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Suhl

Ausstellung rückt das Thema Inklusion in den Blick

Eine Schau zum Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung wird im Neuen Rathaus gezeigt. Sie soll auch Anlass für Begegnung und Gespräche sein.



Gerd Miedthank (Zweiter von rechts) vom Verein Sozialdenker eröffnete die Ausstellung "Inklusion im Blick" im Foyer des Neuen Rathauses.	Foto: frankphoto.de
Gerd Miedthank (Zweiter von rechts) vom Verein Sozialdenker eröffnete die Ausstellung "Inklusion im Blick" im Foyer des Neuen Rathauses. Foto: frankphoto.de   Foto: frankphoto.de

Suhl - Eine besondere Ausstellung ist derzeit im Foyer des Neuen Rathauses zu sehen. Hier macht nämlich Deutschlands erste inklusive Wanderausstellung Station. Die Schau mit dem Titel "Inklusion im Blick" zeigt Werke zum Thema Inklusion, zum Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung. Gleichzeitig thematisiert sie Hindernisse dieses Zusammenlebens und regt zum Nachdenken über den eigenen Beitrag zur Inklusion an.

Aktfotografien von Contergan geschädigten Frauen und Männern, die mal offensichtlich, mal erst auf den zweiten oder dritten Blick als Menschen mit Behinderung wahrzunehmen sind. Eine Collage aus schwarzen und weißen Feldern mit Piktogrammen von Jungen, Mädchen und Kinderwagen, aus dem die des Rollstuhlfahrers aus dem Rahmen fallen. Eine Digitalcollage mit Leitern, die nach oben führen, aber aufgrund fehlender Sprossen nicht zu erklimmen sind. Ein Text mit Zitaten zu "Barrieren im Kopf". Ein Auszug aus der UN-Behindertenrechtskonvention. Es sind ganz unterschiedliche Exponate, die gezeigt werden.

Aufmerksamkeit schaffen

Es gehe darum, zum Nachdenken anzuregen, meint Gerd Miedthank vom Verein Sozialdenker, der die Ausstellung konzipiert hat. "Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen, unabhängig davon, ob er eine Behinderung hat oder nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und wichtig für die Gesellschaft", sagte der Vereinschef zur Eröffnung der Schau am Dienstag. Auf das Thema Inklusion aufmerksam zu machen, sei ein Anliegen der Ausstellung, die durch ganz Deutschland tourt, und nun bis zum 24. Oktober in Suhl weilt.

Dass die inklusive Schau nach Thüringen gekommen ist, hat Joachim Leibiger in die Wege geleitet. Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung hält sie für einen guten Anlass zum Austausch über das Thema Inklusion. Dafür bestehe auch zehn Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hierzulande noch Bedarf. "Gesellschaftliche Prozesse wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung werden nicht von heute auf morgen umgesetzt. Im Bewusstsein der Menschen ist noch einiges zu tun", so Joachim Leibiger.

Anlässe zu schaffen, um Barrieren in den Köpfen durch Begegnungen und Gespräche abzubauen, sehen das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft und das Awo Bildungswerk Thüringen als eine Aufgabe der Ausstellung. Die Träger konzipierten auch ein pädagogisches Programm rund um die Ausstellung. In Suhl wird beispielsweise am 24. Oktober der Film "NoBody‘s perfect" über die Contergan geschädigten Aktmodelle und ihre Geschichten gezeigt.

Film und App zur Schau

Nicht zuletzt wegen des Bildungsanliegens das hinter "Inklusion im Blick" steht, ist Bürgermeister Jan Turczynski stolz, dass die Wanderausstellung nach Eisenach, Gera und Sömmerda nun in Suhl Station mache. Sie biete die Möglichkeit, genau hinzuschauen, wo Inklusion für einen selbst beginne, und darüber nachzudenken, wie diese umgesetzt werde.

Die Ausstellung selbst ist inklusiv, bietet eine Übersetzung der Texttafeln in Gebärdensprache und ist mit Hilfe einer App sowie einer Audioführung für alle besuchbar. cbe

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
17:06 Uhr

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02. 10. 2019
17:06 Uhr



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