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Meiningen

Eine Investition in die Ewigkeit

Im Rahmen seiner Ausstellung "Visionen in Glas” in der Galerie ada stellte sich beim Künstlergespräch am Freitagabend Wolfgang Nickel den Fragen des Publikums. Musikalisch umrahmte der japanische Gitarrist Koki Ito.



Der Galerieleiter Ralf-Michael Seele (Mitte ) im Gespräch mit dem Künstler Wolfgang Nickel (l.). Fotos (2): Tobias Damm
Der Galerieleiter Ralf-Michael Seele (Mitte ) im Gespräch mit dem Künstler Wolfgang Nickel (l.). Fotos (2): Tobias Damm   » zu den Bildern

Meiningen - "Glaskunst ist eine Investition in die Ewigkeit”, sagte der Glaskünstler Wolfgang Nickel aus Georgenzell bei Schmalkalden zum traditionellen Künstlergespräch in der Galerie ada. "Besonders in Kirchen”, fuhr er fort, "weil die Glasbilder dort meist bis zu 400 Jahre oder länger erhalten bleiben." Liebhaber der Glaskunst hatten Gelegenheit, ihre Fragen persönlich an den Künstler Wolfgang Nickel, der über die Malerei und Grafik zur Glaskunst kam, zu stellen. Nickel ist bekannt für seine freien Glasbilder und seine baugebundenen Gestaltungen in Kirchen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Gebäuden. Er arbeitete zum Beispiel bereits an der Severi Kirche in Erfurt, der katholischen Kirche in Bad Langensalza oder der Nikolai Kirche in Eisenach. Die Moderation des Abends übernahm Ralph-Michael Seele, der Gründer und Leiter der Galerie ada. Der Gitarrist Koki Ito aus Tokio, der momentan in Weimar studiert, begleitete das Gespräch mit japanischer Musik.

"Wie kamst du überhaupt zur Kunst?”, fragte Seele den Künstler zu Beginn des Gesprächs. Bereits Nickels Vater war Künstler und Zeichenlehrer. Durch seine familiäre Prägung stand bereits früh fest, dass er Künstler werden wollte. Später studierte er Kunst in der DDR, was damals die Voraussetzung war, um als Künstler tätig sein zu können.

Auf die Frage, was ihn besonders am Material Glas fasziniert, antwortete Nickel "Es ist sehr widerspenstig und es benötigt eine Menge Übung, um damit richtig arbeiten zu können”. Man soll das Material aber auch als Kunst sehen und nicht nur als Bildträger. Deswegen verformt Nickel die Oberflächen des Glases bewusst, um dem visuellen Reiz noch einen haptischen hinzuzufügen. Dadurch ist die ada-Ausstellung eine der wenigen, bei der explizit darum gebeten wird, die Bilder zu berühren.

"Haben Ihre Auftraggeber klare Vorstellungen, wenn Sie sich bei ihnen melden?”, wollte eine Dame aus dem Publikum wissen. Meist gibt er drei Vorschläge ab, für die sich der Auftraggeber dann entscheiden kann. Besonders aufgefallen ist Nickel, dass es in deutschen Kirchen oft Angst vor zu viel Farbe gibt. "Aber wenn es einmal da ist, findet es jeder toll”, scherzte er.

Die Galerie ada ist seine bisher schönste Ausstellung, freute sich Wolfgang Nickel. Es sei eine sehr schöne Galerie. "Wir haben uns eine Woche Zeit genommen, die Bilder an den richtigen Orten mit Dübeln fest zu platzieren, als sie nur an die Wände zu hängen”.

Momentan gibt es eine weitere Ausstellung von Nickels Werken in China und für das nächste Jahr ist bereits eine Ausstellung in Santa Barbara in Amerika geplant. Die Ausstellung in der Galerie ada wird noch bis zum 10. Februar 2019 gezeigt. Am 8. und 9. Dezember lädt Wolfgang Nickel zu seinem ersten Glas-Kunst-Markt in der Ausstellung der Galerie ada ein.

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Tobias Damm
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2018
15:23 Uhr

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05. 12. 2018
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