Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Sonneberg/Neuhaus

"Damit der Neustart etwas leichter fällt"

Zugunsten der Opfer eines Wohnhausbrandes in Steinach hatten die Stadt und der Verein "Freies Wort hilft" einen Spendenaufruf gestartet. 4000 Euro kamen zusammen, die als Soforthilfe auch bereits übergeben sind.



"Damit der Neustart etwas leichter fällt"
"Damit der Neustart etwas leichter fällt"  

Steinach - Schauplatz eines Großeinsatzes von Rettungskräften, darunter knapp hundert Feuerwehrler aus allen Teilen des Landkreises, war am Donnerstag, 11. April, die Straße am Bahnhof in Steinach. Gegen 12.30 Uhr hatten Zeugen einen Notruf abgesetzt, nachdem sie Rauch im Dachstuhl des Gebäudes ausgemacht hatten. Zwar bemühten sich drei Bewohner des Hauses noch die sich anbahnende Katastrophe selbst in den Griff zu bekommen - allerdings vergeblich. Angefacht durch den heftigen Wind an diesem Tag machte sich das Feuer rasend schnell im Gebälk breit. Aus Löchern im Dach und aus geborstenen Fensterscheiben loderten schließlich meterhohe Flammen. Gut drei Stunden brauchte es, bis die Feuerwehr, die mit zwei Drehleitern vor Ort war, die letzten Glutnester gelöscht hatte. Im Zangengriff von Feuersbrunst und Löschwasser kam es zu massiven Sachschäden an dem Haus. Als Auslöser gilt ein Schlotbrand.

Noch am Abend des 11. April warb im Rahmen der Stadtratssitzung Bürgermeister Ulrich Kurtz (GfS) für eine gemeinsame Spendenaktion von Kommune und "Freies Wort hilft e.V.". Eine solche wurde wenige Tage später gestartet. Eingegangen ist bis Ende vergangener Woche eine Summe von 3464 Euro. Diese stockte das Hilfswerk dieser Zeitung auf 4000 Euro auf, das Geld ist als Soforthilfe in den vergangenen Tagen den Betroffenen übergeben worden.

In einer Vielzahl an Überweisungen in unterschiedlichster Höhe macht sich die Anteilnahme der Steinacher deutlich. Erwähnt sei hierbei eine Einzelspende über 1000 Euro. Ihren Namen mag die Geberin allerdings deshalb nicht gleich in der Zeitung lesen. Sie wolle sich, so die Steinacherin auf Nachfrage, der Familie bestenfalls im persönlichen Gespräch zu Erkennen geben - "wenn es sich ergibt".

"Ich bin sehr erfreut, dass so viel zusammengekommen ist", fasst Bürgermeister Kurtz zusammen. Die Solidarität mit den vom Brand Geschädigten nennt er beachtlich. "Als kleine Soforthilfe sind die Mittel sicher geeignet, manches von dem, was an Verlust da ist und sich auch von der Versicherung nicht ersetzen lässt, auszugleichen. Damit die Familie ihren Neustart gut hinbekommt." Hierzu wird übrigens auch das Rathaus beitragen. Wie berichtet, wurde kürzlich im Rahmen einer John-Lennon-Hommage in der Stadtkirche, organisiert von der Stadtbibliothek, ebenfalls im Publikum gesammelt. 475 Euro kamen dabei zusammen.

Auch dieser Betrag solle in Kürze den Weg zu den Betroffenen finden, kündigt Kurtz an. "Wenn so eine private Katastrophe sich ereignet, bewegt das natürlich immer die Mitmenschen und Nachbarn. Jeder kann emotional nachvollziehen, was in den Betroffenen vorgehen muss. Von daher ist es ein schönes Zeichen, dass in so kurzer Zeit eine doch stattliche Summe geworden ist."

Dank geht an die Helfer

Von einer geradezu überwältigenden Fülle an Hilfsbereitschaft spricht Danny Vogel. Der 41-Jährige hatte mit Frau und den beiden Söhnen vor dem Brand das Obergeschoss des Hauses bewohnt. Im Stockwerk darunter lebten seine Schwiegereltern. "30 bis 40 Leute sind es, die uns richtig intensiv geholfen haben - das ist echt der Wahnsinn gewesen."

In Neustadt, bei Vogels ehemaligen Arbeitgeber Zöwie, wurde zugunsten der Familie gesammelt, gleiches gilt für die Vitrulan-Belegschaft in Haselbach, dem jetzigen Arbeitgeber des Steinachers. "Super-unterstützt haben uns Bekannte, Freunde und Angehörige", sie alle aufzuzählen, würde jeden Rahmen sprengen. Doch wollen die Vogels sich auf jeden Fall noch in irgendeiner Form erkenntlich zeigen.

