer nicht verstehen. Pläne für Veränderungen im Angebot gibt es bisher nicht, verspricht er: "Ich gehe davon aus, dass der Bus auch nach dem 1. Januar noch fährt. Wir sind uns im Aufsichtsrat einig, dass wir das Angebot aufrechterhalten."

Autor

Linda Münzel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 09. 2019
00:00 Uhr

Aktualisiert am:
21. 09. 2019
07:56 Uhr

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Autor

Linda Münzel

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Veröffentlicht am:
21. 09. 2019
00:00 Uhr

Aktualisiert am:
21. 09. 2019
07:56 Uhr



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