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Meiningen

Neue Klänge auf der Henneburg

Komponist Maximilian Werner verstärkt das Inszenierungsteam des Fördervereins Südthüringer Kultur- und Theatervereine. Seine Musik präsentiert er bei sechs Vorstellungen auf der Burgruine.



Komponist Maximilan Werner zählt zum Inszenierungsteam des Fördervereins Südthüringer Kultur- und Theatervereine.	Foto: privat
Komponist Maximilan Werner zählt zum Inszenierungsteam des Fördervereins Südthüringer Kultur- und Theatervereine. Foto: privat   » zu den Bildern

Henneberg - "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist." Man muss diesen Ausspruch des französischen Schriftstellers Victor Hugo nicht kennen, um zu wissen, dass bei aller Art von Aufführungen - sei es Theater oder Film - die Musik eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Daher freut sich der Förderverein Südthüringer Kultur- und Theatervereine (kurz: SAT Förderverein) umso mehr darüber, für sein aktuelles Projekt "Das Wunder von den 365 Kindern" einen frischen Komponisten gewonnen zu haben.

Maximilian Werner aus Haina ist gerade mal 20 Jahre alt. Der Thüringer machte 2017 sein Abitur am Henfling-Gymnasium in Meiningen und studiert aktuell Physik an der Technischen Universität München. Die Naturwissenschaft interessiert den Studenten im ersten Semester zwar sehr, doch seine eigentliche Leidenschaft galt immer der Musik - bereits von kleinauf.

"Schon im Kindergarten habe ich zu Weihnachten manchmal Instrumente geschenkt bekommen", erinnert sich Werner. "Darauf habe ich dann viel herum experimentiert." Angefangen mit der Melodica landete der Musiker über die Trompete schließlich beim Klavier. Bis zur Oberstufe erhielt der Henflingianer langjährigen Unterricht auf dem Tasteninstrument.

Zu Beginn seiner Gymnasialzeit entstanden auch die ersten Kompositionen. "Die waren aber noch nicht besonders gut", lacht der Student. Durch intensives Üben und Ausprobieren entwickelte sich Werner in den folgenden Jahren allerdings schnell weiter. Außerdem entdeckte er das Musikprogramm "Cubase" für sich - die Möglichkeiten, zahlreiche Instrumente und Stimmen zu arrangieren, schienen nun schier unendlich.

Vorläufiger Höhepunkt seiner Komponistenkarriere war der Abiturball: Der Pianist präsentierte auf der Abschlussfeier sein Werk "Erratic Time" ("unregelmäßige Zeit"), das mit dem unterschiedlichen Erleben von Zeit spielt. Im Ensemble mit Violine und Blasinstrumenten soll die Komposition auch in die Theater-Aufführungen des Fördervereins eingebunden werden. Seine Tonkunst beschreibt der bescheidene Musiker als ruhig und modern, "mit einem hohen Wiedererkennungswert - hoffentlich".

Auf die Frage, wie der junge Komponist zum Südthüringer Förderverein gekommen ist, gesteht Regieassistentin Peggy Ben Saad lachend: "Das habe ich eingefädelt!" Die Choreografin hatte Maximilian Werner über ihre Söhne kennengelernt, die zusammen aufs Gymnasium gingen. Für ihr Studium gründeten die Abiturienten eine gemeinsame Wohngemeinschaft in München, die Peggy Ben Saad ab und an besucht. "Manchmal spielt er einfach nebenbei und irgendwann zwischendurch sage ich ‚Ja, das ist es!‘", schildert die Sängerin. Um dieses melodische oder harmonische Motiv bastelt Werner anschließend ein vollständiges Stück.

Acht Musicalsongs

Insgesamt werden acht Musicalsongs von Werner im Rahmen jeder der sechs Theateraufführungen von "Das Wunder von den 365 Kindern" zu hören sein. Seine Kompositionen hat er an die mittelalterliche Umgebung des 13. Jahrhunderts, in der das Stück spielt, angepasst. "Ich habe mir das Skript im Vorfeld mehrmals durchgelesen und versucht, die Stimmung auf meine Musik zu übertragen", berichtet der 20-Jährige. Die Texte zu den mit Klavier und Gesang besetzten Stücken steuert die geschichtsinteressierte Seniorin Carmen Pfannstiel bei.

"Die Legende von den 365 Kindern" erzählt die Geschichte von Katharina. Die schwangere Gemahlin des Burgverwalters Simon von Spangenberg wird des Ehebruchs mit Graf Hermann I. von Henneberg bezichtigt. Als Strafe wird sie dazu verflucht, 365 Kinder zu gebären.

Der ehrenamtliche Verein begrüßt die Zusammenarbeit mit Werner: "So bleibt die Musik unseres Stücks sehr flexibel", weiß Regisseur Dietrich Ansorg. Außerdem entfallen auf diese Weise etwaige GEMA-Gebühren. Auf der anderen Seite bietet der Förderverein eine große Plattform für Werner, seine Werke vorzustellen und seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. "Schließlich ist auch das eine Aufgabe unseres Fördervereins", macht Ansorg deutlich.

Der SAT Förderverein hat sich 2017 mit Sitz in Meiningen neu gegründet und verfolgt unter anderem das Ziel, große Theaterprojekte auf der Henneburg zu verwirklichen.

Hundert Mitwirkende

"Wir sind offen für Interessierte, die bei uns mitmachen möchten", betont Ansorg. Je nach Potenzial der Mitwirkenden kann sich das Inszenierungsteam auch in musikalischer Hinsicht Vergrößerungen vorstellen, wie etwa einen Chor, Tänzer oder weitere Solo-Sänger. "Wir machen kein fertiges Produkt, erst bei der Generalprobe ist der Prozess abgeschlossen", sagt der Regisseur. An den Proben, die Anfang 2019 beginnen, sind rund hundert Mitwirkende vor und hinter der Bühne beteiligt.

Die Nachfrage nach den Aufführungen ist enorm. Obwohl der Kartenverkauf voraussichtlich erst im Frühjahr beginnt, sollten sich Interessierte beeilen, Tickets reservieren zu lassen unter www.satfoerderverein.de. Die sechs Vorstellungen (inklusive Generalprobe) von "Die Legende von den 365 Kindern" finden am 21./22. und 28./29. Juni sowie am 5./6. Juli 2019, jeweils um 20 Uhr statt.

Autor

Markus Kilian
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Veröffentlicht am:
12. 01. 2019
00:00 Uhr

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Markus Kilian

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12. 01. 2019
00:00 Uhr



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