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Schmalkalden

Gedanken in der Krise

Zeichen der Hoffnung und Menschlichkeit

Dunkle Schaufenster, verschlossene Türen, leergefegte Plätze und Straßen. Nur wenige Menschen waren am Montag in Schmalkaldens Innenstadt unterwegs. Und diejenigen, die sich beim Einkauf oder Spaziergang begegneten, hielten gebührend Abstand. Nickten kurz zum Gruß und eilten weiter.



Dunkle Schaufenster, verschlossene Türen, leergefegte Plätze und Straßen. Nur wenige Menschen waren am Montag in Schmalkaldens Innenstadt unterwegs. Und diejenigen, die sich beim Einkauf oder Spaziergang begegneten, hielten gebührend Abstand. Nickten kurz zum Gruß und eilten weiter. Auch wenn es schwerfällt, wie mir, die gern mal einen ausgiebigen Schwatz hält. Meinen inzwischen erwachsenen Jungs ist es heute noch peinlich, mit mir durch die Stadt zu gehen. "Mutter" stöhnen sie dann immer und versuchen, genügend Abstand zwischen sich und mich zu bringen. Da ist es wieder, dieses Wort: Abstand.

Als ich Montagnachmittag meine kurze Runde durch die Stadt drehte - man soll ja frische Luft tanken -, kam ich ins Grübeln. Während täglich Hunderte Menschen in ganz Europa, vor allem in Italien und Spanien, um ihr Leben ringen, kann ich hier und heute unter einem strahlend blauen Himmel spazierengehen. Während in Venezuela verzweifelte Frauen vor leeren Regalen stehen, nicht wissen, wie sie ihre Familien satt machen sollen, plagt uns die Sorge, ob wir genügend Klopapier vorrätig haben oder ob die eine von gefühlten 100 Sorten Joghurt, der gerade ausverkauft ist, aufgefüllt wird. In England bitten angesichts von Hamsterkäufen weinend Krankenschwestern ihre Mitmenschen, ihnen wenigstens frisches Obst übrig zu lassen. Sie seien es doch, die bis zur Erschöpfung versuchen, Menschen zu retten.

Auch in unserem Land bangen Menschen um ihre Existenz, müssen Abstriche im Leben verkraften, persönliche und finanzielle. Es wird über Egoismus geklagt. Was geschieht mit uns, jetzt und nach der Krise? Was kommt noch auf uns zu und was kommt danach? Das Coronavirus verändert unser aller Leben. Das macht mir schon manchmal auch Angst. Wenn ich dann soziale Aktionen wie am Wochenende verfolge, fasse ich wieder Mut. Singende, musizierende und aus Dank klatschende Menschen setzen ein Zeichen der Hoffnung und Menschlichkeit. Wie die kleinen Gesten und herzensguten Worte, die uns in den vergangenen Tagen von Leserinnen und Lesern erreicht haben. Dankeschön. Bleiben Sie alle gesund - und, wenn möglich, zu Hause.

Autor
Susann Schönewald

Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
19:46 Uhr

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Susann Schönewald

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23. 03. 2020
19:46 Uhr



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