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Sonneberg/Neuhaus

Bayerischer Planungsverband lehnt Thüringer Windpark ab

Oberfranken spricht sich gegen Thüringens Windpark-Pläne auf dem Konreuth aus. Als Gründe nennt der Planungsverband den Arten- und Landschaftsschutz.



Bamberg/Judenbach - Der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-West spricht sich gegen ein Vorranggebiet für Windkraft bei Judenbach-Föritz im Landkreis Sonneberg aus. Das Gremium begründete dies in seiner Sitzung am Freitagvormittag im Bamberger Landratsamt damit, dass durch rund 200 Meter hohe Windräder auf dem Höhenzug Konreuth, der an der thüringisch-bayerischen Grenze bei Welitsch liegt, das Landschaftsbild und der Artenschutz im Frankenwald beeinträchtigt würden.

Der Planungsausschuss legte unter Vorsitz des Bamberger Landrats Johann Kalb (CSU) Wert auf die Feststellung, dass mit dem Beschluss nicht verbunden sei, dass der Planungsverband gegen Windkraft sei. Im Gegenteil: Er habe in seinem Zuständigkeitsbereich selbst Vorrangflächen für Windkraft ausgewiesen. Das geplante Vorranggebiet in Thüringen beeinträchtige den Frankenwald in nicht akzeptabler Weise.

"Der regionale Planungsverband hat sich selbst auferlegt, im Naturpark Frankenwald keine Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen", dankte der Kronacher Landrat Klaus Löffler (CSU) für den Zusammenhalt im Planungsausschuss. Löffler ist sich mit seinem Sonneberger Kollegen Hans-Peter Schmitz (parteilos) einig, dass sich der Konreuth nicht für Windkraftanlagen eigne. Er erklärte: "Wir wollen grenzübergreifend den Schutz des Grünen Bandes sicherstellen."

Landschaftsbild gestört

Der Planungsausschuss begründete seine ablehnende Haltung damit, dass der Steilhangbereich des Konreuths eine visuelle Leitlinie mit hoher Fernwirkung darstelle. Der auf bayerischer Seite angrenzende Bereich habe eine große Bedeutung für das Landschaftsbild. Zudem gibt es laut der Naturschutzbehörde im Kronacher Landratsamt in einer Entfernung von maximal drei Kilometern zum geplanten Vorranggebiet Vorkommen von gefährdeten Arten wie Schwarzstorch, Uhu, Baumfalke, Wespenbussard oder Rotmilan.

Mit der Ablehnung eines Vorranggebietes für Windkraft bei Gräfenthal habe bereits eine Katastrophe für die Region rund um die Burg Lauenstein verhindert werden können, sagte Klaus Löffler. Der Thüringer Planungsverband habe dieses Vorranggebiet inzwischen aufgegeben, nachdem es auch hier Widerspruch aus Franken gegeben habe.

Bei der Sitzung waren auch die Bürgermeister aus Stockheim und Pressig, Rainer Detsch und Hans Pietz (beide Freie Wähler), sowie ihr Föritztaler Amtskollege Andreas Meusel (CDU) anwesend. Die drei Gemeinden wären von Windrädern auf dem Konreuth am meisten betroffen. Wie Detsch und Pietz informierten, entspreche die Haltung des Planungsverbands voll ihren Erwartungen. "Wir haben uns das entsprechende Gebiet kürzlich schon zusammen mit dem Gremium angeschaut. Und man teilt unsere Ansicht, dass es für einen Windpark völlig ungeeignet ist", so Detsch.

Einstimmig sei am Freitag beschlossen worden, im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung, die noch bis 15. Mai läuft, eine entsprechende Stellungnahme abzugeben. "Das ist natürlich eine sehr gute Unterstützung", freute er sich. Zudem hätten die Gemeinden Stockheim und Pressig bereits eine gemeinsame Stellungnahme mit dem Landkreis Kronach abgegeben, die in dieselbe Richtung ziele.

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Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2019
17:16 Uhr

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Julia Knauer

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29. 03. 2019
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