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Sonneberg/Neuhaus

Judenbach tönt für den Wildberghof

Beschwingte Songs aus den 1930er und -40er Jahren werden in Judenbach zu hören sein. Geplant ist ein Benefizkonzert für den abgebrannten Tettauer Wildberghof. Die Unterstützung ist groß.



Am Anfang der Generalprobe im Judenbacher Saal "100" steht das Stühlerücken .
Am Anfang der Generalprobe im Judenbacher Saal "100" steht das Stühlerücken .   » zu den Bildern

Tettau/Judenbach - Nichts als Schutt und Asche ist vom einst so vor Lebensenergie sprudelnden Wildberghof in Tettau übrig geblieben. Das Lebenswerk der Familie Schütze mitsamt des von Steffi Bauer geführten Cafés sind in jener Augustnacht ein Raub der Flammen geworden.

Die Solidarität in der Bevölkerung "hüben wie drüben" ist nach wie vor groß: Spendenaufrufe und eine erste Benefizveranstaltung in der Tettauer Festhalle stießen auf überwältigende Resonanz. Am 17. Oktober steigt das nächste Benefizkonzert, diesmal im Judenbacher Kultursaal "100". Die Aufräumarbeiten auf dem Ruinengelände sind derweil in vollem Gange.

Dass das Wildbergcafé als musisch-künstlerisches Kleinod ebenso ein beliebter Treffpunkt für Menschen aller Generationen aus Thüringen und Bayern war, weiß auch Musikerin Annette Walther zu schätzen: "Ich bin schon jahrelang mit Steffi vom Wildbergcafé befreundet und lernte diesen Hof in den letzten Jahren als ganz besonderen Ort kennen. Zusammen mit Roland Brehm und Aaron Heinrich im Ensemble feierten wir tolle Musikfeste auf dem Hof, sowohl drinnen im Café als auch Open-Air. Ich vermisse diese herzerfrischende Atmosphäre sehr, leider wird es nie mehr wieder so werden wie es einmal war. Momentan können wir nur mit Freude auf die großartigen Momente zurückblicken".

Musikschullehrer Aaron Heinrich erinnert sich an die winzige Bühne, an das "kleine Schmuckstück", auf welcher musikalische Kultur gelebt und erlebt wurde. Für die Wildberg-Freunde Annette Walther, Roland Brehm und Aaron Heinrich, welche als musikalisches Ensemble im ganzen Landkreis regelmäßig auftreten, war schon einen Tag nach dem verheerenden Brand klar: "Wir wollen helfen!"

So keimte die Idee eines Benefizkonzerts sehr schnell, nun wurde mit dem 17. Oktober um 19 Uhr ein passender Termin und mit dem Judenbacher Kultursaal "100" die passende Lokalität gefunden, in der unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln dennoch genügend Zuschauer Platz finden können. 100 Besucher dürfen maximal teilnehmen, derzeit sind bei der Musikschule Sonneberg schon etwa 40 Voranmeldungen eingegangen. Erfreulich sei auch, dass die Gemeinde Föritztal sowohl auf eine Erhebung der Saalmiete als auch auf die Reinigungskosten verzichtet, sodass das gespendete Geld eins zu eins den Opfern des Brandunglücks zugutekommen wird, so Petra Adelbert von der Musikschule.

Fröhlichkeit statt Trauer

"Dieses Konzert, das ist einfach ein Herzensbedürfnis für uns. Wir wollen, dass an diesem Abend die Konzertbesucher dieses wunderbare Flair auf dem Wildberghof noch mal in ihrer Erinnerung lebendig werden lassen. Für viele Bürgerinnen und Bürger war dieser Ruhepol auf der Grenze zwischen Bayern und Thüringen ein Ort zum Entschleunigen, zum Abschalten vom Alltagsstress. Grenzen und Barrieren in den Köpfen gab es dort schon lange nicht mehr", so das Trio, das am 17. Oktober in Judenbach für den niedergebrannten Wildberghof, im speziellen für das Café, auf der Bühne stehen wird.

Mit auf der Bühne dabei sein wird auch Juliane Hoffmann - Sie drückte einst mit Café-Inhaberin Steffi die Schulbank und ist nun gerne bereit, beim Konzert für ihre alte Schulkameradin mitzuwirken. Steffi und ihre Schwester Kati haben für das Benefizkonzert schon fest zugesagt. Auch das Ehepaar Schütze wurde eingeladen. Ob sie kommen, sei aber noch nicht sicher. "Wir wollen hier ja nicht auf die Tränendrüse drücken, sondern wir wollen Optimismus und Zuversicht mit unserer Musik verbreiten.

Das wird mit Sicherheit ein toller Abend", schwärmt Sängerin Annette Walther. Und Kollege Roland Brehm hakt gleich ein: "Genau, wir werden viele fröhliche Songs spielen. Das Programm gestalten wir im Stil der Musik aus den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auch Jazz wird dabei sein". Das Ensemble freut sich, nach langer Corona-bedingter Durststrecke endlich mal wieder einen Auftritt in größerem Rahmen zu haben. Getränke wird es für die Besucher des Konzerts geben. Die Musikschule Sonneberg bittet aufgrund der begrenzten Platzkapazität um Anmeldungen unter (0 36 75) 70 27 48.

Autor

Moritz Bauer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 10. 2020
13:02 Uhr

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Moritz Bauer

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2020
13:02 Uhr



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