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Suhl/ Zella-Mehlis

Bedrohungsszenario gegen Zeugen in Suhler Flüchtlingsheim

Erneut eskalierte am Donnerstag die Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Friedberg. Nach der Massenschlägerei vor einer Woche sind nun Zeugen angegriffen und bedroht worden.



Suhl - Wieder mussten Polizei- und Rettungskräfte zum Einsatz auf den Friedberg ausrücken. Donnerstagmittag gab es in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) erneut Auseinandersetzungen. Diese stehen offensichtlich im direkten Zusammenhang mit der Massenschlägerei, die es Donnerstag vor Ostern gab. Hier war die Gewalt zwischen insgesamt etwa 50 Bewohnern der EAE eskaliert. Es gab sieben Verletzte. Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen und die Forderung nach Konsequenzen wurde lauter.

Nun, eine Woche später, kochen wieder Unruhen in der Erstaufnahmeeinrichtung hoch. Offensichtlich hatten mehrere Menschen, die nicht in der EAE leben und aus dem Suhler Stadtgebiet kommen, versucht, in das Heim einzudringen. Ziel sei augenscheinlich gewesen, diejenigen zu bedrohen, die nach der Gewalteskalation am Gründonnerstag als Zeugen zu den Tathergängen befragt worden seien, sagt Michael Hasenbeck, der Leiter der EAE, auf Anfrage von Freies Wort . Es habe ein ganz klares Bedrohungsszenario gegen jene Zeugen, die auch Opfer der Gewalteskalation an Gründonnerstag gewesen seien, gegeben. Die am Donnerstag Unruhe gestiftet haben, seien Gewalttäter und Kriminelle, die nun auch entsprechend verfolgt würden. Wie Michael Hasenbeck am Nachmittag sagte, habe die Situation dank des besonnenen Handels der Mitarbeiter des Wachdienstes und des raschen Einsatzes der Polizei schnell unter Kontrolle gebracht werden können. Es habe während des Handgemenges auch Verletzte gegeben, die entsprechend versorgt werden mussten. Noch sind die Ermittlungen zu der Schlägerei vor Ostern nicht abgeschlossen und schon muss das nächste Verfahren eingeleitet werden.

Wie Polizeisprecherin Julia Kohl bestätigte, seien zu den Suhler Einsatzkräften auch Bereitschaftspolizisten aus Erfurt angefordert worden. Nach ersten Erkenntnissen seien an der Auseinandersetzung am Donnerstag sieben Menschen unterschiedlicher Nationalitäten beteiligt gewesen. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlung aufgenommen.

Der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung erwarte nun, dass alles dafür getan werde, dass Ruhe und Ordnung im Flüchtlingsheim wiederhergestellt werden können. "Unser Ziel ist es, die friedlichen Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung von derartigen Übergriffen einzelner Gewalttäter zu schützen."Michael Hasenbeck hatte jüngst angekündigt, die Belegung der für mehr als 1000 Geflüchtete vorgesehene Einrichtung auf eine Kapazität von etwa 300 zu reduzieren. Vor allem Familien mit Kindern sollten künftig besser vor Gewaltausbrüchen geschützt werden. Bundestagsabgeordneter Mark Hauptmann machte kürzlich erneut die Forderung auf, die EAE zu schließen, solange es keine Abschiebehaftplätze zur sicheren Verwahrung von Straftätern gäbe. Bereits vor gut drei Wochen kam es zu einem Großeinsatz, als sich EAE-Bewohner der Corona-Quarantäne widersetzten. Diese wurden bereits verlegt.

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Heike Hüchtemann
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Veröffentlicht am:
16. 04. 2020
16:06 Uhr

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Heike Hüchtemann

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16. 04. 2020
16:06 Uhr



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