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Sonneberg/Neuhaus

Ein vereinter Beitrag für das Leben nach dem Brand

Selbstlos sind Menschen aus nah und fern den Aufrufen von Gemeinde und "Freies Wort hilft" gefolgt, für die Opfer des Brandes in Katzhütte zu spenden. Letztlich sind 33 000 Euro zusammengekommen, die jüngst übergeben wurden.



Katzhüttes Bürgermeister Wilfried Machold (links) und Freies Wort -Redakteurin Madlen Pfeifer haben jüngst den Spenden-Scheck in Höhe von 33 000 Euro an einen Teil der Brandopfer ausgehändigt: Karl-Heinz Banik (rechts), Ronny Acker, Romy Weigel und deren drei Kinder. Foto: Carl-Heinz Zitzmann
Katzhüttes Bürgermeister Wilfried Machold (links) und Freies Wort -Redakteurin Madlen Pfeifer haben jüngst den Spenden-Scheck in Höhe von 33 000 Euro an einen Teil der Brandopfer ausgehändigt: Karl-Heinz Banik (rechts), Ronny Acker, Romy Weigel und deren drei Kinder. Foto: Carl-Heinz Zitzmann   » zu den Bildern

Katzhütte - "Damit ist nun ein Teilabschnitt abgeschlossen", sagt Wilfried Machold. In der Stimme des Bürgermeisters der Gemeinde Katzhütte schwingt Erleichterung mit. Er ist froh, dass man den zehn Frauen, Männern und Kindern, die nahezu alle vor gut vier Monaten alles, was sie besaßen, bei einem Brand im Ort verloren haben, nun ein Stück weit unter die Arme greifen könne. Denn nachdem die Gemeinde und das Hilfswerk dieser Zeitung " Freies Wort hilft" zu Spenden aufgerufen hatten, sind diese nun symbolisch in Form eines Spenden-Schecks an die Opfer übergeben worden.

"Es ist mir ein Herzensbedürfnis, dass wir uns an diesem Ort treffen, um noch einmal unser tief empfundenes Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen und diesen enormen Betrag an die Bürger übergeben zu können", sagt Gemeindeoberhaupt Machold, als er auf dem Grundstück von Danny Acker und Romy Weigel steht. Erst Anfang 2019 haben die beiden und ihre drei Kinder dort das Haus seiner Patentante übernommen. Am 23. März dieses Jahres ging es zusammen mit zwei weiteren Objekten in Reihenbebauung in Flammen auf. Neben der fünfköpfigen Familie haben auch Karl-Heinz Banik, von dessen Haus sich noch Schuttberge auf seinem Grund und Boden türmen, sowie Uwe und Stefanie Wittmann innerhalb weniger Stunden an jenem Tag im März ihr Dach überm Kopf verloren. Etwas weniger schlimm hat es Carola Krannich und ihre Mutter getroffen. Zwar seien die durch die Löscharbeiten entstandenen Wasserschäden so erheblich gewesen, dass die beiden zunächst in einer Ferienwohnung unterkommen mussten, wie Gemeindemitarbeiterin Martina Walther erzählt. Doch leben sie inzwischen wieder in ihrem Haus in der Eisfelder Straße.

Untergekommen ist mittlerweile auch Karl-Heinz Banik in einer mit Sachspenden ausgestatteten Zwei-Raum-Wohnung der Gemeinde. Seit 1984 habe er in seinem Haus in der Engstelle in Oelze gelebt. Sich nun mit 76 Jahren an einem neuen Ort einzugewöhnen? Gewiss nicht leicht. Doch sagt er selbst: "Es ist, wie es ist. Ich kann nichts daran ändern."

Anders sieht es bei den Wittmanns und der Familie von Ronny Acker aus. Sie stehen auf gewisser Weise am Beginn des Neuanfanges. Uwe Wittmann, der das Gebäude in der Eisfelder Straße am 2. August 1989 kaufte, hat sich nach dem Brand mit seiner Frau in seinem Elternhaus in Böhlen einquartiert. Wie es für die Eheleute weitergeht? "Ich hab‘ absolut noch keinen Plan", sagt Uwe. So viel Zeit, Kraft und Geld habe man in den vergangenen Jahren ins Eigenheim gesteckt. "Jetzt war ich mit meiner Hütte so weit fertig, dass ich mich endlich mal anderen Dingen hätte widmen können." Ob er sich auf dem Grundstück in Katzhütte ein neues Zuhause errichten wird? Ehrlich gesagt, so der 55-Jährige, "habe ich keinen Nerv mehr, neu zu bauen". Genau das ist aber der Plan von Ronny Acker und Romy Weigel.

Bis Anfang Mai hatte die Familie Unterschlupf in der kleinen Einliegerwohnung im Haus ihrer Mutter in Neuhaus am Rennweg gefunden. "Fünf Mann in einem Schlafzimmer?", das sei nichts auf Dauer, sagt Romy. Inzwischen hat das Paar ein altes, lange leer stehendes Haus, schräg gegenüber ihres Grundstückes in Katzhütte gekauft, in dem allerhand zu tun sei. Doch soll es, wie gesagt, "nur" eine Übergangslösung sein. Einen Neubau wollen sie in Zukunft auf dem Grund und Boden auf der anderen Straßenseite hochziehen. In der Hoffnung, so Romy, dass das nun erworbene Objekt später mal eines der Kinder übernehme.

Ganz gleich wie die Pläne jedes Einzelnen lauten: Am 23. März standen sie beinahe alle vor dem Nichts, sodass sich jeder von ihnen über die Hilfsbereitschaft der Bürger des Dorfes, der Umgebung, teilweise aus ganz Deutschland, wie Bürgermeister Machold sagt, freuen dürfte, die ihnen mittels des Spendenaufrufs der Gemeinde und des Vereins "Freies Wort hilft" in Gänze 33 000 Euro zueigen werden lässt. So sind auf dem Konto der Kommune 28 305 Euro eingegangen - auf dem des Hilfswerkes dieser Zeitung knapp über 3000 Euro, die auf 4695 Euro aufgestockt wurden. Der Gesamtbetrag wird unter den Brandgeschädigten aufgeteilt. Das aber heiße nicht, so Gemeindechef Machold, dass man nicht auch weiterhin für die Betroffenen da sein werde. "Wir werden uns nach wie vor Mühe geben, den Brandopfern zu helfen."

Für die Geschädigten des Brandes in Lichte vom 26. April sind nach dem Spendenaufruf von "Freies Wort hilft" 1535 Euro auf dem Konto eingegangen. Ein Betrag, den das Hilfswerk dieser Zeitung auf 2000 Euro aufrundet. Einer, der den drei Brandopfern zeitnah zugute kommen wird.

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Madlen Pfeifer
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Veröffentlicht am:
26. 07. 2020
11:47 Uhr

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Madlen Pfeifer

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2020
11:47 Uhr



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