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Sonneberg/Neuhaus

Unter 790 Tests in der Region waren bisher 57 positiv

Drei Neuinfektionen mit dem Covid-19-Virus meldet das Sonneberger Landratsamt am Donnerstag. Die Zahl der Betroffenen steigt auf insgesamt 57.



Sonneberg - Im Landkreis gab es am Donnerstag drei neue Corona-Fälle, teilt das Landratsamt mit. Die Gesamtzahl erhöhe sich somit auf 57 Infizierte. "Unter den Betroffenen sind zwei Frauen, die nachweislich Kontakt zu coronapositiven Menschen hatten", heißt es in der Mitteilung. Die Frau Mitte achtzig werde momentan stationär in einem Klinikum außerhalb des Kreisgebiets isoliert behandelt. Die zweite Patientin sei Ende siebzig und befinde sich in häuslicher Quarantäne. Beide seien in einer guten gesundheitlichen Verfassung. Zudem habe sich eine Frau Anfang 80 mit dem Virus angesteckt. Auch sie wird derzeit stationär gesondert behandelt. Ferner leide die Infizierte an Vorerkrankungen, ihr Gesundheitszustand sei jedoch stabil. Das Gesundheitsamt hat die Kontaktnachverfolgung aufgenommen, um mögliche Ansteckungszusammenhänge vollständig erfassen zu können. Gegebenenfalls würden erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen eingeleitet, teilt die Behörde mit.

Insgesamt 790 Menschen sind seit Beginn der Pandemie im Landkreis auf das SARS-CoV-2-Virus getestet worden, darunter 57 positiv. Ein Mann ist verstorben. Allerdings gelten auch 29 Patienten als genesen.

Beauftragt mit den Tests wurde durch das Gesundheitsamt des Landkreises die mobile Abstrichstelle des DRK-Kreisverbandes, bestätigt Vorsitzender Andy Söllner. Diese bestehe aus zwei Einsatzfahrzeugen und drei Einsatzkräften. Zum Einsatz kommen ein Einsatzleitwagen (ELW) und ein Mannschaftstransportwagen (MTW). "Der Innenraum des MTW wurde extra für diese Zwecke in Eigenregie umgerüstet und ausgestattet", erläutert Söllner. Mit dabei sind stets drei Einsatzkräfte: ein Arzt, welcher die Abstriche vornimmt, ein Assistent, der die Proben verpackt, und eine weitere Unterstützungskraft, die die anliegenden Schreibarbeiten, wie beispielsweise die Laborscheine, erledigt. Einfach ist die Arbeit nicht, denn Arzt und Assistent haben direkten Kontakt zu den Testpersonen und arbeiten unter Schutzanzug und Atemschutzvollmaske. "Dies ist bei hohen Außentemperaturen eine ziemlich anstrengende Angelegenheit", betont der Kreisvorsitzende. Die "Mobile Abstrichstelle" werde in erster Linie im eigenen Landkreis eingesetzt. Kürzlich halfen die Sonneberger im Nachbarlandkreis Hildburghausen aus. Die Amtshilfe stieß vor Ort auf eine positive Resonanz der zu testenden Personen, weiß Söllner. Sind die Tests abgeschlossen, werden die Proben an ein Labor in Heidelberg weitergeleitet. Mit einem Logistikfahrzeug des Kreisverbandes werden die Proben nach Heidelberg geschafft. Die Befunde der dort ausgewerteten Proben werden dann schnellstmöglichst an die zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet. "Je nach Befund werden weitere Schritte eingeleitet", schildert Söllner.

Das Landratsamt bezifferte am Mittwoch die aktiven Infektionen auf insgesamt 24, wobei noch etwa 25 Testergebnisse ausstehend. Das durchschnittliche Alter der positiv getesteten Personen beträgt nach Angabe der Behörde 49,7 Jahre. Davon sind 22 Prozent zwischen 15 und 34 Jahren und 46 Prozent zwischen 35 und 59 Jahren. 24 Prozent befinden sich in einem Alter von 60 bis 79 Jahren und sechs Prozent der coronapositiv Getesteten sind älter als 80 Jahre. "Das berechnete Durchschnittsalter deckt sich mit dem Deutschlands, welches bei 50 Jahren liegt", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung aus dem Landratsamt. Zudem sei kein großer Unterschied bei dem prozentualen Anteil der Geschlechter festzustellen. 46 Prozent der getesteten Personen im Landkreis sind weiblich und 54 Prozent männlich, wohingegen in Deutschland 52 Prozent auf den Coronavirus positiv getestete Personen weiblich und 48 Prozent männlich sind.

Kurzzeitige Prognose

Derweil bleibt man im Umgang mit den Zahlen in der Behörde vorsichtig. "Gewonnene Daten können Kurzzeitprognosen ermöglichen, die zur Entscheidungsfindung eines realistischen Zeitplans einer schrittweisen ‚Normalisierung‘ durch klare Maßnahmen beitragen", betont Landkreismitarbeiterin Julia Thomae.

Bis zu weiteren Beschlüssen des Landes gelte die "Thüringer Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 vom 9. April" und der dazu analog erlassene Bußgeldkatalog. Verstöße gegen die Rechtsbestimmungen des Landkreises und des Freistaates würden als Straftat oder Ordnungswidrigkeit streng geahndet. Das Rechts- und Ordnungsamt habe in Zusammenarbeit mit der Polizei bisher 135 Verfahren eingeleitet. Darunter befänden sich auch Wiederholungstäter.

Ein schrittweiser Übergang in den Normalzustand des öffentlichen Lebens, wie am Mittwoch durch die Landesregierung in Aussicht gestellt, könne nur erfolgen, wenn die Schutzmaßnahmen eingehalten und bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Laut der Leopoldina-Studie seien dafür einige Maßnahmen erforderlich: "Ein stabiles niedriges Niveau bei Neuinfektionen halten, eine Überlastung des Gesundheitssystems vorbeugen, ergo Aufbau der notwendigen klinischen Reservekapazitäten und die Wiederaufnahme der regulären Versorgung anderer Patienten sowie die Identifikation von Infizierten und die disziplinierte Einhaltung der verordneten Schutzmaßnahmen wie Hygiene- und Verhaltensregeln", heißt es aus dem Landratsamt. ts

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Veröffentlicht am:
16. 04. 2020
18:58 Uhr

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16. 04. 2020
18:58 Uhr



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