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Meiningen

Marwede: "Weise Kritik auf das Schärfste zurück"

Die Superintendentin des Kirchenkreises Meiningen, Beate Marwede, reagiert auf den Vorwurf der ehemaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und weist ihre Kritik zurück.



Beate Marwede, Superintendentin des Kirchenkreises Meiningen.	Foto: Archiv
Beate Marwede, Superintendentin des Kirchenkreises Meiningen. Foto: Archiv  

Meiningen - In einer Stellungnahme zur harten Kritik Lieberknechts an der seelsorgerlichen Arbeit der Kirche, die in Zeiten der Corona-Krise versagt habe, verteidigt Beate Marwede die Arbeit und die Bereitschaft ihrer Mitarbeiter. "Als Superintendentin des Kirchenkreises Meiningen, damit verantwortlich für die Haupt- und Ehrenamtlichen der ,Kirche vor Ort‘ weise ich diese Kritik aufs Schärfste zurück. In der Zeit des Shutdowns waren viele Kirchen verlässlich geöffnet, Andachts- und Gebetsblätter lagen aus, Andachten und Gottesdienstanleitungen wurden in den Häusern verteilt. Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitarbeitende im Verkündigungsdienst und Ehrenamtliche standen für seelsorgerliche Gespräche zur Verfügung, am Telefon, in den Kirchen. Es gab Video- und Audiobotschaften, Gottesdienste im ,Netz‘, Briefe wurden geschrieben. Über den Gartenzaun und am Fenster wurde gesprochen, zugehört, getröstet, gebetet und - sofern gewünscht - auch Kranke und Sterbende wurden besucht. Letzteres geschah ohne großes Aufsehen, in seelsorgerlicher Verantwortung."

Weiter weist sie in ihrer Erklärung darauf hin, dass Trauergespräche geführt worden seien, denen, die nicht an der Trauerfeier teilnehmen konnten, wurden vielfach Gebetszettel zur Verfügung gestellt oder andere Hilfen gegeben, wie sie im Abschied getröstet werden. Musiker musizierten vor Pflegeheimen, an Fenstern, auf Balkonen oder vom Kirchturm aus. Beim Glockenläuten wurde in den Häusern gebetet. "Wir haben erfahren, dass die Fürbitte verbindet, auch wenn wir leibhaftig nicht zusammenkommen können", so Marwede. Für Christenlehre-Kinder gab es Mutmach-Geschichten und kreative Angebote per Mail, die sie oftmals auch mit anderen, nicht zur Kirchengemeinde gehörigen Kindern geteilt hätten. Auch die Kirchenkreissozialarbeit habe ein Hilfsnetz für diejenigen geknüpft, die praktische Unterstützung brauchten. Und unter denen, die öffentlich ihre Hilfe angeboten hätten, seien viele haupt- und ehrenamtliche "Kirchenmenschen" gewesen.

Wörtlich sagt Beate Marwede: "Mich hat bewegt, mit wie viel Einsatz, Phantasie und Engagement die Haupt- und Ehrenamtlichen in unserem Kirchenkreis das Wort Gottes unter die Leute gebracht haben. Ich bin dankbar dafür. Und ich weiß, dass in vielen Kirchenkreisen ähnlich engagiert gearbeitet und gebetet wurde. Ich erlebe die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands als sehr bemüht, das Mögliche in dieser besonderen Situation auszuloten. Personalverantwortung, Verkündigungsauftrag, Seelsorge, Arbeitsschutz und Fürsorge für die Gesundheit der Gemeindeglieder wie der Mitarbeitenden abzuwägen und schnell zu Entscheidungen zu kommen, sind eine hohe Herausforderung. Ob Entscheidungen die richtigen oder die angemessenen waren, erschließt sich oftmals erst im Rückblick."

Deshalb verärgere sie die pauschale Kritik Lieberknechts in gleicher Weise, wie die in "idea" veröffentlichte Kritik des Thüringer Pfarrvereins. Sie missachteten das engagierte Mühen der Kirche, nämlich der unzähligen Haupt- und Ehrenamtlichen und auch der Leitenden in der Kirche, für Menschen in der Zeit der Corona-Pandemie da zu sein. Marwede könne sich des Eindrucks nicht erwehren, "dass sich hier einige mit markigen Sprüchen profilieren und so ihre öffentliche Bühne suchen." Sie betont, dass sie sich nicht einer theologischen und inhaltlichen Auseinandersetzung entziehen wolle, diese müsse aber in gegenseitiger Wertschätzung und Achtung geschehen. "Diese vermisse ich bei Frau Lieberknecht schmerzlich und beim Thüringer Pfarrverein in gewohnter Weise", äußert sie abschließend. Gleichzeitig richtet die Superintendentin ihren Dank an alle, die in Liebe zu Gott und den Menschen ihren Dienst tun.

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Veröffentlicht am:
21. 05. 2020
00:00 Uhr

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21. 05. 2020
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