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"Ich will nicht nur der Spaßmacher sein"

Jonas Greiner aus Lauscha ist die Nachwuchshoffnung der ostdeutschen Comedy- und Kabarettszene.



Jonas Greiner ist erst 22 Jahre alt und tritt demnächst mit einem eigenen Solo-Programm auf. Foto: Agentur
Jonas Greiner ist erst 22 Jahre alt und tritt demnächst mit einem eigenen Solo-Programm auf. Foto: Agentur  

Jonas Greiner aus Lauscha ist die Nachwuchshoffnung der ostdeutschen Comedy- und Kabarettszene. "Diesen Namen sollte man sich merken, denn der sympathische 20-jährige hat nicht nur körperlich das Potenzial, ein Großer in der Deutschen Kabarettszene zu werden", schrieb der Münchner Merkur. Der mittlerweile 22-jährige Thüringer ist seit etwa zwei Jahren auf den Bühnen Deutschlands unterwegs und inzwischen weit über seine Heimat hinaus bekannt. Im Herbst 2019 feiert er mit seinem Soloprogramm "In voller Länge" Premiere. Freies Wort sprach zuvor mit dem Künstler.

Die Bühnen und TV-Termine im Überblick

Deutschlands größter Kabarettist (2,07 Meter) gastiert am Freitag, 11. Oktober, mit einer Vorpremiere zu seinem ersten Solo-Programm "In voller Länge" im JUZ Domino in Coburg. Beginn ist um 20 Uhr. Karten an bekannten Vorverkaufsstellen.

 

Premiere am Samstag, 19. Oktober, im Kulturhaus Lauscha. Einlass ist ab 19 Uhr. VVK beim Gollo-Musikverein in Lauscha bzw. der Gollo-Gaststätte auf dem Köpplein und bei Reservix für 18 Euro pro Karte.

 

Auftritt auf dem "Riverboat" im MDR-Fernsehen am Freitag, 1. November, 22 Uhr.

 

"Olafs Klub", Mittwoch, 13. November, 23.35 Uhr, MDR-Fernsehen.

 

Samstag, 7. März 2020, CCS Saal Simson, Suhl.

 

Das Solo-Debüt verknüpft Kritik mit lustigen Geschichten

Jonas Greiner war er s 2018 beim NDR Comedy Contest zu Gast und im Frühjahr 2019 in der HumorZone-Gala auf ARD und MDR zu sehen, wo er von Olaf Schubert als Newcomer des Jahres mit dem "Güldenen August" ausgezeichnet wurde.

 

Greiner beschäftigt sich in seinem Solo-Debüt mit den Fragen, die einen jungen Mann in der heutigen Zeit umtreiben: Was nützt mir dieses Abitur?, Was soll bloß aus mir werden?, oder Wer sind Sie und was machen Sie in meiner Wohnung?

 

Der mit 207 Zentimetern Körpergröße größte Kabarettist Deutschlands nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise von den Problemen unserer Zeit bis hin zur ganz großen Weltgeschichte. Dabei betrachtet er die Welt mit viel Ironie. Jonas Greiner schafft es, Gesellschaftskritik und scharfsinnige Beobachtungen mit alltäglichen, lustigen Geschichten zu verknüpfen und liefert eine erfrischende und Kombination aus Inhalt und Humor.

 

Am meisten im Visier des jungen Mannes ist immer er selbst. Egal ob Körpergröße, Schullaufbahn oder Berufswahl - Jonas Greiner nimmt es mit Humor. Getreu dem Motto: Das Leben ist zu schön um kurz zu sein.

 

 

 

 

"In voller Länge" ist dein erstes Soloprogramm als Kabarettist. Um was geht es darin?

Ich beschäftige mich mit den Themen meiner Generation in der schnellebigen und aufregenden heutigen Zeit. Dabei geht es um Schule, Berufswahl und Zukunft aber auch ganz generell um Deutschland im 21. Jahrhundert unsere Gesellschaft heute und in Zukunft.

Es ist eine vielfältige Auseinandersetzung mit unserem Land und meinen Mitmenschen. Ich versuche dabei nicht zu Ernst zu werden und erzähle alltägliche Geschichten die am Ende auch eine inhaltliche Botschaft haben. So ist es denke ich eine gesunde Mischung aus Humor und Inhalt - wir nennen das Stand-Up-Kabarett. Ich will nicht nur der Spaßmacher auf der Bühne sein, ich habe auch was zu erzählen. So ist es eben eine Mischung aus lustiger Comedy und gesellschaftskritischem Kabarett.

