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Unwetterschäden endlich beseitigt

Abweichungen bei den im Haushalt der Gemeinde Leutersdorf für 2018 geplanten Zahlen machten einen Nachtragshaushalt erforderlich. Dieser wurde in der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde beschlossen.



Die Straße Kirchhofstal wurde bei einem Starkregen 2016 schwer in Mitleidenschaft gezogen. In diesem Jahr wurde die Straßendecke repariert. Fotos: D. Bechstein
Die Straße Kirchhofstal wurde bei einem Starkregen 2016 schwer in Mitleidenschaft gezogen. In diesem Jahr wurde die Straßendecke repariert. Fotos: D. Bechstein   » zu den Bildern

Leutersdorf - Die Gemeinde Leutersdorf war bis 2017 in der Haushaltskonsolidierung. Den Haushalt für dieses Jahr stellten die Räte daher sehr sparsam auf. Auch unter dem Aspekt, dass seit 2001 bis 2017 die Schlüsselzuweisungen vom Land um 50 Prozent gesunken sind und diese nicht einmal reichen, um die Kreisumlage zu zahlen. Nur die dringlichsten Investitionen wurden 2017 geplant und konnten aus verschiedensten Gründen aber teilweise nicht umgesetzt werden. So beispielsweise die geplante Reparatur der Gemeindestraße Kirchhofstal, die durch Starkregen mit Überflutungen im Ort im Jahr 2016, stark in Mitleidschaft gezogen worden war. Abschnitte des Asphaltbelages hatte das Wasser aus der Straße regelrecht herausgespült und dadurch große Schäden verursacht. Bürgermeister Frank Ehrenberger und die Räte hatte diese dringend notwendige Reparatur stets ganz oben auf ihrer Agenda. Hoffnungen auf Fördermittel für die Beseitigung der Schäden hatten sich nach einem Besuch vom Thüringer Staatssekretär Klaus Sühl jedoch zerschlagen.

Im laufenden Jahr konnten nun endlich die Unwetterschäden beseitigt werden. Die Straßendecke wurde großflächig ausgebessert. Oberhalb gelegene Wirtschaftswege, die ebenfalls bei dem Unwetter stark in Mitleidenschaft gezogen und ausgespült worden waren, hat man neu aufgeschottert und auch den Weg zum Friedhof instandgesetzt. Die Kosten für alle Reparaturmaßnahmen überstiegen allerdings das im Haushalt 2018 geplante Budget, sodass ein Nachtragshaushalt aufgestellt und beschlossen werden musste.

Plan überarbeitet

In den Nachtragshaushalt wurden alle Änderungen gegenüber dem bisherigen Planwerk eingearbeitet. Der Verwaltungshaushalt ist in den Einnahmen und Ausgaben mit 210 550 Euro (bisher 210 600 Euro) ausgeglichen. Im Vermögenshaushalt kam es zu größeren Änderungen, der aber ebenfalls in den Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen werden konnten. Statt bisher 56 200 Euro umfasst dieser Etat jetzt 71 500 Euro.

Der Verwaltungshaushalt beinhaltet die Pflichtaufgaben der Gemeinde. Enthalten sind darin unter anderem gesetzlich vorgeschriebene Versicherungsleistungen sowie auch die Unterhaltungskosten für gemeindliche Immobilien. Die Beteiligung der Gemeinde an den Betriebskosten für Kindereinrichtungen, die Vachdorfer Kinder besuchen, steigen von 24 100 auf 31 000 Euro. Wie Bürgermeister Frank Ehrenberger informierte besuchen derzeit vier Mädchen und Jungen die Einrichtung in Vachdorf und eines den DRK-Kindergarten in Einhausen. Ursprünglich sollten ab Dezember zwei weitere Kinder in der Vachdorfer Einrichtung aufgenommen werden. Dies habe sich aber zerschlagen, war vom Bürgermeister zu erfahren.

