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Sonneberg/Neuhaus

Bye, bye Harald: dienstältester Amtsleiter von Sonneberg verabschiedet sich

Ein Urgestein der Sonneberger Stadtverwaltung verlässt das Rathaus. Mit dem Mauerfall vor 30 Jahren änderte sich das Leben von Harald Wicklein grundlegend.



Die Akten hinter sich lassen wird Harald Wicklein, der zum 30. November aus dem Rathaus-Dienst ausscheidet. Foto/Repro: Carl-Heinz Zitzmann
Die Akten hinter sich lassen wird Harald Wicklein, der zum 30. November aus dem Rathaus-Dienst ausscheidet. Foto/Repro: Carl-Heinz Zitzmann   Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Sonneberg - Seine definitiv letzte Stadtratssitzung hat Harald Wicklein schon eine Woche hinter sich. Ins Büro im Rathaus kommt er nur noch, um auszuräumen, zu sortieren und wegzuschmeißen. Sein erster offizieller Rententag wird der 1. Dezember sein. 29 Jahre und vier Monate in seinem Job als Hauptamtsleiter liegen dann hinter ihm. Gezählt hat er 350 Stadtratssitzungen, rund 600 Hauptausschusssitzungen. Auf sein Konto gehen zusätzlich rund 50 Wahlen, die er in seiner Funktion als Stadtwahlleiter in den zurückliegenden Jahren organisiert hat.

"Er ist zum dienstältesten Amtsleiter der Stadt Sonneberg avanciert", sagt Bürgermeister Heiko Voigt. Und: Kontinuierlich wie ein Dieselmotor habe er stets seine Arbeit geleistet. Jeder, der Landtagsabgeordneter geworden ist, Stadtrat oder Ministerpräsident, sei definitiv über Wickleins Tisch gewandert. "Wir wünschen ihm einen langen, gesunden und erfüllten Ruhestand." Dass er fast 30 Jahre lang Verwaltungsarbeit machen könnte, das hätte Harald Wicklein einst selbst nicht geglaubt.

Der Oberlinder ist eigentlich Diplomingenieur für Maschinenbau. Ins Rathaus kam er unvermittelt. Als junger Mann, Mitte 30 damals, beteiligt er sich Woche für Woche an den Friedensgebeten an der Sonneberger Stadtkirche. Später sitzt er mit am Runden Tisch im Sonneberger Rathaus, gehört zur Stadtverordnetenversammlung, wird Fraktionsvorsitzender der DSU (Deutsche Soziale Union) nach der friedlichen Revolution im Herbst 1989. "Ich dachte mir, Du kannst nicht nur demonstrieren, Du musst auch Verantwortung übernehmen." Mit großer Mehrheit wird er von der Stadtverordnetenversammlung ins Amt gewählt. Zum 1. August 1990 tritt er den Posten im Rathaus an. Zwischen 1994 und 1996 absolviert er den Verwaltungsfachwirt, wird 1995 Oberinspektor, 1997 geschäftsführender Beamter und 1998 Beamter auf Lebenszeit.

Die letzte Beförderung folgt 2004 zum Stadtoberamtsrat. An der Seite von drei Bürgermeistern hat er gestanden: Siegfried Feller, Sibylle Abel und Heiko Voigt. Wenn er an die alten Zeiten zurück denkt, huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. Heute ist er "65 Plus" und hat noch viel vor: Da warten die vier Enkel, dass der Opa endlich mehr Zeit hat. Auch sportlich will sich der frühere Kraftsportler und treue Fan des FC Bayern München wieder mehr betätigen. Aufräumen und Aussortieren stehen daheim ebenso auf der Agenda. "Da sind diverse Zettelchen, die noch abgearbeitet werden müssen", lacht Harald Wicklein und zwinkert dazu verschwörerisch.

Und dann sind da noch die lange anvisierten Fernziele Australien und Neuseeland, die er gern mit seiner Frau ansteuern würde. Viel habe er gesehen von der Welt: Von Südafrika bis zum Nordkap, von Grönland bis China sei er gereist. "Doch da unten die Ecke, die würde mich schon interessieren." Wenn es soweit ist, wird sich der Oberamtsrat in Rente dann bei den Aborigines und den Maori umschauen - frei nach dem Hape Kerkeling-Motto: "Ich bin dann mal weg."

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Cindy Heinkel

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
00:00 Uhr

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Cindy Heinkel

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15. 11. 2019
00:00 Uhr



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