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"Salzunger Bündnis" wehrt sich weiter gegen umstrittene Stromtrasse

Land und Kommunen Seite an Seite - das gab es in Thüringen bei Großprojekten zuletzt nicht oft. Beim Widerstand gegen die Stromtrasse Südlink haben alle Beteiligten aber nur ein Interesse: den Bau unbedingt verhindern.



Bad Salzungen/Meiningen - Eine gemeinsame Erklärung gegen den geplanten Verlauf der Stromtrasse Südlink durch Westthüringen hat am Dienstag das "Salzunger Bündnisses" präsentiert. Das politische Bündnist, bestehen aus dem Wartburgkreis, dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen, der Stadt Eisenach und dem Unstrut-Hainich-Kreis, will noch effektiver gegen die Stromtrasse Südlink einbringen.

Die Vertreter der genannten Gebietskörperschaften wollen sich für die Berücksichtigung der vom Freistaat Thüringen vorgeschlagenen Alternativtrasse starkmachen. Das "Salzunger Bündnis" hat vor, das gemeinsamen Vorgehen in dieser Frage mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz sowie dem Landesverwaltungsamt abzustimmen. Man vertritt die Auffassung, dass die Alternativtrasse von der Bundesnetzagentur unzureichend geprüft und abgelehnt wurde, obwohl die aktuell erwogenen Trassenvorschläge durch Westthüringen deutlich länger sind und höhere Kosten bedeuten, die von den Stromkunden zu zahlen sein werden. Vor allem aber verstoße die Zurückweisung des Thüringer Vorschlags gegen das Gebot der Geradlinigkeit. Auch die bekannten Probleme wurden nochmals deutlich gemacht: Der Südlink zerklüfte die bewaldeten Mittelgebirgslagen, zerstöre die sehr spezielle Bodenbeschaffenheit der landwirtschaftlichen Flächen, quere zahlreiche unter Naturschutz stehende Landschaften und behindere massiv die weitere Siedlungsentwicklung in Westthüringen.

Das Bündnis verlangt daher von der Bundesnetzagentur, die Alternativtrasse gleichberechtigt und qualifiziert zu prüfen. Es will zudem den Freistaat Thüringen unterstützen, der Klage gegen die Bundesnetzagentur beim Bundesverwaltungsgericht einreichen will.

Das "Salzunger Bündnis" kooperiert außerdem mit dem Verein "Keine Stromtrasse zwischen Rhön und Rennsteig", der jetzt "Thüringer gegen Südlink" heißt. Gemeinsam mit dem Verein wird bürgerschaftliches Engagement koordiniert und unterstützt. Zudem beabsichtigen die Bündnispartner, dem Verein als Mitglieder beizutreten und sich so noch stärker einzubringen.

Weiterhin kündigten die Bündnispartner an, 2133 Unterschriften gegen den Südlink der Bundesnetzagentur zu übergeben.

Der Südlink ist ein geplanter Erdkabel-Trassenkorridor von rund 1000 Meter Breite zur Übertragung von Höchstspannungsgleichstrom aus Windenergie von der Nordseeküste nach Süddeutschland und für den europäischen Strommarkt, der in nord-südlicher Richtung durch Westthüringen verlegt werden soll. Zunächst war der Südlink als Überlandleitung westlich von Thüringen konzipiert. Aufgrund erheblicher Bürgerproteste, insbesondere aus Bayern, soll nun eine Erdkabeltrasse gebaut werden. Im September 2016 wurde Thüringen davon überrascht, dass die Trasse durch Westthüringen verlaufen soll.

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Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
13:58 Uhr

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