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Meiningen

Kein Baustopp auf Schloss Landsberg

Auf Schloss Landsberg bei Meiningen gibt es keinen Baustopp. Allerdings sorgen die Hinweise der Denkmalschützer für Verzögerungen. Mit einer Eröffnung des Hotels wird nun nicht vor Frühjahr 2018 gerechnet.



Der Mond leuchtet über Schloss Landsberg.   Foto: Fotomontage: rwm/Krug
Meiningen - Am Wochenende war bekannt geworden, dass das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gefordert hatte, „sämtliche Reinigungsarbeiten beziehungsweise Maßnahmen zur Aufarbeitung des bauzeitlichen Bestandes“ ... „sofort zu unterlassen“. Daraus könne man jedoch nicht ableiten, dass ein Baustopp verfügt worden sei. Der Erlass einer solchen baurechtlichen Verfügung sei Sache der unteren Bauaufsicht im Meininger Landratsamt. Und eine solche liege nicht vor, betont Jens Butscher im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Meininger Immobilien-Experte ist Geschäftsführer der LHD Investment GmbH Meiningen, die als Geschäftsbesorger der chinesischen Investorengruppe New Silk Road Company Limited fungiert und damit auch die Arbeiten auf Schloss Landsberg koordiniert. „Mit der unteren Bauaufsicht arbeiten wir von Anfang an sehr eng zusammen. Bei den regelmäßigen Begehungen gab es konstruktive Hinweise, die wir beachtet haben. Gemeinsames Ziel aller ist die Erlangung der Betriebserlaubnis für Schloss Landsberg als Hotel und Gaststätte“, stellt Butscher klar.

Heute wisse er, so der LHD-Chef, dass es besser gewesen wäre, die Denkmalpfleger von Beginn an mit ins Boot zu holen. Da man jedoch nie vor hatte, grundlegende Eingriffe in die Substanz vorzunehmen, habe man keine Notwendigkeit gesehen. „Offenkundig sah dies auch die untere Bauaufsicht so, die sonst sicher sofort die untere Denkmalbehörde informiert hätte“, ist Jens Butscher überzeugt.

Dass nun im Rahmen einer Routinebegehung, bei der das Landesamt für Denkmalpflege und die untere Denkmalbehörde des Landkreises anwesend waren, Probleme zu tage getreten sind, bedauere er. Und man habe umgehend reagiert, in dem eine Restauratorin mit der Erarbeitung einer Konzeption beauftragt worden sei. „Wir wollen dabei klären, was für den Erhalt und die weitere Restaurierung empfohlen wird. Aber auch, was man besser lassen sollte.“

Größte Herausforderung sei in den nächsten Wochen aber, Lösungen zur Erfüllung der Brandschutzauflagen zu finden, die mit denkmalpflegerischen Aspekten in Einklang zu bringen sind. „Wir haben daher einen Brandschutzspezialisten beauftragt, entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.“ Aktuell seien vier Hotelzimmer aus Brandschutzgründen nicht nutzbar. Dies sei schon vor Jahren von der Bauaufsicht festgestellt worden. Speziell in dieser Frage gelte es nach einer genauen Analyse festzulegen, ob sich der Aufwand lohne, alle Zimmer wieder nutzbar zu machen. Insgesamt müssten Kompromisse gefunden werden, die alle Seiten akzeptieren. Natürlich stehe neben dem Denkmalschutz die Sicherheit der künftigen Gäste ganz oben auf der Prioritätenliste.

Butscher räumte ein, dass die neue Situation alle Pläne für eine Inbetriebnahme noch in diesem Jahr durchkreuzt haben. „Wir drosseln daher etwas das Tempo. Ein Brandschutzgutachten ist bei solch einem Objekt ja nicht in wenigen Tagen erstellt.“ Internes Ziel sei nun, das Haus im Frühjahr 2018 zu eröffnen.

Da man mit vielen Arbeiten in den vergangenen Wochen sehr gut vorangekommen sei, herrsche auf der Baustelle derzeit kein reger Betrieb. Möglicherweise habe dies auch zu dem Gerücht geführt, es sei ein Baustopp verfügt worden. Nach Angaben Butschers wurde bereits das Dach abgedichtet, ebenso die Heizung gewartet und wieder in Betrieb genommen. Sämtliche Fenster seien instandgesetzt und mit modernen Dichtungen versehen, die Fußböden aufgearbeitet sowie der Staub von Verkleidungen entfernt und Wäsche in Größenordnungen gewaschen worden. „Dabei wurde sehr behutsam vorgegangen. Und selbstverständlich sind die Gemälde bislang außen vor geblieben“, versichert Jens Butscher. Der Eigentümer habe ja nicht das geringste Interesse, den Charme von Schloss Landsberg zu zerstören. Auf diesem fuße ja das künftige Geschäftsmodell. „Wir haben zudem vorwiegend Meininger Firmen verpflichten können, denen Schloss Landsberg nicht unbekannt ist und die mit großer Erfahrung und Sensibilität zu Werke gegangen sind.“

Ausgespart bei allen Planungen blieb bisher der ebenso denkmalgeschützte „Waldpark“. Dies solle zu einem späteren Zeitpunkt durch Fachplaner erfolgen. Lediglich einen Eingriff werden man vornehmen – das Fällen einer Tanne aus Brandschutzgründen. Die Genehmigung dafür liege bereits vor.
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Von Ralph W. Meyer
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
15:36 Uhr

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Von Ralph W. Meyer

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
15:36 Uhr



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