 

Wie bist du dazu gekommen, Kabarettist zu werden?

Alles begann in meiner Heimatstadt Lauscha beim Fasching. Aus einer Bierlaune heraus habe ich mich dort 2016 als Büttenredner angeboten und durfte dann auch mit kurzen eigenen Nummern auf die Bühne. Das Ganze ist trotz meiner Zweifel im Vorfeld sehr gut angekommen und dann hatte ich Blut geleckt. 2017 ging es für mich zum Grazer Kleinkunstvogel, einem österreichischen Kabarettwettbewerb. Ab da kamen dann immer mehr Auftritte in ganz Deutschland dazu. Schon 2018 durfte ich beim NDR Comedy Contest vor der Kamera stehen, 2019 dann mehrfach für den MDR. Vieles ging sehr schnell und das macht Lust auf das, was in Zukunft alles noch kommen wird.

 

Was tust du, wenn das Publikum einmal nicht lacht?

Das ist bis jetzt nur auf der Geburstagsfeier meines Vaters passiert. Aber da war es nicht so schlimm, da ich eigentlich eh nicht eingeladen war. (lacht) Das ist natürlich Quatsch. Tatsächlich ist das wohl jedem auf der Bühne schonmal passiert. Da darf man den Kopf nicht hängen lassen. Humor ist immer subjektiv.

Dein Programm ist für einen 22-jährigen erstaunlich politisch und gesellschaftskritisch. Wie kommst du zu diesen Themen?

Zunächst muss ich sagen, dass ich nicht denke, dass ich überdurchschnittlich politisch für einen Menschen in meinem Alter bin. Es ist möglich, dass ich mich für ein breiteres Spektrum an Themen interessiere, als andere in meinem Alter, aber unterm Strich denke ich, dass viele Jugendliche und junge Menschen gar nicht so unpolitisch sind, wie man denken mag.

Es kommt am Ende immer darauf an, was einen selbst betrifft. Wenn man sich nur vom Thema Umwelt betroffen fühlt und sich deswegen in diesem Bereich informiert und engagiert, dann finde ich, dass das schon recht politisch ist. Man kann von niemandem erwarten, dass er sich in allen politisch relevanten Bereichen auskennt. Dafür gibt es Politiker. Ich selbst mache das nicht anders.

Ich schreibe und spreche über Themen, die mich selbst betreffen, zum Beispiel Bildung. Hier habe ich in meinem Programm einfach eine ganze Reihe an Erfahrungen aus meiner Schulzeit verarbeitet. Ich glaube da werden sich alle, egal ob Schüler, Eltern oder Großeltern drin wiedererkennen. Vielleicht auch ein paar Lehrer.

 

Du lebst nach wie vor in Lauscha, einer kleinen Stadt in Thüringen, und arbeitest auch noch hauptberuflich in einem Betrieb. Ist dieser Spagat zwischen Heimat, Freunden, Beruf und Bühne anstrengend?

Natürlich ist man innerhalb der Bühnensaison viel unterwegs und das kann mitunter auch mal anstrengend sein. Unterm Strich bin ich aber froh, immer mal rauszukommen und etwas Abwechslung zu haben. Man erlebt auf Tour jeden Tag etwas Neues und lernt immer neue Leute kennen.

Das ist unheimlich spannend und das lässt die Anstrengung, die da manchmal dahintersteckt auch in den Hintergrund treten. Dennoch ist es immer wieder schön, in die Heimat zurückzukehren. Insofern ist der Spagat zwischen Heimat und Tour für mich keineswegs schlimm.

Tatsächlich habe ich das ganz gerne. Zwischen den Auftritten habe ich aktuell dann immer noch genug Zeit, mit meinen Freunden etwas zu unternehmen und meinen Verpflichtungen in meiner Heimatregion, wo ich im Stadtrat und im Kreistag bin, nachzukommen. Hinzu kommt, dass mein aktueller Hauptarbeitgeber voll und ganz hinter dem steht, was ich da tue und mir im Zweifel auch die nötige Flexibilität einräumt. Das ist natürlich ebenfalls eine gute Voraussetzung. Ich glaube, die haben auch zu viel Angst, dass sie im Programm vorkommen, wenn sie mich davon abhalten wollen. (lacht)

Interview: Christoph Vorndran

—————

www.jonasgreiner.com

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
15:36 Uhr

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
15:36 Uhr



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