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Sonneberg/Neuhaus

Das Ehrenamt hat viele Gesichter

Kleingärtner, Kirchenvertreter, Kleintierzüchter, Kletterer oder Kreisheimatpfleger: Das Ehrenamt wird gern als Rückgrat der Gesellschaft bezeichnet. Wie vielfältig es sein kann, zeigt ein Blick auf die Stadt Sonneberg.



Trainerin Sabine Köhler-Thees.
Trainerin Sabine Köhler-Thees.   » zu den Bildern

Sonneberg - Immer an andere denken - das scheint ein besonderer Wesenszug von Menschen zu sein, die sich in ihrer Freizeit im Verein, für Bedürftige oder fürs Gemeinwohl engagieren. Deswegen denkt etwa Sabine Köhler-Thees bei der Ehrenamtsgala im Kultursaal in Neuhaus-Schierschnitz (Freies Wort vom 10. Dezember 2018) an jene, die an diesem Tag nicht auf die Bühne geholt werden und im Stillen wirken.

"Ich kenne sehr viele, die sich ehrenamtlich einsetzen. Eigentlich müssten heute alle hier sein", sagte die 55-Jährige zu dieser Gelegenheit. Für ihren jahrelangen Einsatz als Trainerin einer offenen Frauensportgruppe im Wolkenrasen wurde sie gewürdigt. Mit ihr werden bei der Veranstaltung von Landkreis und Sparkasse Sonneberg weitere 21 Bürger der Stadt geehrt, die ihre Freizeit opfern, um Gutes zu tun.

Da wäre etwa Falk Arnold , der seit 20 Jahren aktiver Judo-Übungsleiter im Verein Budokan Sonneberg ist. Mit seinem Wissen und Können begeistert er die Kinder und Jugendlichen, ist im Kreisvorstand der Sportjugend dabei und organisiert verlässlich Veranstaltungen in der offenen Jugendarbeit. Oder Martina Brand , die seit elf Jahren eine Frauensportgruppe im Sonneberger Turnverein "Friedrich Ludwig Jahn" leitet. Sie gestaltet ein abwechslungsreiches, intensives Training, wobei der gemütliche Teil nicht zu kurz kommt. Ähnliches ist bei der Ehrenamtsgala über Vereinskollegin Beate Wohlfahrth zu erfahren. Auch sie trainiert eine Frauensportgruppe - seit 14 Jahren in fester Regie. Darüber hinaus sorgt sie als Revisor beim "FLJ" für eine geordnete Finanzabwicklung.

Dem Sport verpflichtet - das betrifft einige auf der Dankes-Liste von Landrat Hans-Peter Schmitz: Robert Engel wird in Abwesenheit als langjähriger Vorstand des TSV Germania Sonneberg-West geehrt, ebenfalls Vereinskollege Andreas Schröder , der sich seit 2007 als Übungsleiter bei West engagiert. Alles um Badminton dreht sich bei Hartmut Lindner , der die Abteilung Tischtennis innerhalb der SG 1951 aufgebaut hat und als Trainer für Erwachsene und den Nachwuchs fungiert. Er organisiert und leitet mehrere Turniere im Jahr, eine eigene Mannschaft nimmt am Wettspielbetrieb in Thüringen teil. Christine Markowski leitet eine Seniorensportgruppe fachlich an und gilt als rührige Unterstützerin des Seniorenbüros in Sonneberg. Unter anderem organisierte sie sechs Jahre lang die Kurzstreckenwanderungen.

Die jüngsten im Bunde sind bei der 2018er Ehrenamtsgala Sabine und Marc Volkmar . Die beiden wurden vom Vorsitzenden des Deutschen Alpenvereins, Sektion Sonneberg, Günter Geyer vorgeschlagen. Sie gründeten die erste Kindergruppe 2001 und leisten seitdem kontinuierliche Kinder und Jugendarbeit, vor allem beim Klettertraining. Auch waren sie maßgeblich am Bau des Indoor-Kletterkellers beteiligt und organisieren für ihre "Kids" jährliche Abenteuercamps.

Auch die Eisenbahnfreunde Sonneberg schickten zwei ihrer aktiven Mitglieder ins Rennen: Michael Fischer konnte leider nicht da sein, um sich sein Dankeschön abzuholen. Seine Vereinskollegen schätzen ihn als "Digitalprofi", denn er kümmert sich um alles, was mit Computer und Internet zusammenhängt. Auf die Bühne geholt wurde Falk Schelhorn . Er agiert seit 27 Jahren als "Lokdoktor" bei den Eisenbahnfreunden, repariert auch Loks von Besuchern und Hobbykollegen. "Er ist jederzeit zur Stelle, um den Verein zu unterstützen", heißt es in der Laudatio.

