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Schmalkalden

Leben und Erleben im Fachwerkhaus

Das Interesse ist da: Touristen wie Schmalkaldern gefiel die erste öffentliche Führung von Harald Reiner Gratz durch das neue Otto Mueller Museum der Moderne.



Die interessante Fachwerkbauweise des Hauses Altmarkt 8 ist von außen zu bestaunen. "Diese Verbindung von verschiedenen Stilen gibt es nur drei Mal in der Weise in Europa", erklärte Harald Reiner Gratz (Mitte) seinen Gästen. Foto: Sigrid Nordmeyer
Die interessante Fachwerkbauweise des Hauses Altmarkt 8 ist von außen zu bestaunen. "Diese Verbindung von verschiedenen Stilen gibt es nur drei Mal in der Weise in Europa", erklärte Harald Reiner Gratz (Mitte) seinen Gästen. Foto: Sigrid Nordmeyer  

Schmalkalden - Die Samstagsführung soll zur festen Einrichtung im Haus werden. "Schule des Sehens" - das ehrgeizige Motto des neuen Museums - verpflichtet zur Regelmäßigkeit. Inhaltlich wird es immer um die jeweils aktuelle Ausstellung gehen, jeden Monat mit einem anderen Bild im Mittelpunkt.

Aber auch die Geschichte des gotischen Handelshauses aus dem Jahr 1440 ist interessant und lohnt nicht nur den Blick von außen auf die außergewöhnliche Fachwerkbauweise - der Rundgang von den Tonnengewölbekellern über den alten Sandsteinfußboden im Eingangsbereich und die Beletage mit ihrer originalen Raumhöhe von über drei Metern bis hoch in jenes zweite Obergeschoss, das auf das Ständerfachwerk darunter aufgesetzt wurde. Hier oben im Kabinettzimmer ist es, wo jetzt die Totenmaske Otto Muellers (1874- 1930) zu sehen ist, mit seinem zu lächeln scheinenden Antlitz. Auch die in Gips festgehaltene Physiognomie der Malerhand spricht von einem feinsinnigen Menschen. Harald Reiner Gratz verzichtete größtenteils darauf, aus dem Leben des Mitglieds der Künstlergruppe "Brücke" zu erzählen. Ganz im Sinne von Otto Mueller selbst, der sagte: "Meine Bilder ersetzen jede Biografie; in meinen Werken zeige ich mein Leben und Erleben."

Neben den über 50 Werken Otto Muellers sind zwei Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner und vier von Erich Heckel sowie Originalfotos in der Ausstellung zu sehen. Als einen Wegbereiter der "Moderne" beschrieb Gratz den für das Museum nun namensgebenden Künstler, dessen "Hauptziel seines Strebens" nach eigenem Bekenntnis war: "... mit größtmöglicher Einfachheit Empfindung von Landschaft und Mensch auszudrücken." In der Einheit von Mensch und Landschaft wären "Muellers Figuren immer entspannt und vollständig bei sich", attestierte Gratz seinem Malerkollegen. Die Darstellung des Paradieses sei Muellers Thema.

Das Museum wurde am 11. Mai eröffnet und zeigt in wechselnden Ausstellungen hochwertige Werke aus der Zeit der klassischen Moderne. Träger ist der Kunstverein Schmalkalden "kunst heute" e. V.. Das Haus beherbergt im Erdgeschoss den Museumsshop LESEZEICHENKUNST. Kunstverein und LESEZEICHEN organisieren Veranstaltungen und auf Wunsch Führungen sowie museumspädagogische Angebote.

 

—————

Führung durch die Ausstellung "Otto Mueller - Wege zur Moderne" im Altmarkt 8 jeden Samstag um 15 Uhr. Geöffnet ist das Museum Mittwoch bis Samstag, 10-18 Uhr, und Sonntag, 14-18 Uhr.

Autor

Sigrid Nordmeyer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 06. 2019
17:40 Uhr

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Sigrid Nordmeyer

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11. 06. 2019
17:40 Uhr



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