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Schmalkalden

Eltern senden Hilferuf nach Erfurt

Schüler und Eltern der Klassen 1d und 2b der Grundschule Schmalkalden wehren sich gegen die Auflösung beziehungsweise Zusammenlegung ihrer Klassen. Ihr "Offener Hilferuf" erreichte jetzt auch die Landespolitik.



Protest vor den Winterferien: Eltern der Grundschulen Schmalkalden und Floh im Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich (rechts). Foto: Annett Recknagel
Protest vor den Winterferien: Eltern der Grundschulen Schmalkalden und Floh im Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich (rechts). Foto: Annett Recknagel  

Schmalkalden - Der öffentliche Protest von Elternvertretern am letzten Schultag vor den Winterferien war nur der Anfang. Jetzt wenden sie sich mit einem "Offenen Hilferuf" an die Thüringer Landespolitik. Da der Freistaat aktuell keinen Bildungsminister hat, adressierten sie ihren Brief an Staatsssekretärin Gabi Ohler und an die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen.

In dem Schreiben schildern die Eltern die Situation an der Staatlichen Grundschule. Sie berichten von aufgelösten und traurigen Erstklässlern, die kurz vor den Winterferien erfahren hätten, dass ihre Klasse aufgelöst und aufgeteilt werden soll. Zugleich würden sie ihre Klassenleiterin verlieren, die eine zweite Klasse übernehmen soll, weil deren bisherige Lehrerin vom Staatlichen Schulamt an die Grundschule Brotterode abgeordnet worden ist. Die Eltern beklagen einen "indiskutablen Kommunikationsstil" und halten die Entscheidung für "pädagogisch fahrlässig". Sie hätten sich seinerzeit bewusst für die wohl drittgrößte Grundschule in ganz Thüringen entschieden, weil hier vier kleiner erste Klassen gebildet worden sind, in denen Kinder aus sieben Nationen mit erhöhtem Förderbedarf oder Migrationshintergrund lernen. Gleiches treffe auf die 2b zu, deren Leiterin und Erzieherin es sehr gut verstanden hätten, dass die Kinder zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. Ihre unvermittelte Abordnung sei ein Riesenschock. Die Eltern befürchten nun, "dass die Zwangsmaßnahme vom grünen Tisch aus, ohne Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort, der Entwicklung unserer Kinder schadet".

Die Eltern erkennen zwar die Bemühungen der ehemaligen Landesregierung an, Unterrichtsausfall zu vermeiden und mehr Lehrer einzustellen, zeigen Verständnis dafür, dass die Fehler in der Thüringer Bildungspolitik aus den letzten zehn, 15 Jahren nicht kurzfristig behoben werden können. Sie fragen sich aber, warum auf drohende Engpässe wie in Brotterode nicht vorauschauend reagiert worden ist? Warum es keine Möglichkeit gibt, bei dem aktuellen Bedarf von der vom Bildungsministerium beworbenen Vertretungsreserve zu partizipieren? Warum es in Thüringen, wei in anderen Bundesländern, keine Schulamtsreserve gibt? Zudem hinterfragen die Eltern den Bewerbungsprozess im Südthüringer Schulamtsbezirk, der ihrer Meinung nach nicht optimal verlaufe. Und sie wollen vom Thüringer Bildungsministerium wissen, wie es dazu steht, dass erste Klassen in Thüringen nach einem halben Jahr aufgelöst werden. Offenbar ist davon nicht nur die Grundschule in Schmalkalden, sondern auch die in Floh und eine in Westthüringen.

Das Staatliche Schulamt Südthütingen hatte die Abordnung der Lehrerinnen mit der Bewerbersituation begründet, die es letztlich nicht ermögliche, Ersatz für ausgefallene Kolleginnen und Kollegen zu realisieren. Bezugnehmend auf den Vorwurf der Eltern, dass auf dem Stellenportal offenbar keine Grundschullehrer für den gesamten Bereich Schmalkalden und Umgebung gesucht würden, betonte Kaufmann, dass auf dem Portal die unbefristet zu besetzenden Stellen ausgeschrieben werden. Für eine befristete Einstellung - zum Beisiel als Ersatz für Langzeiterkrankte - gebe es in der Regel überhaupt kein Interesse. Das Schulamt nehme trotzdem mit jedem Bewerber Kontakt auf und biete immer auch die nur befristet zu besetzenden Stellen mit an.

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
09:52 Uhr

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Susann Schönewald

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13. 02. 2020
09:52 Uhr



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