Bauthemen und Finanzen

In Oberlind aktiv in Sachen Kirche sind sowohl Margita Rosenbaum als auch Hannelore Uschkurat . Erstere ist seit 2008 engagiertes Mitglied der Kirchgemeinde, letztere seit 2007 rührig für den Gemeindekirchenrat Oberlind. Beide versehen regelmäßig den Kirchdienst in der St. Aegidien-Kirche und haben ein aufmerksames Auge auf den Kirchhof.

Mitglieder der Kleingartenanlage "Pistor" wurden ebenfalls mit einer Ehrung bedacht. Zum einen Lothar Gebhardt , der sich im Vorstand seines Vereins und vor allem für die Bauthemen in der Anlage engagiert. Unter seiner Leitung wurde etwa das Dach der Schreberschänke neu gedeckt. Zum anderen Petra Hufnagel , seit 2005 Vorstandsmitglied. Seit 2011 hat sie als 1. Schatzmeisterin die Finanzen der Kleingartenanlage fest im Griff.

Ursula Hammerschmidt ist in der Selbsthilfegruppe "Beckenboden" engagiert, leitet sie seit der Gründung im Jahr 2004. Regelmäßig organisiert sie Treffen von Betroffenen, Vorträge, Ausflüge, Patiententage oder bietet sportliche Aktivitäten an. Mit dabei ist sie im Selbsthilfebeirat des Landkreises.

Der Köppelsdorfer Holger Hartan erhält ebenfalls einen Dank - er leitet bei sich im Stadtteil den Kaninchenzuchtverein und dies bereits seit 2002. "Mit viel Engagement versucht er, besonders junge und neue Mitglieder zu gewinnen. Jährlich werden Ausstellungen unter seiner Leitung mit großem Aufwand vorbereitet und durchgeführt", lauten die Worte von Hans-Peter Schmitz.

Birgitt Kramer-Bütter erhält die Ehrung für ihre Verdienste im Verein und als Ortsteilbürgermeisterin. Mehr als zehn Jahre lang war sie stellvertretende Vorsitzende des Gesangsvereins 1852 Hasenthal, organisierte in dieser Funktion Auftritte in der Gemeinde und im Umland, organisierte Mitgliederversammlungen und Vorstandswahlen. Zu ihren Aufgaben als Ortsteilbürgermeisterin gehört unter anderem die Würdigung und Gratulation von Jubilaren.

Um soziale Belange geht es vor allem bei Marlies Meißner und Christel Schirmer . Meißner leitet seit elf Jahren den Seniorenclub "Sonne" der Sozialstation der Medinos-Klinik. Für Treffs im Stadtteilzentrum "Wolke 14" organisiert sie Kaffee und Kuchen, aber auch kleine Programme wie Buchlesungen, Vorträge, Tanznachmittage, Sport, gemeinsames Singen und vieles mehr. Darüber hinaus lenkt sie die Geschicke einer Singegruppe, die sich einmal wöchentlich trifft und mit ihrem Repertoire alte und pflegebedürftige Menschen erfreut.

Christel Schirmer setzt sich seit 2006 im Blinden- und Sehbehindertenverband ein. Deren Vorsitzende Margot Eckert hat sie vorgeschlagen, weil sie eine wichtige Stütze ist: "Sie übernimmt zum Beispiel Fahrdienste für die Organisation und begleitet sehbehinderte Menschen zu Behörden, Ärzten, Einkäufen."

Im Weitesten Sinne um Geschichte geht es bei den beiden Ehrenamtlichen Karl Stein und Thomas Schwämmlein . Stein engagiert sich seit nunmehr 26 Jahren im Bund der Vertriebenen. Auf seine Initiative hin wurde 2014 mit einem Projekt im Bundesprogramm "Demokratie leben!" begonnen, bei dem Zeitzeugen die Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg mit der aktuellen Situation vergleichen. Gemeinsam mit weiteren Zeitzeugen spricht er in Schulen, in Kirchgemeinden, vor Konfirmanden und weiteren Bildungseinrichtungen über das Erlebte. Schwämmlein wurde geehrt für zwölf Jahre als Kreisheimatpfleger des Landkreises Sonneberg. Länderübergreifend sei er als Fachmann auf dem Gebiet der Heimatgeschichte anerkannt, forsche seit mehr als 35 Jahren auf diesem Gebiet. In Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen, Kirchen und Heimatverbänden setze er zudem neue Akzente in der Entwicklung des ländlichen Raumes.

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Cindy Heinkel

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Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
00:00 Uhr

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