Für den Winterdienst der Ortsdurchfahrt sind im Verwaltunghaushalt 1500 Euro und 300 Euro für die Räumung der Gemeindestraßen veranschlagt. Die Reparaturkosten für die Straßenbeleuchtung erhöhen sich um 100 Euro. Der bisherige Ansatz für den Stromverbrauch verringert sich um 650 Euro auf 3250 Euro. Auch die Stromkosten für das Dorfgemeinschaftshaus Schiffersgasse fallen um 500 Euro niedriger aus.

Die vorgesehenen Ausgaben für den Gemeindetraktor erhöhen sich durch ungeplante Reparaturen von 1700 auf 3700 Euro. Die Reinigung und Unterhaltung der gemeindlichen Gaststätte Schwarze Henne führen geringfügig Beschäftigte aus. Da die Immobilie wenig genutzt wurde, wurden die Personalausgaben um 500 Euro sowie der Unterhalt um 250 Euro und die Bewirtschaftungskosten um 100 Euro reduziert. Da die Mieterin der einzigen Gemeindewohnung in ein Pflegeheim umgezogen ist, verringern sich die erwarteten Einnahmen um 300 Euro. Das jetzt ungenutzte Gebäude möchte die Gemeinde verkaufen. Die Einnahmen aus Grundstückspachten fallen um 150 Euro höher als erwartet aus. Die VG-Umlage schlägt mit 28 350 Euro zu Buche - das sind 250 Euro weniger als bislang im Plan. Die Zinsausgaben reduzieren sich um 100 Euro.

Im Ergebnis der Einnahmen und Ausgaben können dem Vermögenshaushalt nur noch 12 500 Euro (20 150 Euro bisher geplant) zugeführt werden.

Im Vermögenshaushalt spiegeln sich die Reparaturen der Schäden an Straßen und Wege wider, die das Unwetter im Jahr 2016 verursacht hatte. Die teilweise großflächigen Asphaltreparaturen der Straße Kirchofstal kosteten 17 850 Euro. Die Beseitigung der Hochwasserschäden an den landwirtschaftlichen Wegen belief sich auf 35 450 Euro - 12 650 Euro mehr als in den alten Haushaltsplan eingestellt. Arbeiten an der Decke des Saales in der Gaststätte Schwarze Henne kosteten 1150 Euro. Einnahmen im Vermögenshaushalt erzielt die Gemeinde aus dem Verkauf von zwei kleinen Grundstücken sowie Entschädigungen der Thüringer Energie AG in Höhe von 1700 Euro. Zum Ausgleich des Vermögenshaushaltes werden 48 200 Euro aus der Rücklage entnommen.

Auch mit dem Nachtragshaushalt ist die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Leutersdorf 2018 gegeben. Im Jahr 2019 will man die ehemalige Schule verkaufen. Ein Gutachten geht von einem Wert von 75 000 Euro aus. Wie hoch der tatsächliche Erlös ausfallen wird, steht nicht fest. In jedem Fall hat die Gemeinde dadurch mehr Spielraum für Investitionen. Die Gemeinderäte stimmten der Satzung zum Nachtragshaushalt einstimmig zu

90-prozentige Förderung

Unter Inanspruchnahme des Kommunalinvestitionsförderungsprogrammes will die Gemeinde ein neues Tor an der Unterstellhalle des gemeindlichen Bauhofes anbringen lassen. Zwei Angebote wurden eingeholt - den Zuschlag erhielt die Firma Hartmut Schleicher aus Belrieth für das Angebot von 4034 Euro für Lieferung und Einbau. Kosten entstehen der Gemeinde nicht. Aus dem Programm gibt es eine 90-prozentige Förderung von 3650 Euro. Den zehnprozentigen Eigenanteil hat der Freistaat Thüringen übernommen und bereits ausgezahlt.

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Dietrich Bechstein
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
00:00 Uhr

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Dietrich Bechstein

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08. 11. 2018
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