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Meiningen

Groß und von tadellosem Wuchs

Aus Herpf kommt in diesem Jahr der Baum für den Weihnachtsmarkt in Meiningen. Am Samstagmorgen wurde die 15 Meter hohe und 1,6 Tonnen schwere Silbertanne gefällt, transportiert und aufgestellt.



Geschafft: Von Herpf über Walldorf kommend, fuhr der Konvoi mit dem Weihnachtsbaum erstmals über die Georgstraße auf den Meininger Marktplatz ein. Eine Stunde später stand die 15 Meter hohe Tanne.	Fotos (2). Sigrid Nordmeyer
Geschafft: Von Herpf über Walldorf kommend, fuhr der Konvoi mit dem Weihnachtsbaum erstmals über die Georgstraße auf den Meininger Marktplatz ein. Eine Stunde später stand die 15 Meter hohe Tanne. Fotos (2). Sigrid Nordmeyer   » zu den Bildern

Herpf/Meiningen - Hinter jedem Weihnachtsbaum auf dem Meininger Markt steckt eine Geschichte. Das ist auch in diesem Jahr so - seit Samstag steht diesmal eine 15 Meter hohe und 1,6 Tonnen schwere Silbertanne im Zentrum der Stadt und läutet so die anstehende Weihnachtszeit ein.

Vor seiner Reise stand der Baum im Garten von Georg Hüttenmüller im Meininger Ortsteil Herpf. Hüttenmüller pflanzte ihn in den 1950er-Jahren eigenhändig, wie der heute 93-jährige Pensionär nicht ohne Stolz versichert. "Früher standen noch weit mehr Bäume, auch Obstbäume, in unserem Garten, den meine Frau und ich bewirtschaftet haben, aber nach und nach musten sie alle weg." Auch für die Silbertanne war die Zeit gekommen: Aufgrund ihrer Größe bestand die Gefahr, dass sie bei Sturm fällt und die nahe Freileitung oder das Wohnhaus beschädigt hätte. Dass der Baum jetzt nach dem Fällen noch einige Zeit als Symbol für Weihnachten im Blick der Marktbesucher stehen wird, ist dem Zufall zu verdanken. Hüttenmüllers Sohn Georg junior nämlich ist ein Schulkamerad der früheren Herpfer Ortsteilbürgermeisterin Petra Jungk, die bis 2018 in der Stadtverwaltung arbeitete. Ab und an kamen die beiden ins Gespräch. "Mein Sohn erzählte irgendwann von dem großen Baum dicht an der Straße und so kam die Idee, ihn als Weihnachtsbaum zu verwenden", erzählt Hüttenmüller. 2018 schon kam die Offerte, doch da lag der Stadt schon ein anderes Angebot vor. Ob er sich den Baum, der bis zum 18. November geschmückt und mit einer neuen Beleuchtung ins rechte Licht gerückt wird, selbst anschauen wird, weiß Georg Hüttenmüller noch nicht - das Laufen fällt ihm überaus schwer. Doch Fotos davon will er sich gern anschauen und hat so auch Freude daran, wie er sagt. "Denn gewachsen ist er tadellos, schön gleichmäßig und rund."

Schon um acht Uhr am Samstagmorgen rückten die Männer vom Meininger Stadtservice hellwach und hoch konzentriert an - es galt, den Baum ohne Gefahr für Gebäude, Stromleitungen oder Personen zu fällen und zu verladen. Schwere Transporttechnik war vorhanden, auf der Landesstraße 1124 regelte während der Arbeiten sicherheitshalber die Feuerwehr den Verkehr.

Erstmals Georgstraße

Von der Bernhardstraße kommend nutzte der Konvoi mit dem Prachtbaum in diesem Jahr das erste Mal die direkte Einmündung in die Georgstraße, um auf gerade Linie bleiben zu können. Gleich beim Passieren der Engstelle am Henneberger Haus mussten die Helfer von Feuerwehr, Ordnungsamt und der Transportfirma Henneberger mit eigener Körperkraft ausgleichen. Unter den über die Straße gespannten Transparente konnte der Baum dank der Männer langsam hindurchgleiten. Wegen den im Wege stehenden Pfosten bei der Einfahrt in die Fußgängerzone hielt der Tross sogar einige Minuten an, bis das Team den einen Zweig des Weihnachtsbaumes so fest ins Geäst gedrückt hatte, dass es ein Abbrechen durch die Weiterfahrt verhindern konnte. Zahlreiche Passanten blieben während der Weiterfahrt in Zeitlupentempo auf der Bernhardstraße stehen. Kinder staunten mit offenen Mündern, viele Erwachsene zeigten sich voll des Lobes: "Das ist aber ein richtig schöner Baum!", war oft zu hören.

Großes Interesse

Kaum traf der Baum auf dem Marktplatz ein, mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes schnell reagieren, denn die Menschentraube um die im Kreis zum Stehen gekommene große Fahrzeugkolonne wurde im Handumdrehen größer. Mit einem Flatterband hielten sie alle stehengebliebenen Staunenden in gebührendem Abstand, so dass die insgesamt zwölf Aktiven aus dem Transport-Tross nach der geduldigen und langsamen Fahrt nun aus den Fahrzeugen springen und den Baum an den Haken des mobilen Krans nehmen konnten. In Millimeterarbeit bugsierte der Kranfahrer das Riesenteil in die vorgesehene Öffnung im Stadtboden. Vorgefertigte Holzdübel kamen zum festen Halt in die Zwischenräume im Boden. Zum Schluss nahm der Ordnungsamtsleiter persönlich Augenmaß in Richtung Stadtkirche. "Ja, noch ein bisschen nach rechts, dann ist er gerade"- sagte es - und der Baum stand.

Autor

Sigrid Nordmeyer, Tino Hencl
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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
18:22 Uhr

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Autor

Sigrid Nordmeyer, Tino Hencl

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Veröffentlicht am:
10. 11. 2019
18:22 Uhr



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