Bis es soweit ist, gilt es aber erst einmal wieder Tritt zu fassen. Das fällt nicht leicht. Zwischenzeitlich hat man damit begonnen das Haus zu entrümpeln, sagt Danny Vogel. Retten ließ sich vom Hausrat, den Spielsachen der Kinder oder den Kleidern allerdings nichts. "Das ist alles Komplett-Verlust", schildert der Familienvater. Sämtliche Möbel sind aufgequollen und somit nur noch ein Fall für den Container. "Etwas Geschirr haben wir herausgeholt", alles andere ist zu stark belastet, lässt sich weder reinigen noch reparieren. "Wir haben vieles zurücklassen müssen."

Was perspektivisch folgt, ist die Sanierung: "Die Fußböden müssen raus, die Decken runter, der Putz von den Wänden." Dass dies gelingen wird, hierzu gibt er sich zuversichtlich. Die Versicherung habe ihm zugesagt, den Schaden in vollem Umfang zu regulieren. anb

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
15:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angehörige Brände Debakel Familien Feuerwehren Gebäude Notrufe Schwiegereltern Städte Söhne Ulrich Kurtz
Steinach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ein Polizeihelikopter hilft von oben.

28.06.2019

Feuersbrunst im knochentrockenen Wald

Drei Hektar Wald standen am Donnerstagabend zwischen Schmiedefeld und Lichte in Flammen. Ein Aufgebot von 190 Feuerwehrlern aus zwei Kreisen bekämpfte den Brand bis in die Morgenstunden. » mehr

"Unsinnig und nicht zielführend" nennt Rainer Müller die in der Fotomontage dargestellte Talstation der Gondelbahn direkt im Stadion. Eine "Attraktion", die aus dem Bebauungsplan-Entwurf zu streichen sei. Montage: Müller

14.06.2019

Ausbaugegner setzen Bürgermeister Frist bis Ende Juni

Droht den Skiarena-Ausbauplänen der Blattschuss? Das Land soll dem Rathaus bereits angekündigt haben, seine Fördermittel-Zusagen zu überdenken. » mehr

Diese drei Frauen und 14 Männer bilden in den nächsten fünf Jahren den Steinacher Stadtrat. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

14.06.2019

Vorbilder mit vielen Baustellen vor sich

Die Erwartungen an den neu gewählten Steinacher Stadtrat sind hoch. Zur Bürgerfragestunde im Rahmen der ersten Sitzung gab es jedenfalls zuhauf gezielte Hinweise dazu, wo Handlungsbedarf besteht. » mehr

"Danke Lutz", lautete die Botschaft der Steinacher Fußballer. Beim Benefizspiel erinnerten sie an seine Verdienste um den Verein. Foto: chz

15.06.2019

Hilfe für Brandopfer: Jetzt legen alle zusammen

Vitrulan und Heinz-Glas-Beschäftigte, dazu Steinachs Sportler und die CDU unterstützen die drei Familien, die bei einem Brand im April all ihr Hab und Gut verloren haben. » mehr

Zum Abschluss der Festwoche haben die Fellberg Granaten um Frontmann Steve Matthäi (links) noch einmal für Party-Stimmung gesorgt. Fotos (3): Jan-Luca Ross

03.06.2019

Ein runder Geburtstag mit kleinen Ecken und Kanten

Fünf Tage am Stück haben die Steinacher ihr Stadt- jubiläum gefeiert. Gewiss ein rundum gelungenes Fest, wenn auch es da und dort besser hätte laufen können. » mehr

Ulrich Kurtz. dh

12.04.2019

Lieber "Butter bei die Fische" anstatt "Schicht im Schacht"

Baurecht für den Fellberg lautet die Botschaft aus dem Steinacher Stadtrat. Zur Sitzung am Donnerstagabend bestätigt eine Mehrheit den B-Plan für einen "Erlebnis- und Aktivpark Silbersattel. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Pkw Brand A73 Adlersberg Parkplatz Adlersberg

Fahrzeugbrand A 73 | 20.07.2019 Parkplatz Adlersberg
» 9 Bilder ansehen

Feldbrand Mendhausen Mendhausen

Feldbrand Mendhausen | 20.07.2019 Mendhausen
» 13 Bilder ansehen

Kulturarena Jena Jena mit Nouvelle Vague Jena

Kulturarena Jena | 19.07.2019 Jena
» 39 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
15:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".