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Schmalkalden

Bundesstiftung fördert Ritualbad

Mit 50 000 Euro fördert die treuhänderische Ernst Ritter Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) steinrestauratorische Arbeiten an der Kellermikwe in der Hoffnung 38.



Bürgermeister Thomas Kaminski (rechts) und Architekt Jens Büttner beim Dreh über die Bedeutung und Restaurierung der Mikwe. Foto: fotoart-af.de
Bürgermeister Thomas Kaminski (rechts) und Architekt Jens Büttner beim Dreh über die Bedeutung und Restaurierung der Mikwe. Foto: fotoart-af.de  

Schmalkalden - Eine Treuhandstiftung innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restaurierung des eindrucksvolles frühneuzeitliche Ritualtauchbades in der Hoffnung 38. Das wurde jetzt in einem Fördervertrag vereinbart, heißt es in einer Pressemitteilung der DSD.

Das jüdische Ritualbad nahe der 1938 zerstörten Synagoge in der Judengasse wurde vor fünf Jahren im Hof eines im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts erbauten Fachwerkhauses unter einem Gewölbekeller entdeckt. Nach Auskunft des Landesdenkmalamtes stammt es wahrscheinlich aus der Zeit, als die Zahl an jüdischen Mitbewohnern in Schmalkalden am größten war. Die Mikwe ist heute eines der letzten Zeugnisse des reichhaltigen jüdischen Lebens in der Stadt. Juden lebten seit dem 13. Jahrhundert in Schmalkalden.

Das Ritualbad bestiegen die gläubigen Juden zur spirituellen Reinigung. Zuvor hatten sie sich in der vermutlich gegenüberliegenden Badestube körperlich gereinigt. In das Becken, das auch am Boden mit Steinplatten ausgelegt ist, gelangte man über zwei Stufen als Einstiegshilfe. Die Anlage besteht aus verschiedenen architektonischen Elementen, von denen sich drei Becken in enger räumlicher Nachbarschaft befinden. Ein viertes ist über eine hölzerne Wasserleitung samt steingefasstem Überlauf mit dem Ensemble verbunden. Das frühneuzeitliche Tauchbad ist außergewöhnlich gut erhalten, auch die qualitätsvolle Verarbeitung der verwendeten Sandsteine sowie einzelner Spolien sind beeindruckend.

Die festliche Einweihung der Mikwe ist für das Frühjahr 2021 geplant.

Der 15-minütige Videobeitrag über die Mikwe, anlässlich des diesjährigen, virtuellen Tages des offenen Denkmals, ist unter folgendem Link verfügbar:

—————

www.tag-des-offenen-denkmals.de
veranstaltungen/ein-herausragendes-zeugnis-juedischen-lebens-gemeinsam-
erhalten-die-kellermikwe-in-schmalkalden

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2020
19:08 Uhr

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Susann Schönewald

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16. 09. 2020
19:08 Uhr



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