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Schmalkalden

Gedanken in der Krise

Von der Seele reden

Termine, Anfragen, Beschwerden: In normalen Zeiten steht das Telefon in der Redaktion nicht still. Seit das Coronavirus unseren Alltag diktiert, ist es still geworden am anderen Ende der Leitung.



Susann Schönewald.
Susann Schönewald.  

Termine, Anfragen, Beschwerden: In normalen Zeiten steht das Telefon in der Redaktion nicht still. Seit das Coronavirus unseren Alltag diktiert, ist es still geworden am anderen Ende der Leitung. Eine zu spät oder gar nicht zugestellte Zeitung, ein Loch in der Straße, Hundehaufen auf den Spielplätzen, Ärger mit Behörden - all das scheint gerade nicht wichtig. Covid-19 ist allgegenwärtig. Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote - Telefonseelsorgen und Beratungsstellen erleben gerade einen Ansturm, 50 Prozent mehr Anrufe als an normalen Tagen. Aber was ist noch normal?

Am Mittwoch führte ich ein langes Telefonat mit einer 71-jährigen Leserin aus Floh-Seligenthal, das mich sehr nachdenklich machte. Eine halbe Stunde haben wir geplauscht. Unter normalen Umständen hätte ich das Gespräch irgendwann freundlich beendet, diesmal schaute ich nicht auf die Uhr. Natürlich drehte sich alles um das Thema Corona. Um Ängste und Sorgen, um die aktuelle Situation, auch in ihrer Heimatgemeinde. Warum mach(t)en Menschen trotz Corona im Ausland Urlaub?, fragte sie mich. Viele, die jetzt auf Kosten der Steuerzahler heimgeholt werden und als intelligent gelten, hätten doch die Lage erkennen müssen? Besonders empörte die nette ältere Dame das unentschuldbare Verhalten eines Zahnarztes, der nach seinem Skiurlaub in Italien positiv getestet wurde, vorher aber noch Patienten behandelt hatte. Den Hut ziehe sie hingegen vor den Verkäuferinnen im Supermarkt, sprudelte es aus ihr heraus. Sie müssen die Unvernuft so mancher Zeitgenossen ertragen und können sich nicht einmal richtig schützen. Sie selbst, erzählt die alleinstehende Frau, gehe nur in dringenden Fällen vor die Tür. Mit den Kindern und Freunden könne sie zwar telefonieren, aber die sozialen Kontakte fehlten ihr schon. Corona, sagte sie traurig, mache einsam und mutterseelenallein. Ich musste kurz schlucken. "Sie können mich gern wieder anrufen", bot ich abschließend der älteren Dame mit der jugendlichen Stimme an. Auch, wenn die Corona-Krise vorbei ist, also in normalen Zeiten. Was auch immer dann normal sein mag.

Bleiben Sie gesund, und, wenn möglich, zu Hause.

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
19:30 Uhr

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
19:30 Uhr



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