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Schmalkalden

Gemeinsam durch die Phase 2

In Mini-Schritten, so hat die Bundeskanzlerin mitgeteilt, soll das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden. Von einem "zerbrechlichen Zwischenerfolg" im Kampf gegen die Corona-Pandemie sprach sie.



Verriegelt, aber nicht verrammelt: Das Freibad Näherstille ist auf unbestimmte Zeit geschlossen - der Bademeister und sein festangestellter Kollege haben Aufgaben im Bauhof übernommen, schauen aber im Freibad immer mal nach dem Rechten. Foto: fotoart-af.de
Verriegelt, aber nicht verrammelt: Das Freibad Näherstille ist auf unbestimmte Zeit geschlossen - der Bademeister und sein festangestellter Kollege haben Aufgaben im Bauhof übernommen, schauen aber im Freibad immer mal nach dem Rechten. Foto: fotoart-af.de  

Schmalkalden - Wie vermutlich Tausende Menschen in Deutschland hat auch Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski die Pressekonferenz mit Angela Merkel, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Bildschirm verfolgt. Er ziehe den Hut vor der Bundeskanzlerin, sagte der parteilose Bürgermeister am ersten Tag der Phase 2 im Kampf gegen die Verbreitung des Virus. "Merkels Stärke, die Lage genau zu analysieren, ihre Gedanken und ihr Vorgehen schriftlich zu fixieren und darüber noch einmal eine Nacht zu schlafen, zahle sich in Krisensituationen, wie wir sie gerade erleben aus", sagte Kaminski. Alphatiere wie Markus Söder oder Armin Laschet einzufangen und auf Linie zu bringen, das verdiene Respekt und Anerkennung.

Die verkündeten Maßnahmen sind richtig, findet Kaminski, auch wenn sie an einigen Stellen sehr hart sind. So steht seit Mittwoch fest, dass in diesem Jahr das traditionelle Stadtfest mit Hirschessen ausfallen wird. Besonders bitter: Es wäre das 30. gewesen. Schon vor Wochen hatte die Stadtverwaltung alle bisher geschlossenen Verträge auf Eis gelegt und keine neuen unterzeichnet.

Auch das Freibad Näherstille wird, Stand heute, in diesem Jahr eher nicht öffnen. Wie in ganz Deutschland die öffentlichen Bäder wohl geschlossen bleiben, vermutet der Stadtchef. Im Hochsommer bis zu 3000 Menschen zusammenkommen zu lassen, wäre in seinen Augen unverantwortlich und dem Ziel, die Infektionsrate so niedrig wie möglich zu halten, kontraproduktiv. Nicht ohne Grund seien alle Großveranstaltungen bis Ende August verboten worden. Kaminski weiß sehr wohl, dass geschlossene Bäder immense Auswirkungen auch auf die Saisonkräfte haben. Etwa zehn hat die Stadt jedes Jahr für das Freibad eingestellt. Die meisten haben nun kein Einkommen, was ihn sehr schmerze, so Kaminski. Der Bademeister und sein fester Kollege haben Aufgaben im Bauhof übernommen, schauen aber im Freibad immer mal nach dem Rechten. So muss die Technik gewartet und der Rasen gemäht werden.

Vorstellen kann sich Schmalkaldens Bürgermeister, dass nach dem 4. Mai, wenn die Kontaktsperre möglicherweise gelockert wird, kleinere Veranstaltungen mit einer begrenzten Personenzahl und unter Einhaltung aller hygienischen Regeln und Vorschriften stattfinden könnten.

Ob der Thüringentag im Juni 2021 in Schmalkalden gefeiert wird, hängt dem Vernehmen nach ebenfalls in der Schwebe. Fraglich ist, ob die Stadt unter den gegenwärtigen Bedingungen und Problemen das Fest mit Tausenden Besuchern aus dem ganzen Freistaat finanziell stemmen kann. Die Vorbereitungen sind erst einmal eingestellt.

"Wir finden Lösungen"

Besonders freut es Kaminski, dass ab Montag der Einzelhandel mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern wieder durchstarten kann. Natürlich auch unter strengen Auflagen. Die Stadt werde so gut wie möglich unterstützen, sichert der Bürgermeister Hilfe zu. In der Innenstadt dürften aus seiner Sicht alle Läden wieder öffnen dürfen. Lösungen würden sich aber auch für andere Geschäfte finden, die knapp über der erlaubten Fläche liegen, wie der Medimax. Sollten Beschäftigte, die jetzt wieder in ihren Beruf zurückkehren, eine Notbetreuung für ihre Kinder benötigen, sollten sie sich ebenfalls an die Stadt wenden. "Wir werden eine Lösung finden", sagt Kaminski. Er geht davon aus, dass die systemrelevanten Berufsgruppen erweitert werden. Von aktuell 26 angemeldeten Interessierten sind zurzeit zehn Kinder in der Notfallbetreuung.

Richtig und wichtig findet Kaminski ebenfalls die Entscheidung, den Thüringer Schulbetrieb ab dem 27. April (Abiturklassen), ab 4. Mai (Abschlussklassen der Grundschulen, Regelschulen, Gemeinschaftsschulen und Berufsbildenden Schulen sowie Förderschulen) schrittweise wieder hochzufahren. Die Kindergärten sieht der Bürgermeister allerdings noch eine längere Zeit geschlossen (der Freistaat plant die schrittweise Öffnung im Mai).

"Wenn wir irgendwann zu einer gewissen Normalität zurückkehren wollen, muss der Anstieg der Fallzahlen möglichst langsam und über einen längeren Zeitraum erfolgen, teilt Kaminski die Meinung der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts. Leider habe sein Optimismus, dass noch in diesem Jahr ein Impfstoff auf den Markt kommt, einen Dämpfer erhalten. Deshalb befürworte er die jetzt verkündete Strategie: Infizierte schnell erkennen, Kontaktpersonen isolieren und so eine Ausbreitung verhindern. Wie es zum Beispiel in Südkorea gelungen sei.

Zu guter Letzt möchte sich Kaminski noch einmal bei den Schmalkalderinnen und Schmalkaldern bedanken für ihre Disziplin und ihr Verantwortungsbewusstsein. Das hätten auch die Kontrollen an den Ostertagen gezeigt. Zugleich bittet der Bürgermeister weiterhin um Geduld, darum, nicht leichtsinnig zu werden und aufeinander aufzupassen.

Weitere Informationen, auch zur Notfall-Betreuung, zu Förderprogrammen, Hilfen, zu Serviceangeboten von Gastronomen, Dienstleistern und Einzelhändlern sowie weiterführende Links gibt es unter

—————

www.schmalkalden.de

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2020
20:28 Uhr

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Susann Schönewald

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17. 04. 2020
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