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Sonneberg/Neuhaus

"Aha, der Jagdhund will auch jagen"

Auf dem Hammerberg bei Mengersgereuth-Hämmern trainieren Ehrenamtler mit Mensch und Vierbeiner, damit sich beide besser verstehen.



Markus Häßler führt einen der Vierbeiner über einen schmalen "Schwebebalken" des Übungsgeländes der Hundesportabteilung. Fotos: Steffen Ittig
Markus Häßler führt einen der Vierbeiner über einen schmalen "Schwebebalken" des Übungsgeländes der Hundesportabteilung. Fotos: Steffen Ittig   » zu den Bildern

Mengersgereuth-Hämmern - Einmal angeworfen, schnurrt die Motorsense los und schon wirft Franz Müller-Hipper das Gras nieder. Am Hammerberg gibt es ein großes Grundstück freizuhalten. 1200 Quadratmeter haben die 38 Mitglieder der Hundesportabteilung des TSV 1864 Mengersgereuth-Hämmern zu pflegen. Auf dem Hammerberg des Frankenblick-Ortsteiles haben sie das weitläufige Gelände in schon seit längerer Zeit in Pacht. Über die Aktion "Finanzspritze" von Freies Wort und SRH-Klinikum Suhl gab es jüngst 450 Euro Zuschuss. Das Geld floss in einen sogenannten Freischneider, eine Motorsense. "Das ist eine, die auch einmal Gestrüpp mäht", betont Vorstandsmitglied Diana Demmler-Sperschneider.

Schnell geht gar nichts

Indessen ist die Wiesenpflege am Hang nicht Selbstzweck für die aktive Truppe. Es geht um Vierbeiner, treue Begleiter des Menschen, den Hund an sich und vor allem darum, richtig mit ihn umzugehen. Schon seit etlichen Jahren bieten die Hundesportler in Mengersgereuth-Hämmern wichtigen Rat für neue Hundebesitzer, um das neue Familienmitglied zu verstehen. Viele Hundebesitzer stellen, so Demmler-Sperschneider, erst einige Zeit nach dem Kauf fest, dass da mehr dranhängt, als hin und wieder mit dem Vierbeiner vor die Tür zu gehen. Schnell seien sie überfordert. Am Anfang stehe da erst einmal, den Hund auch zu verstehen. "Manche kaufen sich einen Jagdhund und stellen dann erst danach fest: Aha, der möchte auch jagen", sagt Demmler-Sperschneider. Hier zeige sich das ganze Dilemma der Gegenwart. Früher hatten Hunde Arbeit, mussten über den ganzen Tag etwas tun, als Begleiter auf der Jagd, beim Bewachen des Hauses, beim Hüten der Schafe. Die Probleme gebe es, weil in vielen Dingen die Hunde heute unterfordert seien.

"Viele kommen dann zu uns, wenn es richtig schlimm ist und möchten dann eine schnelle Lösung", weiß die Ehrenamtliche. Die schnelle Lösung gebe es nicht, aber Hilfe, um den eigenen Vierbeiner besser zu verstehen. Dafür investieren die Vereinsmitglieder ein enormes Maß ihrer Freizeit, um Hund und Mensch zu helfen. Auf dem Übungsplatz haben sie dazu auch einiges aufgebaut, aber sportliche Höchstleistungen haben die Mengersgereuther nicht im Blick. Es geht um Sorgfalt im Mensch-Tier-Verhältnis. Und das ist richtige Arbeit. Dabei helfe bei manchen ein Tipp hinsichtlich Halsband oder Haltegeschirr, bei vielen Training und manche bleiben am Ende als Vereinsmitglied.

Einmal monatlich ist auf dem Hammerberg Arbeitseinsatz, dazu kommen Übungstage und natürlich sind die Vereinsmitglieder mit ihren Tieren auch unterwegs. Fest im Plan stehen mittlerweile Besuche in Pflegeheimen. Gerade Senioren sind dankbare Partner, wenn jemand mit den Vierbeinern bei ihnen vorbeischaut: "Da beginnen alte Menschen, die schon lange kein Wort mehr gesprochen haben, eine richtige Unterhaltung", weiß Demmler-Sperschneider. Auch auf die Schule gehen die Vereinsmitglieder zu. Freilich, auf Zuruf gehe das in der ehrenamtlichen Arbeit nicht, denn viele Mitglieder stünden noch im Arbeitsleben. Da gilt es, das Ehrenamt mit der Schichtarbeit oder der Arbeitszeit zu koordinieren. Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, der kann selbst auf dem Hammerberg bei Mengersgereuth-Hämmern vorbeischauen. Den Einstieg biete ein Schnupperkurs, bei dem auch manchmal schon ein heute treues Mitglied "hängen" geblieben ist. Trainingszeit ist dort jeweils samstags von 13 bis 16 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter:

—————

www.hunde-meng-haemm.de.

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Thomas Schwämmlein
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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
21:43 Uhr

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Thomas Schwämmlein

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
21:43 Uhr



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