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Sonneberg/Neuhaus

Die Bedeutung Steinachs für die Uranproduktion

Die Wismut-Aktivitäten auf dem Schwarzburger Sattel in der Umgebung von Steinach sind Thema eines neuen Vortrages.



Ein Beispiel für Pechblende, aus der Uran gewonnen werden kann. Foto: privat
Ein Beispiel für Pechblende, aus der Uran gewonnen werden kann. Foto: privat  

Steinach - Der Museumsverein Schiefergruben Steinach/Thüringen e. V. organisiert traditionsgemäß seit vielen Jahren in den Wintermonaten Vorträge mit meist heimatbezogenen Themen. Im Oktober 2018 ging es um die Wismut-Aktivitäten in Steinach von 1951 bis 1962. Am Ende der Vortragszeit kam der Gedanke auf, über Steinach hinaus den "Schwarzburger Sattel" bezüglich der Wismutzeit vor fast 70 Jahren in einem zweiten, ergänzenden Vortrag zu behandeln.

Zahlen zur Wismut

Bei der Wismut waren im Zeitraum von 1947 bis 1991 rund 300 000 Menschen beschäftigt.

Bergmännischer Aufwand und Ergebnis: 1,2 Milliarden Tonnen Gesteinsförderung, davon wurden 200 Millionen Tonnen aufbereitet. Eine Milliarde Tonnen wanderten sofort in die Abraumhalden.

Nach der chemischen Behandlung in der DDR beziehungsweise Sowjetunion blieben 216 000 Tonnen Uran für den Atombombenbau beziehungsweise als Ausgangsmaterial für Brennstäbe der Atomkraftwerke.

Die Wismut war der drittgrößte Uranförderer der Welt.

 

Nach den amerikanischen Atombombenabwürfen über Japan im August 1945 sieht sich der sowjetische Diktator Stalin um die Früchte des schwer erkämpften Sieges im Zweiten Weltkrieg betrogen. Er ordnet den schnellstmöglichen Bau der eigenen Atombombe an. In sämtlichen Gebieten, die unter sowjetische Herrschaft fallen, wird nach Uranerz gesucht.

 

Von besonderer Bedeutung war das Erzgebirge mit seinen Silber-, Zinn- und Kobalt- sowie Wismut-Stollen. Auch in Südthüringen gab es Erkundungen sowie kleine Erzgesteinabbauten mit anschließenden Verwahrungsarbeiten der Bergbaugebiete von 1951 bis 1962. Im Vergleich zu den Tonnagen der Wismut im Erzgebirge plus der Förderstelle Ronneburg im Zeitraum 1947 bis 1991 waren die gewonnenen Uranerzfördermengen der drei Südthüringer Lagerstätten (Schleusingen, Steinach, Dittrichshütte) mehr als vernachlässigbar.

Im Teil II des Wismut-Vortrages am Dienstag, 15. Oktober, wird der Schwarzburger Sattel von Haselbach über das Arnsbachtal bis Meura behandelt. Das gesamte Gebiet des Sattels wurde von 1951 bis 1953 radiometrisch einer weitmaschigen Beprobung auf Anomalien unterzogen. Diese sogenannten Sucharbeiten oder auch Erkundungen der ersten Etappe bestanden aus Luft-, Wasser- und Bodenproben.

Heute ist die Bundesrepublik Deutschland Gesellschafter der 1991 gegründeten Wismut GmbH. Die Aufgaben der Wismut liegen nicht mehr beim aktiven Bergbau, sondern im Bereich Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus, wie die Stilllegung der Bergwerke, die Flutung der Gruben oder die Umweltüberwachung, wofür 4,6 Milliarden Euro zur Verfügung standen. Diese Summe ist nicht ausreichend und wurde mit einem zusätzlichen Bedarf von vorerst weiteren zwei Milliarden Euro beziffert. Aus heutiger Sicht werden die Sanierungsarbeiten bis mindestens zum Jahr 2045 andauern.

 

Vortrag von Norbert Wittmann "Wismut-Aktivitäten auf dem Schwarzburger Sattel in der Umgebung von Steinach 1951 bis 1962 Teil II" am Dienstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr in der Gaststätte "Zum Goldenen Anker" in Steinach.

Autor

Norbert Wittmann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
18:44 Uhr

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Autor

Norbert Wittmann

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Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
18:44 Uhr



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