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Schmalkalden

"Deutsche Einheit ist ein Glücksfall"

30 Tauben ließen Schmalkalder und Recklinghäuser am "Tag der deutschen Einheit" in den Himmel aufsteigen. Als Zeichen des Friedens, der Freiheit und ihrer partnerschaftlicher Verbundenheit.



2019-10-04
Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski mit seinem Recklinghäuser Amtskollegen Christoph Tesche im Park der Viba-Nougatwelt.   Foto: Wolfgang Benkert

Schmalkalden - Seit 29 Jahren sind Ost- und Westdeutschland wiedervereinigt, seit 30 Jahren sind Schmalkalden und Recklinghausen partnerschaftlich verbunden. Wahrlich zwei gute Anlässe zu feiern. Jeder, der am Donnerstag den ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche St. Georg und den Festakt im Riesensaal von Schloss Wilhelmsburg besuchte, hat seine eigenen, ganz persönlichen Gründe, warum er sich über die Einheit und die Städtepartnerschaft freut. Auch wenn es bei allen Fortschritten und positiven Veränderungen immer noch vieles zu tun gibt.

Sowohl Bürgermeister Thomas Kaminski als auch sein Amtskollege Christoph Tesche zeigten sich zuversichtlich, dass noch bestehende Unterschiede, sowohl in den alten als auch ind en neuen Bundesländern, in den kommenden Jahren behoben werden. "Auf Point Alpha haben wir erlebt, was Mauern und Zäune anrichten", sagte Kaminski. Auch wenn in den vergangenen 30 Jahren Fehler gemacht worden seien, "die Wiedervereinigung war das beste", erklärte Kaminski. Die Städtepartnerschaft würdigte er als eine lebendige Verbindung, die von Empathie, Mut, Respekt und gegenseitiger Verantwortung geprägt ist. In der es legitim sei, auch kritische Fragen stellen zu dürfen. Weil man verstehen - und sich verstanden wissen will.

Schmalkaldens Stadtchef erinnerte an den Strukturwandel, den sowohl die Stadt in Thüringen als auch die im Ruhrgebiet erlebt hat. Ein Wandel, in dem vieles, aber nicht alles gelingt. Der aber Hoffnung und "uns stark" macht. Die Partnerschaft zu Recklinghausen ist aus Sicht des Schmalkalder Bürgermeisters bundesweit fast einmalig. Deshalb interessiere sich auch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat dafür, sagte Kaminski und begrüßte mit Ruth Grune die Referentin der Geschäftstelle "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit". Anfang nächsten Jahres seien gemeinsame Aktionen der Kommunen geplant, kündigte Kaminski an. Mehr wollte er noch nicht verraten.

Um die Zukunft der Partnerschaft ist Schmalkaldens Stadtchef nicht bange. Allerdings "muss nun das, was uns vorbereitet worden ist, an die folgenden Generationen weitergeben werden", diktierte Kaminski sowohl sich als auch seinem Amtskollegen Christoph Tesche ins Hausaufgabenheft. Dieser hatte sein vorbereitetes Manuskript kurzerhand wieder in die Tasche gesteckt und stattdessen nach einem Büchlein gegriffen, das er bei seinem jüngsten Besuch in Schmalkalden geschenkt bekommen hatte: Das in der Suhler Verlagssgesellschaft erschienene Konsum-Marken-Buch. Aus diesem "wunderbaren Buch", ein unterhaltsamen Rückblick auf das Ostprodukt, spreche die Seele, der Humor und die Ironie der Menschen, die in der DDR gelebt, dieses Land geliebt, aber auch erkannt haben, dass sie sich nicht länger von Mauern und Zäunen abhalten lassen können. Was am 98. November 1989 im friedlichen Fall der Mauer mündete. Die deutsche Einheit sei "unser aller Glück, in der deutschen Geschichte einmalig und die Grundlage für Wohlstand und Frieden", sagte Tesche. Auch wenn sich einige Menschen als Verlierer sehen. Recklinghausens Bürgermeister zeigte Verständnis für die Menschen in den neuen Ländern, die viele Brüche in ihren Biografien erlebt haben, deren Lebensleistungen nicht angemessen gewürdigt worden ist. Vor diesen Hintergründen sei das Zusammenwachsen dennoch gelungen, betonte Tesche mit Blick auf die Städtepartnerschaft. Für diese müssten nun auch die jungen Menschen begeistert werden, pflichtete er seinem Amtskollegen bei. Tesche erinnerte zudem daran, dass 2019 auch das Jubiläumsjahr der deutschen Demokratie ist. Auch wenn diese manchmal weh tut, wie am 11. Oktober in Schmalkalden, spielte der Recklinghäuser Bürgermeister auf den Auftritt des Thüringer AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke an. "Das muss Demokratie aushalten, bei Ihnen als bei uns."

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
17:00 Uhr

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
17:00 Uhr



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