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Sonneberg/Neuhaus

Neuer Erfurt-Express kommt wirklich - in dreieinhalb Jahren

Umsteigefrei in einer Stunde von Sonneberg nach Erfurt: Das wird ab Ende 2023 Bahn-Realität.



Erfurt/Sonneberg - Sonneberg nach vielen Jahrzehnten wieder direkt per Bahn an Erfurt anbinden, und zwar über die neue ICE-Trasse: Die Idee kursierte bereits im vergangenen Jahr. Dass sie aber auch vom Freistaat Thüringen mit unterstützt und damit in dreieinhalb Jahren Realität wird, war doch eine überraschende Neuigkeit.

Die neue Expressverbindung nach Erfurt war im vorigen Jahr auf Anregung Bayerns zunächst nur als optionale Variante in die Ausschreibung aufgenommen worden. Die Bayern wollten die Chance für einen besseren Bahnanschluss Coburgs an den ICE-Knoten Erfurt ergreifen. Thüringen hatte das eher gleichgültig bis widerwillig akzeptiert. Seit Jahren betonten die hiesigen Landesregierungen immer, Regionalverkehr auf der ICE-Trasse sei weder nötig noch finanzierbar, auch weil es südlich von Erfurt keinen weiteren Thüringer Bahnhof gibt. Der einstmals vorgesehene Haltepunkt bei Ilmenau fiel der Abschaffung der Interregio-Züge zum Opfer, ein Umbau des jetzigen Überholbahnhofs zum Regionalhalt samt Bahnsteigen wäre technisch möglich, aber teuer.

Auch bei der Ausschreibung des Franken-Südthüringen-Netzes im vergangenen Jahr hatte es zunächst geheißen, beide Bundesländer würden nur dann RE-Verkehr bestellen, wenn die Deutsche Bahn bei der Zahl der ICE-Verbindungen mit Halt in Coburg geizt. Sprich, wenn sonst die Verbindung zwischen dem ICE-Knoten Erfurt und dem Ausnahms-ICDE-Halt Coburgs insgesamt gefährdet gewesen wäre.

"Die Auftraggeber gehen davon aus, dass die DB Fernverkehr AG die derzeitigen Fernverkehrsleistungen mindestens im derzeitigen Umfang beibehält", heißt es nun vorsichtig optimistisch in der Mitteilung des Thüringer Verkehrsministers Benjamin-Immanuel Hoff.

Während der Regionalverkehr von den beteiligten Ländern bestellt und bezahlt wird, betreibt die DB ihren ICE-Verkehr auf eigene Rechnung und entscheidet über das Angebot autonom. Bisher stoppen die ICE zwischen Erfurt und Bamberg vier Mal pro Tag und Richtung in Coburg. Zusammen mit den neuen RE gibt es also ab Ende 2023 zwischen Coburg und Erfurt einen Zwei-Stunden-Takt mit neun Verbindungen pro Tag und Richtung, von denen aber nur fünf auch Sonneberg umsteigefrei bedienen. Anders als Sonneberg ist Coburg durch eine Abzweigstrecke direkt an die ICE-Trasse Erfurt-Nürnberg angeschlossen.

"Ein Gewinn für alle Fahrgäste, besonders aus Bayern und Thüringen", kommentierte Hoff das neue Zug-Paket. Die DB Regio hatte sich in der gemeinsamen thüringisch-bayerischen Ausschreibung gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt. Ab Dezember 2023 sind von ihr im Netz Franken-Südthüringen Hoff zufolge jährlich rund 5,7 Millionen Zugkilometer zu erbringen, davon 5,1 Millionen in Bayern und 600 000 in Thüringen.

Mit 190 durch die Tunnel

Das Konzept von DB-Regio sieht für den Erfurt-Express vier- und sechsteilige Doppelstock-Triebzüge mit bis zu 600 Sitzplätzen samt Ertüchtigung für die Tunnel und die digitale Signaltechnik ETCS vor. Die druckfesten Züge können also auch mit Tempo 190 einem ICE mit Tempo 300 im Tunnel ohne Probleme begegnen.

Zudem verkehrt ab 2023 ausgehend vom Anschlussknoten Nürnberg zur halben Stunde ein stündlicher Regional-Express nach Saalfeld. Die heutige FTX-Verbindung Nürnberg-Kronach-Saalfeld - Jena -Leipzig wird dann durch die neue IC-Linie 61 bedient. Jede zweite Stunde fährt bis Bamberg ein Zugteil mit, der von dort dann über Schweinfurt nach Würzburg abzweigt.

Die hiesige RE-Linie Nürnberg- Coburg-Sonneberg/Erfurt fährt dann um 30 Minuten versetzt zu dieser Linie. Nördlich von Bamberg nutzten diese Sonneberger Züge die als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 vor gut zwei Jahren eröffnete Neubaustrecke. Dort geht es um viele Minuten flotter zu als auf der langsameren klassischen Strecke über Lichtenfels. er

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Veröffentlicht am:
02. 05. 2020
08:53 Uhr

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02. 05. 2020
08:53 Uhr



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