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Tierische Fahndung: Jäger auf Bullenjagd

Frei laufende Rinder zwischen Breitungen, Farnbach und Winne haben in diesem Herbst häufig das Ordnungsamt beschäftigt und sogar für eine Sperrung der B 19 gesorgt. Jetzt ist einer der Bullen tot.



Einer der letzten beiden Bullen vor etwa zwei Wochen an einer Böschung nahe der Bundesstraße 19. Weil sich die beeindruckenden Tiere nicht wieder sicher einfangen lassen, hat das Landratsamt den Abschuss der Tiere durch Jäger genehmigt.
Einer der letzten beiden Bullen vor etwa zwei Wochen an einer Böschung nahe der Bundesstraße 19. Weil sich die beeindruckenden Tiere nicht wieder sicher einfangen lassen, hat das Landratsamt den Abschuss der Tiere durch Jäger genehmigt.  

Breitungen - Die Internetseite eines landwirtschaftlichen Betriebes in dem Weiler Farnbach bei Breitungen, stammt aus besseren Zeiten. Auf der Homepage wird eine Tierzucht vorgestellt, die einst mit Schafen begonnen habe, dann sei eine "erstklassige Pferde-, Schottische Hochlandrinder- und Salerszucht hinzugekommen".

In den vergangenen Wochen war der Züchter vor allem wegen seiner Rinder im Gespräch. Er konnte die Tiere offenbar nicht mehr im Zaum halten. Immer wieder schaffte es die Herde, sich zu befreien. Die Rinder hielten sich zwischen Farnbach, Breitungen und der Winne auf, auch auf Trusetaler Gemarkung wurden sie gesehen. Auf ihren Streifzügen kamen sie dem Straßenverkehr gefährlich nahe. Mitte Oktober etwa war eine Herde mit rund 70 Tieren, darunter einige Bullen, ausgebüxt und lief in Richtung Ortsumgehung. Weil die Rinder wenige Meter neben der Fahrbahn standen, wurde die Bundesstraße 19, Höhe Breitungen, in der Nacht auf den 11. Oktober kurzerhand gesperrt.

 

Schon eine knappe Woche vorher war die Polizei im Bereich Wahles wegen entlaufener Rinder im Einsatz gewesen. Der verantwortliche Tierhalter habe sich darum gekümmert, dass die Tiere wieder zurück auf ihre Weide getrieben werden, hieß es anschließend im Polizeibericht. Allerdings hätten die Polizeibeamten bei diesem Einsatz auch festgestellt, dass der 61-Jährige mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut am Steuer saß.

Es sollten nicht die letzten Einsätze in Sachen Farnbacher Rinder bleiben. Das Breitunger Ordnungsamt und auch Bürgermeister Ronny Römhild waren in den vergangenen Wochen mehrmals in der Farnbacher Flur unterwegs. Zwischendurch seien die Tiere im Stall gewesen, dann habe es wieder "fast täglich" Anrufe gegeben, berichtet der Bürgermeister. Hauptsächlich, weil Rinder wieder an der Straße standen. "Wir sind, gemeinsam mit dem Landratsamt, auf der Suche nach einer Lösung", antwortete Ronny Römhild auf entsprechende Fragen.

Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage "zahlreiche Beschwerden" bei unterschiedlichen Behörden wegen ausgebrochener Tiere. Ursache seien in der Regel "beschädigte oder unzureichend gesicherte Weidezäune oder ähnliches" gewesen.

Das Veterinäramt sei mehrfach vor Ort gewesen, sagt der Sprecher des Landratsamtes. Zunächst sollte der Züchter die Zahl der Tiere reduzieren, vor allem jener Rinder, die auf Weiden gehalten wurden. Dem sei der Züchter "nur teilweise nachgekommen".

"Aus mehreren Gründen" sei dem Halter schließlich "unter Berücksichtigung der derzeitig vorhandenen technischen und personellen Ressourcen die Weidehaltung bis auf Weiteres untersagt worden". Gestattet bleibe ihm "die Betreuung von maximal 40 Rindern plus Nachzucht innerhalb von Stallungen".

Zuletzt waren noch zwei Bullen in Freiheit. Weil man diese nicht sicher einfangen könne, habe der Tierhalter beim Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung beantragt, die Bullen erlegen zu dürfen. Dem haben die Fachbehörden mit Auflagen zugestimmt. Sie erteilten vier Jägern der Region eine Sondergenehmigung zum "tierschutzgerechten Abschuss" der beiden Bullen.

Einer der beiden wurde nach Informationen der Redaktion bereits kurz nach der Genehmigung am Mittwochabend zwischen oberer und unterer Winne erlegt.

Autor

Ulricke Bischoff
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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
18:06 Uhr

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Autor

Ulricke Bischoff

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
18:06 Uhr



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