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Sonneberg/Neuhaus

Virus grassiert in Wohnanlage für Senioren

Erstmalig in Südthüringen sind die Bewohner einer Seniorenwohnanlage von der Verbreitung des Coronavirus betroffen. Vier Mitarbeiter und zehn Mieter einer Einrichtung im Landkreis Sonneberg haben sich infiziert.



Coronavirus-Test
Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Corona-Testabstrich in der Hand.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Sonneberg - Einen Sprung von 62 auf 73 Sars-CoV-2-Infektionen meldete am späten Dienstagnachmittag das Landratsamt. Der Aufwuchs um geht auf die Verbreitung des Virus in einer Seniorenwohnanlage zurück, dort wurden 14 Männer und Frauen positiv getestet. Zwei Bewohner und einen Mitarbeiter als Verdachtsfall hatte man bereits auf dem Schirm. Als dann am 19. April sich vorsorglich alle 37 Mieter - ein Teil von ihnen ist als Demenzerkrankter oder Dialysepatient pflegebedürftig - und die 25 Beschäftigten sich einem Abstrich unterzogen, bestätigte sich zwei Tage darauf die Verbreitung im nunmehr mitgeteiltem Ausmaß.

Um welches Heim im Landkreis es sich handelt, dazu hält sich der Krisenstab des Kreises bedeckt. Unbestätigten Informationen an Freies Wort zufolge soll es sich aber um eine Anlage im Sonneberger Stadtgebiet handeln. Die vier infizierten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die zehn betroffenen Senioren sind zwischen 64 und 89 Jahre alt, einer wird im Krankenhaus behandelt. "Aktuell zeigen die übrigen infizierten Hausbewohner sowie die betroffenen Mitarbeiter keine Symptome", so Landkreissprecher Michael Volk. Die Mieter werden in ihren Zimmern nun soweit möglich isoliert und unter entsprechenden Schutzmaßnahmen versorgt. "Alle weiteren Testungen erbrachten bisher keinen Labornachweis auf eine Corona-Infektion. Die Ursache des Ausbruchs ist derzeit ungeklärt."

Das Gesundheitsamt stehe in intensivem Kontakt mit der Einrichtung, heißt es. Dieses hat gemäß der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts Vollschutz fürs Personal während der Betreuung verfügt. Die Bewohner tragen Mund-Nasen-Schutz, sobald ein Mitarbeiter den Raum betritt und sie sind angehalten, die Einrichtung vorerst nicht zu verlassen. Mahlzeiten werden auf die Zimmer gebracht, ein Aufenthalt in Gemeinschaftsräumen ist untersagt.

Alle Bewohner und alle Beschäftigten werden nun zweimal wöchentlich getestet, um die Infektionsverläufe in der Einrichtung nachweisen und weitere Maßnahmen treffen zu können, so das Landratsamt weiter.

Sonnebergs Bürgermeister Heiko Voigt zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen: "Den Bewohnern und Beschäftigten der Anlage wünsche ich von Herzen alles Gute und vor allem baldige und völlige Genesung. In dieser Situation wird klar, wie zerbrechlich die derzeit vermeintlich stabile Situation ist. Von einem Moment auf den anderen erhöht sich die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis von 62 auf 73 Mitbürger."

Von daher könne er nur appellieren: "Noch ist die Pandemie nicht überstanden - im Gegenteil. Wir müssen umsichtig bleiben." Abstand zu halten, Kontakte zu Mitmenschen zu meiden gehöre neben Handhygiene und der Mund-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu den notwendigen Erfordernissen, so Voigt. anb

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
18:22 Uhr

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21. 04. 2020
18:22 Uhr



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