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Meiningen

Flugschule Dolmar: "Fortführen, was der Vater aufgebaut hat"

Vor einem Jahr kam bei einem tragischen Flugunfall in Kühndorf der Leiter der Flugschule am Dolmar, Jürgen Schlütter, ums Leben. Wie der Flugplatzbetrieb seitdem gehandhabt wird und wie die Zukunftsperspektiven der Flugschule aussehen, dazu äußerte sich jetzt der 20-jährige Sohn des Verunglückten, Anton Schlütter.



Flugbetrieb am Dolmar.   Foto: Jürgen Glocke » zu den Bildern

Herr Schlütter, am 13. August war der tödliche Absturz Ihres Vaters mit einem Ultraleichtfluggerät ein Jahr her. Gibt es inzwischen Erkenntnisse zur Absturzursache?

Nichts Offizielles. Ein Untersuchungsbericht von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung liegt noch immer nicht vor.

Haben Sie eine eigene Theorie über mögliche Ursachen des Absturzes?

Meines Erachtens kamen mehrere Dinge zusammen. Wie mein Vater mir immer sagte: Ein Ereignis hat mehrere Ursachen. Am Ende möchte ich keine Theorien aufstellen, die der Tatsache nicht entsprechen.

Sie sind selbst Pilot. Haben Sie nach dem Unfall daran gedacht, das Fliegen ganz sein zu lassen?

Nein, das Fliegen ist mein Leben. Für mich ist es eine Lehre und bedeutet, dass man stets mit 100-prozentiger Achtsamkeit bei der Sache sein muss.

Was wird aus dem Flugplatz, was aus der Flugschule - diese Fragen beschäftigten die Öffentlichkeit schon kurz nach dem Drama. Wie man sieht und hört, gibt es nach wie vor Luftverkehr am Dolmar. Der Flugplatzbetrieb konnte also aufrechterhalten werden?

Es gab nur eine kurze Pause, als der Flugplatz nach dem Unfall vorübergehend für jeglichen Flugbetrieb gesperrt war. Danach lief der Start- und Landebetrieb ganz normal wieder an. Das bedurfte keiner besonderen Maßnahmen dank der guten Zusammenarbeit mit dem Luftamt. Natürlich waren alle geschockt und mussten das Geschehene und den Verlust erst einmal verarbeiten. Nicht ganz so einfach ist es, die Flugschule weiterzuführen. Eine Ummeldung des Gewerbes musste beantragt und etliche weitere Dinge mussten geregelt werden. Das ist alles in die Wege geleitet. Ich werde die Flugschule weiterführen - zusammen mit meinem Bruder und meiner Freundin.

War das eine schwierige Entscheidung?

Nein. Ich bin auf und mit dem Flugplatz groß geworden, ich kenne den Betrieb sehr genau. Außerdem fühle ich mich wohl in Kühndorf, es ist ein besonderer Ort, mit der Lage am Dolmar, die wir sehr schätzen. Für mich und meinen Bruder kam nichts anderes in Frage, als das fortzuführen, was unser Vater seit 1991/92 hier aufgebaut hat. Wir möchten auf dem Vorhandenen aufbauen und neue Ideen einbringen.

Was wird mit noch nicht eingelösten Gutscheinen für Rundflüge, die in der Zeit vor dem Unfall Ihres Vaters erworben wurden?

Alle früher vergebenen Gutscheine werden weiter geflogen, Inhaber von solchen Gutscheinen brauchen sich nur in der Flugschule zu melden und einen Termin vereinbaren.

Das dafür erforderliche Piloten-Personal ist verfügbar?

Da ich ausgebildeter Pilot bin und somit selbst fliegen darf, ist das kein Problem.

Wie wird verfahren, wenn sich jemand meldet, der eine Pilotenausbildung absolvieren möchte?

Eine Pilotenausbildung wird in unserer Flugschule grundsätzlich weiterhin möglich sein. Mein derzeitiger Status ist Fluglehrer-Assistent. Sobald ich meine Fluglehrer-Ausbildung abgeschlossen habe, darf ich Piloten ausbilden. Zurzeit wird die Ausbildung durch eine Partner-Flugschule abgesichert.

Wie stellen Sie und Ihr Team sich den Dolmar-Flugplatz in der Zukunft vor?

Als ein Ausflugsziel für jedermann! Der Flugplatz war und ist attraktiv hauptsächlich für Piloten. Wir wollen ihn noch anziehender für Besucher aller Art, für Wanderer, Radfahrer und Familien machen. Sie sollen eine schöne Zeit am Flugplatz verbringen können. Im Übrigen freuen wir uns über Ideen von Außenstehenden. Wir danken allen Engagierten für ihre Unterstützung und ihr Verständnis. Wir freuen uns über jeden Besucher am Flugplatz, sei es für einen Rundflug oder beim Vorbeischlendern auf dem Weg zum Dolmar. Interview: Jürgen Glocke

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Veröffentlicht am:
15. 08. 2018
07:44 Uhr

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15. 08. 2018
07:44 Uhr



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