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Sonneberg/Neuhaus

Lockdown wird zum Knockout für die Wirtschaft

Von einem ernsthaft gefährdeten Standort spricht die Industrie- und Handelskammer Südthüringen mit Blick auf den Landkreis Sonneberg. Der Konjunkturbericht für den Herbst 2020 offenbart, wie stark die hiesige Wirtschaft von den Corona-Auswirkungen gebeutelt ist.



Suhl/Sonneberg - "Jedes dritte Unternehmen im Landkreis Sonneberg macht in diesen Tagen Verlust. Nirgendwo sonst in Südthüringen haben sich die Auswirkungen des Frühjahr-Lockdowns stärker und greifbarer ausgewirkt als hier in diesem Landkreis. Nicht alle Unternehmen werden erneute Einschränkungen überleben." So alarmierend lautete die am Montag veröffentlichte Zusammenfassung des Konjunkturberichts für den Herbst 2020, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen für den Landkreis Sonneberg vorlegt.

Zur Basis der Umfrage

Basis der Angaben ist eine repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die im September 2020 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 27.500 Mitgliedsunternehmen gehören auch rund 4100 Unternehmen aus dem Landkreis Sonneberg. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 1700 Dienstleister mit 7000 Beschäftigten, gefolgt von 1100 Handelsunternehmen mit 2000 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Sonneberg 470 Unternehmen mit 9400 Beschäftigten.

 

Zum Zeitpunkt der Umfrage im September 2020 bewertete gerade einmal jedes fünfte Unternehmen die Geschäftslage als gut. Weitere 47 Prozent bezeichneten die Lage als saisonüblich oder befriedigend; für 33 Prozent war sie schlecht. Der Ausblick auf die nächsten Monate gibt wenig Anlass zum Optimismus: 14 Prozent erwarten bessere, doch 35 schlechtere Geschäfte. 51 Prozent gehen von keiner Veränderung aus, was auch nicht unbedingt verheißend ist. Aus diesen Angaben berechnet die IHK Südthüringen ihren Konjunkturklimaindikator. Er erreicht 83,1 Punkte, 17 Punkte weniger als vor einem Jahr. Maximal 200 Punkte sind möglich.

 

Dramatisch schlecht

In Folge des Lockdowns im Frühjahr und der noch immer nachwirkenden Beschränkungen im In- und Ausland hat sich für 58 Prozent der Unternehmen die Ertragslage verschlechtert, teilt die Kammer mit. Nur acht Prozent verbuchten Verbesserungen. Dies habe zur Folge, dass 33 Prozent der Unternehmen Verluste ausweisen, nur 24 Prozent erzielen noch Gewinne.

Die Schlussfolgerung der Unternehmer-Vertretung: In keinem anderen Landkreis Südthüringens ergeben sich derartig dramatische Werte.

"Die auf den Weg gebrachte außerordentliche Wirtschaftshilfe scheint auskömmlich zu sein. Sie muss bis Mitte Dezember verfügbar sein und unbürokratisch bereitgestellt werden. Nur dann haben Unternehmen, die von den Schließungen direkt oder indirekt betroffen sind, eine wirkliche Chance, das Jahresende zu überstehen", erklärt Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Dauerhafter Einbruch?

Bereits ohne die aktuellen Beschlüsse zeigen die Umfrageergebnisse eine schwache Dynamik, die weit ins nächste Jahr hineinreicht. So planen nur noch 65 Prozent der Unternehmen Investitionen - einschließlich der reinen Ersatzinvestitionen, die zum Erhalt des Kapitalstocks eigentlich jährlich erfolgen sollten. Neben Modernisierungsmaßnahmen setzt ein mit einem gegenüber dem Vorjahr auf 24 Prozent gestiegener Anteil der Unternehmen auf kostensenkende Rationalisierungsinvestitionen. Einige Krisengewinner gibt es natürlich auch, merkt die IHK an: 16 Prozent der Betriebe planen Erweiterungsinvestitionen.

Auf dem Arbeitsmarkt läuft der einstige Südthüringer Champion Gefahr, seine Position zu verlieren. Ebenso wie vor einem Jahr gehen per Saldo acht Prozent der Unternehmen von einer sinkenden Mitarbeiterzahl aus. Das ist zum einen dem Pandemiegeschehen geschuldet. Für eine geringere Nachfrage werden weniger Mitarbeiter benötigt. Zum anderen ist es die Folge von Fachkräfteengpässen, die derzeit 56 Prozent der Unternehmen plagen.

Weitere wichtige Risiken stellen das Corona-Virus mit einem Anteil von 75 Prozent der Unternehmen und die Inlandsnachfrage mit 62 Prozent dar, so die IHK-Studie.

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Veröffentlicht am:
16. 11. 2020
17:32 Uhr

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16. 11. 2020
17:32 Uhr



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