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Schmalkalden

Asbacherin näht und verschenkt "Schnützlappe"

Die Corona-Krise wirbelt das Leben von Daniela Strube durcheinander. Statt schöne Frisuren zu zaubern, näht die Asbacherin fleißig Mundschutze.



In ihrer kleinen Nähwerkstatt stellt Daniela Strube täglich bis zu 30 Schutzmasken her. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Michael, den Söhnen Max und Jonas sowie Schwester Caroline Strube-Kaminski. Foto: fotoart-af.de
In ihrer kleinen Nähwerkstatt stellt Daniela Strube täglich bis zu 30 Schutzmasken her. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Michael, den Söhnen Max und Jonas sowie Schwester Caroline Strube-Kaminski. Foto: fotoart-af.de  

Asbach - Das Video, das Daniela mit ihrem "Schnützlappe" zeigt, verbreitet sich im Netz wie ein Lauffeuer. Nach ihrem Aufruf auf Facebook und Instagram, Baumwollstoffe, Bänder oder Garn für die Fertigung von Mundschutzen zu spenden, steht das Telefon in der Asbacher Wohnung nicht mehr still. Bekannte und unbekannte Menschen bieten Hilfe an, wollen das Projekt, mit dem die gelernte Friseurin Leben retten möchte, unterstützen.

Die Corona-Kr ise hat die Arbeitswelt der 48-Jährigen und ihrer Familie auf den Kopf gestellt. Vor einer Woche musste sie ihren Friseursalon An der Asbacher Straße schließen, die Angestellten in Kurzarbeit schicken. Die Hände in den Schoß zu legen, ist jedoch nicht ihr Ding. Schon vor Covid-19 hatte sich die zweifache Mutter unter dem Dach ihres Hauses ein kleines Atelier eingerichtet, in dem sie im Nebengewerbe die für die Region typischen "Haidlappen" nähte - stylische bunte oder einfarbige Haarbänder mit und ohne Muster. Nun hat sie die Produktion umgestellt. Nähmaschinen rattern statt Scherenklappern, lacht die Asbacherin.

Auf die Idee gebracht hatte sie Sohn Jonas. Eine befreundete Krankenschwester hatte ihm erzählt, dass an allen Ecken und Enden Schutzkleidung fehlt. "Wir könnten doch Mundschutze nähen", schlug der Sohnemann daraufhin vor - und begeisterte mit seiner Idee die ganze Familie. Arbeitsteilung im Hause Strube: Der macht das Projekt in den Medien puplik, andere kümmern sich um Vertrieb und Marketing, nehmen Bestellungen auf und Spenden entgegen - Daniela näht.

Unter ihren flinken Händen entstehen täglich bis zu 30 Mundschutze. Am Anfang habe sie verschiedene Passformen getestet, erzählt die 48-Jährige. Pfleger, Schwestern, Ärzte, Therapeuten oder Verkäuferinnen müssen ja diese Masken den ganzen Tag tragen. Deshalb halten ihren Mundschutz Bänder zusammen, kein Gummi, der vorn und hinten drückt. Jeder könne sich so die eigene Passform einstellen. Daniela Strube weiß natürlich, dass ihre farbenfrohen und bei mindestens 60 Grad waschbaren "Schnützlappe" keine DIN erfüllen. Darauf weise sie die Träger auch ausdrücklich hin. Sie decken aber Mund und Nase ab. Besser diesen Schutz als gar keinen.

Positiv überrascht hat die lebensfrohe Blondine mit dem pfiffigen Kurzhaarschnitt die große Resonanz, die sie auf ihren Aufruf erfahren habe. Stoffe, Schrägbänder, Garne, Nadeln, ja sogar Nähmaschinen, wurden ihr vor die Tür gestellt. Zudem meldeten sich viele fleißigen Nähbienchen, die in die Produktion mit einsteigen wollen. Daniela erklärt ihnen, auf was sie beim Nähen achten müssen, verschickt Bilder und Anleitungen. Der Bedarf jedenfalls ist immens hoch. "Schnützlappe" aus Asbach tragen inzwischen nicht nur Menschen in und um Schmalkalden, sondern auch in Erfurt oder im Ruhrgebiet.

Ihren Mundschutz schenkt Strube Menschen, die sich Berufs wegen vor einer Infektion mit dem Virus schützen müssen. Privat gibt sie die Masken gegen eine Spende für das Kinderhospiz Mitteldeutschland ab.

Kontakt: (0174) 3538499

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
19:14 Uhr

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Susann Schönewald

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
19:14 Uhr



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